Bei fremden Tieren

Hunde richtig streicheln: Drei Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden – laut Experten

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Hunde mögen es nicht immer gern, wenn man sie streichelt. Worauf es bei der Kommunikation mit dem Vierbeiner ankommt.

Wer seinen Hund liebt, sollte viel Zeit damit verbringen, mit ihm zu spielen, ausgiebig mit ihm spazieren zu gehen und ihn zu streicheln. Gerade bei Welpen ist das Streicheln und Kuscheln wichtig, damit man eine Bindung zu dem Tier aufbauen und Vertrautheit schaffen kann. Geht man dabei behutsam vor, können Hund und Mensch sich in der Anfangsphase vorsichtig „beschnuppern“. Auch, wenn sie es nur gut meinen, machen Menschen gerade im Umgang mit fremden Hunden allerdings auch Fehler. Und das kann auch das Streicheln betreffen. Hunde-Experten erklären, worauf Sie achten sollten.

Hunde richtig streicheln: Fremde Hunde nicht spontan streicheln

Streicheln ist gerade bei jungen Hunden wichtig, um eine Bindung zu dem Tier aufzubauen. (Symbolbild)

Sie wollen einen Hund streicheln, den Sie noch nicht kennen? Lassen Sie es besser sein, wie Hundeerzieher sagen. Denn Sie wissen nicht, wie das fremde Tier auf Sie reagiert oder welche Vorerfahrungen es vielleicht gemacht hat. Der Hund könnte sich von Ihnen bedroht fühlen, weil Sie nicht wissen können, wo er gern gestreichelt wird. „Eine fremde Person sollte nicht ohne Weiteres auf einen Hund zugehen und ihn anfassen wollen“, rät Barbara Schöning, Fachtierärztin für Verhaltenskunde und eine der Autorinnen von „Hunde - alles, was man wissen muss“, einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge.

Hunde richtig streicheln: Sich nicht über den Hund beugen

Anders verhält es sich, wenn man mit dem Hund vertrauter ist. Zum Beispiel, wenn man zu Besuch bei Hundebesitzern ist und sich der Vierbeiner bereits an die fremde Person im Haus gewöhnt hat. Dann kann man sich dem Hund durch vorsichtiges Streicheln annähern, wenn man den Eindruck hat, dass das Tier entspannt ist. Einen Fehler sollten Sie dabei vermeiden, sagen Hundekenner: Sie sollten sich nicht über den Hund beugen. Denn das könnte er als bedrohliche Geste deuten. Tipp: Besser in die Hocke gehen und den Hund erstmal an der Hand schnüffeln lassen. Fremde Hunde sollte man zudem nicht am Kopf oder im Gesicht, sondern besser nur vorsichtig am Rücken streicheln, heißt es.

Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress.
Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress. (Symbolbild) © ZUMA Wire/Imago
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt.
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt. (Symbolbild) © Mint Images/Imago
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen.
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich, dann kann eine Decke zum Schutz sinnvoll sein. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren.
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit.
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit. (Symbolbild) © photothek/Imago
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt.
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden.
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht. Doch gar keine Erziehung schadet dem Hund ebenfalls.
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht – doch gar keine Erziehung, schadet dem Hund ebenfalls. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person.
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste.
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Hunde richtig streicheln: Nicht die Körpersprache des Hundes ignorieren

Auch beim eigenen Hund kann es vorkommen, dass man ihn gern streicheln will und er das in dem Moment aber gar nicht möchte. Umso wichtiger ist es, auf die Körpersprache von Hunden zu achten. Ist das Tier gerade angespannt? Dann lassen Sie den Hund in Ruhe. Auch wenn seine Ohren nach hinten gerichtet oder seine Augen zugekniffen sind, kann das darauf hindeuten. Wendet er den Kopf von einem ab oder dreht sich sogar weg, ist das ein klares Zeichen. „Das Ausdrucksverhalten sollte man sehr genau kennen und man sollte Hunde beobachten“, erklärte die Hundeforscherin und Autorin Dorit Urd Feddersen-Petersen in einem bereits 2019 auf SWR.de veröffentlichten Interview zum Nachhören. Man solle den Hund auch nie von oben anfassen, sondern sich hinknien, um mit ihm auf gleicher Höhe zu kommunizieren, so ein weiterer Hinweis der Autorin in dem Beitrag.

Rubriklistenbild: © Imago/Shotshop

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