Wildkräuterküche

Fünf außergewöhnliche Kräuter aus dem Garten, die essbar sind

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Unkraut trägt seinen Namen häufig zu Unrecht. Ob Giersch oder Löwenzahn: Wir stellen Ihnen die fünf unterschätzten essbaren Wildkräuter aus dem Garten vor.

Wenn der Giersch im Garten wieder wuchert oder sich der Löwenzahn hartnäckig in den Rasen gräbt, möchte man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Eine bessere Idee: pflücken und aufessen. Denn die vermeintlichen Unkräuter sind als essbare Wildkräuter eine Bereicherung in der Küche.

Essbares Unkraut Nr. 1: Der Giersch

Der Giersch, erkennbar an seiner dreifach gefiederten Blattspreite und dem dreikantigen Blattstiel, wuchert wie ein Weltmeister. Umso mehr füllt sich der Teller. Er schmeckt ähnlich würzig wie Petersilie und lässt sich – vor allem die älteren Blätter in gegarter Form – wie Spinat als Gemüse zubereiten, beispielsweise als Giersch-Schafskäse-Quiche. Die Blüten und jungen Blätter eignen sich für Salat, im Dip oder für Smoothies.

Essbares Unkraut Nr. 2: Das Franzosenkraut

Das Behaarte Knopfkraut oder Behaarte Franzosenkraut (Galinsoga ciliata) verleiht Salat eine schöne Frische.

Das Franzosenkraut oder Knopfkraut ist mit seinen kleinen zarten Blüten etwas unscheinbar, aber als würzige Salatzutat unschlagbar. Alles, was über der Erde sichtbar ist, ist essbar. Bevorzugen Sie allerdings die jüngeren Triebe, da ältere oft holzig sind. Es ist ein guter Spinat-Ersatz, schmeckt in Suppen oder im Brotaufstrich.

Essbares Unkraut Nr. 3: Der Löwenzahn

Seine angenehm süßlichen Blüten sind ein Hingucker in jedem Salat, sie können daraus aber auch einen Sirup köcheln oder die Knospen wie Kapern einlegen. Die leicht scharfen, bitteren Blätter lassen sich ähnlich wie Radicchio zum Beispiel in Risotto oder in einer Wildkräutersuppe verwenden. Da die älteren Blätter mehr Oxalsäure enthalten, sind junge Blätter zu bevorzugen.

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Essbares Unkraut Nr. 4: Die Knoblauchsrauke

Die bis zu 90 Zentimeter hoch wachsende Knoblauchsrauke mit ihren weißen Blüten erkennt man gut an ihrem knoblauchartigen Geruch, der sich entfaltet, wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt. Sie lässt sich in der Küche wie Bärlauch verwenden, ist jedoch milder im Geschmack. Man sollte sie roh verarbeiten, wenn man das Aroma erhalten möchte. Von der Pflanze sind alle Teile von der Blüte bis zur Wurzel verwendbar, zum Beispiel für Pesto oder als Salatzutat.

Kräuter von der Fensterbank: Zehn Sorten, die im Wasser wachsen

Bohnenkraut auf weißem Holz.
Bohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütengewächse.  © Liane Nothaft/Imago
Zitronenmelisse im Gartenbeet.
Nach drei bis vier Wochen bilden sich bei den abgeschnittenen Trieben der Melisse im Wasser neue Wurzeln. © Stock&people/Imago
Basilikumblätter in der Nahaufnahme.
Basilikum sollte vor der Blüte geschnitten und ins Wasser gestellt werden, damit er sich vermehrt.  © Michael Malorny/Imago
Thymian auf einem hellen Holzbrett.
Thymian gilt als Heilpflanze und wird bei Bronchitis verwendet. © Stock&people/Imago
Blühender Oregano.
Auch die Triebe des Oreganos kann man einfach ins Wasser geben und warten, bis sich Wurzeln bilden. © Hans Eder/Imago
Nahnaufnahme einer Steviapflanze.
Die Triebe der Steviapflanze sollten für die Vermehrung jung sein. © CSP_olivier26/Imago
Estragon, der auf dem Tisch zusammen mit einem Handtuch und Küchengarn liegt.
Der mit dem Wermut verwandte Estragon mag es ebenfalls warm und sonnig. © Rezeda Kostyleva/Imago
Frischer und getrockneter Salbei auf einer Holzplatte.
Salbei braucht einen hellen Ort zum Gedeihen. © Antonio/Imago
Minze in einem Wasserkrug.
Minze und Pfefferminze sorgen nicht nur für ein gutes Raumklima, die Pflanzen bilden sehr schnell Wurzeln.  © Borodin/Imago
Blühender Rosmarin in der Sonne.
Rosmarin breitet nach wenigen Wochen im Wasser die Wurzeln aus. © Frank Röder/Imago

Essbares Unkraut Nr. 5: Die Brennnessel

Mit ihrem hohen Gehalt an Eisen und Vitamin C ist die Brennnessel ein wahres Superfood. Die Blätter schmecken roh in Smoothies und Dips oder gegart als Gemüse wie Spinat, z. B. im Gratin oder Auflauf.

Und auch bei diesen Wildkräutern können Sie beherzt zugreifen:

  • Gartenschaumkraut: wie Schnittlauch auf Brot, im Salat, Omelett
  • Vogelmiere: für Salate, Kräuterbutter, als Gemüsebeilage, in Suppen
  • Gundermann: für Kräuterbutter oder -quark, in Omelettes oder Suppen
  • Bärlauch: für Pesto, zu Nudelgerichten
  • Sauerampfer: im Salat, für Suppen und Eintöpfe

Wenn Sie Kräuter für die Küche sammeln und kein Gartenexperte sind, sollten Sie immer darauf achten, dass Sie auch tatsächlich das richtige Kraut ernten und nicht einen unter Umständen giftigen Doppelgänger. Informieren Sie sich daher vorher gut.

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

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