VonHannah Köllenschließen
Mit den ersten warmen Tagen des Jahres stellt sich auch die Frage nach dem richtigen Sonnenschutz. Experten raten davon ab, Sonnencreme aus dem Vorjahr zu nutzen.
Kassel – Wer kennt es nicht? Die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres locken nach draußen und schon geht die hektische Suche nach dem Sonnenschutz los. Meistens findet man noch ein wenig restliche Sonnencreme in einer Tube des vergangenen Sommers. Die wurde den Winter über vermutlich im Badezimmerschrank aufbewahrt. Doch kann alte Sonnencreme aus dem Vorjahr noch ohne Bedenken genutzt werden?
Die gute Nachricht ist: Grundsätzlich ist Sonnencreme, ähnlich wie andere Kosmetikprodukte – nämlich 30 Monate lang haltbar. Das gilt in der gesamten Europäischen Union, teilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit. In diesen Fällen müssen Hersteller kein Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung angeben.
Sonnencreme nach Verfallsdatum besser nicht mehr benutzen
Die 30 Monate gelten allerdings nur für Cremes, die noch nicht geöffnet sind. Wurde die Creme einmal benutzt, muss sie schneller aufgebraucht werden. Auf den meisten Produkten findet sich ein sogenanntes Tiegelsymbol, berichtet die Apothekenumschau. So finde man auf vielen Verpackungen ein „12M“, das für 12 Monate stünde.
Einmal geöffnet, könne diese Creme laut Hersteller also für den Zeitraum von einem Jahr genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist ein guter Umgang mit der Packung. Sie sollte beispielsweise nicht extremer Hitze ausgesetzt sein.
Hilfreich ist es, das Datum auf der Verpackung zu notieren, an dem die Creme zum ersten Mal genutzt wurde. So behält man besser den Überblick, bis wann die Creme noch problemlos genutzt werden kann. Am besten verwendet man hierfür einen wasserfesten Stift, rät die Apothekenumschau.
Warum Sonnenschutz so wichtig ist und welche Sonnencreme die richtige für den eigenen Hauttyp ist, erklärt der Fritzlarer Dermatologe Dr. Baschar Malek im Interview.
Schutzfunktion beeinträchtigt: Sonnencreme zügig aufbrauchen
Also kann eine offene Packung Sonnencreme aus dem vergangenen Sommer bedenkenlos weiterverwendet werden? Lieber nicht, sagt Hautarzt Professor Eckhard Breitbart aus Buxtehude gegenüber der Apothekenumschau. In Verbindung mit Sauerstoff könnten sich durch Oxidation Inhaltsstoffe der Creme verändern und die Schutzfunktion beeinträchtigen, sagt der Experte.
Vor allem bei Produkten mit dem chemischen UV-Filter Octocrylen sei Vorsicht geboten, berichtet die Apothekenumschau. Bei längerer Lagerung könne sich hier das als möglicherweise krebserregend eingestufte Molekül Benzophenon bilden.
Die richtige Anwendung von Sonnencreme ist wichtig, um einen optimalen Sonnenschutz zu gewährleisten. Diese Regeln gelten laut Ökotest, um sich gut vor den Strahlen zu schützen:
- Sonnencreme großzügig auftragen: Ausreichend Creme auf der Haut ist eine Voraussetzung dafür, dass das Produkt wie versprochen vor der Sonneneinstrahlung schützt. Als Faustregel gilt: Drei bis vier Esslöffel benötigt ein erwachsener Mensch, um sich am ganzen Körper ausreichend einzucremen
- Spätestens alle zwei bis drei Stunden sollte der Sonnenschutz aufgefrischt werden. Zur Orientierung: Wird der Lichtschutzfaktor (LSF) mit 10 multipliziert, erhält man die Zeit, die man maximal in der Sonne bleiben sollte. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte hiervon jedoch 1/3 abgezogen werden
- Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen sollte der Sonnenschutz unbedingt erneuert werden
- Ein Sonnenschutz ist spätestens ab dem UV-Index 3 notwendig
- Sonnenschutz auch an wolkigen Tagen auftragen. 90 Prozent der UV-Strahlen dringen durch die Wolkendecke
- Beim Eincremen keine Stelle vergessen: Auch Hände, Füße und der Rücken wollen geschützt werden
Was tun, wenn man zu lange in der Sonne war? Diese Tipps helfen bei einem Sonnenbrand – in manchen Fällen muss sogar ein Arzt aufgesucht werden.
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