Kompakter Stromer

Volvo EX30 im Alltagstest: Schweden-SUV offenbart Schwächen

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Mit dem EX30 bringt Volvo nach zwölf Jahren einen C30-Nachfolger. Im Test offenbart der jedoch einige Schwächen. Vor allem die Bedienung stört.

Wer ein kompaktes Auto wollte, wurde bei Volvo zuletzt nicht mehr fündig. Den C30 haben die Schweden vor zwölf Jahren eingestellt. Mit dem EX30 wagt man sich nun wieder in dieses Segment. Natürlich ist der SUV ein reines Elektroauto, bis 2030 soll das bei allen Volvos so sein. Doch wie schlägt er sich im Alltag?

Genau das wollten wir herausfinden und hab den EX30 Twin Motor Performance Ultra auf Herz und Nieren getestet. Optisch ist sofort klar, dass es sich hier um einen Volvo handelt. Das Design der Frontleuchten und des Hecks kennt man so auch von anderen Modellen, wie etwa dem großen Bruder EX90. Allerdings endet der Stromer doch sehr abrupt und das Heck erinnert in der Seitenansicht an den oftmals kritisierten BMW iX.

Innenraum des Volvo EX30 erinnert an Tesla

Im Innenraum reibt man sich dann verwundert die Augen. Hier hat Volvo es mit dem Frühjahrsputz sehr gut gemeint. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, man sitzt in einem neuen Tesla Model 3. Anders als der Konkurrent aus den USA hat der Volvo aber immerhin noch einen Blinkerhebel.

Der Innenraum des Volvo EX30 wirkt modern und aufgeräumt.

Ansonsten wurden aber die allermeisten Funktionen in das hochkant verbaute Tablet verbannt – inklusive der Geschwindigkeitsanzeige. Wer Spiegel, Licht, Klimaautomatik und andere Funktionen bedienen will, muss sich erst einmal durch das Menü tippen. Im Stand kein Problem, muss aber der Außenspiegel während der Fahrt nachjustiert werden, ist das sehr nervig. Auch das in der Mittelkonsole verborgene Handschuhfach wird über den 12,3-Zoll-Display geöffnet. Wer gerne Ostereier sucht, wird den EX30 lieben. Denn auch die Getränkehalter sind gut in der Armlehne versteckt. Hinten wurden wir gar nicht fündig. Dort ist das Platzangebot zudem sehr bescheiden. Bei einer Länge von knapp 4,20 Meter aber kaum verwunderlich.

Volvo spart sich die Knöpfe – auch beim Schlüssel

Allerdings ist es schon eine Herausforderung, überhaupt erst einmal in den Volvo EX30 zukommen. Knöpfe fehlen nicht nur im Innenraum, sondern auch am Schlüssel. Öffnen und schließen lässt sich das Elektroauto nur über einen Touch-Sensor an der Fahrertür und das oftmals auch erst nach zahlreichen Versuchen. Wer einfach weggeht, wundert sich nach wenigen Metern, warum das Licht noch an ist. Automatisch verriegelt der kompakte SUV nämlich nicht.

Der Volvo EX30 gleitet sehr komfortabel über jede Straße.

Doch es ist nicht alles schlecht am Volvo EX30. Das Fahrgefühl ist wunderbar. Auch auf unebenen Straßen federt der Schwede souverän alle Schlaglöcher weg. Dank der Einbindung von Google Maps kommt man entspannt ans Ziel. Ist ein Zwischenstopp zum Laden notwendig, werden diese eingeplant. Wer Apple CarPlay nutzen will, braucht aber noch etwas Geduld. Das ist jedoch in Windeseile vergessen, sobald man auf das Gaspedal tritt. Der SUV wird förmlich von den beiden E-Motoren mit 156 PS (vorne) und 272 PS (hinten) nach vorne katapultiert, so wie man es von einem Elektroauto kennt. Auch die Abstandsangabe in Zentimetern beim Einparken und Wenden sowie das Rauschen beim Rückwärtsfahren gefallen.

Volvo EX30 lenkt mit Warnhinweisen ab

Während der Fahrt offenbart der EX30 aber weitere Schwächen. Da es kein Head-up-Display gibt, muss man immer wieder auf das Tablet gucken, wenn man die Geschwindigkeit sehen will. Der Sensor hinter dem Lenkrad, der den Fahrer während der Fahrt überwacht, schlägt dann schnell Alarm und fordert einen dazu auf, den Blick auf die Straße zu lenken. Leichter gesagt als getan. Insbesondere, wenn man den Abstand des Tempomaten zum Vordermann anpassen will. Das geht ebenfalls nur über das Tablet. Immerhin Tempomat und Spurhalteassistent lassen sich übers Lenkrad bedienen – wenn man denn den richtigen Knopf erwischt.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Überhaupt wird man vom EX30 mit nervigen Warnungen gestört. Der bald verpflichtende intelligente Geschwindigkeitsassistent ISA liegt immer wieder falsch und warnt vor Beschränkungen, die es so gar nicht gibt. Im Test etwa 90 statt 100 km/h. Die Folge ein Warnton, weil man vermeintlich zu schnell unterwegs ist. Ein kurzes Gähnen führt direkt dazu, dass man aufgefordert wird, eine Pause zu machen, weil der Müdigkeitswarner anschlägt.

Volvo EX30 lädt mit bis zu 150 kW

Ein guter Moment, um die Ladesäule anzusteuern. Hier zeigt sich der Volvo von seiner starken Seite und lädt die 69-kW-Batterie im Test mit bis zu 150 kW. Das zeigt er dem Fahrer auf dem Display im Innenraum aber leider nicht an. Zum Ende hin geht dem EX30 aber etwas die Puste aus. Um so schneller entleert er dafür die Batterie. Den angegebenen Verbrauch von 17,5 kWh erreichten wir ebenso wenig wie die Reichweite von 450 Kilometern. Knapp 300 Kilometer sind aber immer noch ein ordentlicher Wert.

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Die Basisversion des EX30 gibt es ab 37.240 Euro. Wer eine Wärmepumpe zur Klimatisierung der Batterie will, braucht die Ultra-Version, die bei 49.970 Euro startet. Unser Testwagen lag mit Extras bei 53.640 Euro. Für den gleichen Preis bekommt man auch ein Tesla Model 3 oder Model Y.

Rubriklistenbild: © Volvo

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