Laut Auswertung

Extrem gestiegene Neuwagenpreise: Nur noch 21 Modelle unter 20.000 Euro

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Eine aktuelle Untersuchung zeigt: In Deutschland sind lediglich noch 21 Automodelle unter 20.000 Euro erhältlich. Nur ein einziges stammt von einem deutschen Hersteller.

Schon der Führerschein stellt für viele Menschen heutzutage eine große finanzielle Herausforderung dar – bis man die Fahrerlaubnis in der Tasche hat, können mittlerweile schnell um die 4.000 Euro zusammenkommen. Und auch die Anschaffung eines eigenen Autos geht inzwischen richtig ins Geld. Vor allem dann, wenn man gerne einen Neuwagen hätte: Laut einer Analyse von Auto, Motor und Sport (AMS) gibt es inzwischen in Deutschland kein neues Auto mehr für weniger als 10.000 Euro. Und selbst unter 20.000 Euro stehen nur noch 21 Modelle zur Verfügung.

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Nur ein einziges deutsches Modell unter der 20.000-Euro-Grenze

Erst kürzlich hatte der ADAC Alarm geschlagen, weil speziell Kleinwagen unverhältnismäßig teuer geworden seien. Lediglich drei Modelle seien noch für weniger als 15.000 Euro zu haben, im Jahr 2023 waren es immerhin noch vier gewesen. Listet man alle Motorvarianten, der von AMS ermittelten 21 Modelle auf, die unter 20.000 Euro liegen, so kommt man auf insgesamt 30 Varianten. Darunter ist mit dem VW Polo 1.0 lediglich ein deutsches Modell. Der Polo wird allerdings in Südafrika gebaut und liegt mit einem Listenpreis von 19.835 Euro auch nur sehr knapp unter der 20.000-Euro-Grenze.

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Eine Mercedes E-Klasse
Mercedes E-Klasse (Baureihe 210): Im Mai 1995 wurde die zweite Generation der Mercedes E-Klasse vorgestellt – und die neue, rundliche Designsprache sorgte für Aufsehen. Vor allem an die elliptischen Doppelscheinwerfer musste sich der ein oder andere erst einmal gewöhnen, die Front bekam den Spitznamen „Vieraugengesicht“. © Mercedes-Benz
Ein BMW Z3
BMW Z3: Der Z3 war der erste BMW, der komplett und ausschließlich außerhalb von Deutschland gebaut wurde – er lief ab 1995 im neuen Werk in Spartanburg (USA) vom Band. Seinen ersten Einsatz hatte er im Dienste von James Bond – er debütierte im Blockbuster „GoldenEye“. Ab Sommer 1998 bekam der Roadster auch eine Coupé-Variante zur Seite gestellt. © BMW
Ein Fiat Barchetta
Fiat Barchetta: Der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie „kleines Boot“ oder „Bötchen“. Der Zweisitzer schwamm auf der 1990er-Jahre-Roadster-Welle mit, die vor allem durch den Mazda MX-5 ausgelöst worden war. © Fiat/Stellantis
Ein Peugeot 406 Coupe
Peugot 406: Im Herbst 1995 trat der er 406 die Nachfolge des Peugeot 405 an. Das französische Mittelklasse-Fahrzeug gab es als Limousine, Kombi – und, wie hier auf dem Bild zu sehen, als Coupe-Version. © Heritage Images/Imago
Ein Ferrari F50
Ferrari F50: Mit dem F50 feierte Ferrari im Jahr 1995 das 50-jährige Bestehen des Unternehmens. Selbst, wenn man genügend Geld auf dem Konto hatte (damals rund 380.000 Euro Neupreis) war nicht garantiert, dass man den 520 PS starken V12-Mittelmotor-Supersportwagen auch bekam: Ferrari verkaufte den F50 nur an ausgewählte Kunden. Offiziell wurden bis 1997 gerade einmal 349 Exemplare gebaut. © Dreamstime/Imago
Zwei VW Sharan
VW Sharan: Der Sharan entstand in einer Gemeinschaftsentwicklung mit Ford. Als der Van im Sommer 1995 auf den Markt kam, war er zunächst nahezu baugleich mit dem Ford Galaxy. Zielgruppe waren junge Familien. © Volkswagen
Zwei Porsche 911 Turbo
Porsche 911 Turbo (993): Als Topmodell der Porsche-911er-Modellreihe 993 kam 1995 der Turbo auf den Markt. Mit dem dicken, feststehenden Flügel war er auf der Straße auch ziemlich leicht zu erkennen. © Porsche
Ein Alfa Romeo 146
Alfa Romeo 146: Der Alfa Romeo 146 kam 1995 als fünftüriges Schwestermodell des Alfa Romeo 145 auf den Markt. Besonderes Designmerkmal ist die Mischung aus Stufen- und Steilheck. ©  Alfa Romeo/Stellantis
Ein Renault Sport Spider
Renault Sport Spider: Ursprünglich wurde das Fahrzeug für den Rennsport entworfen – von Frühjahr 1995 bis Herbst 1999 wurde er aber auch als Straßenversion gebaut. Der Renault Sport Spider zählt zu den spektakulären Highlights des H-Kennzeichen-Klassiker-Jahrgangs 2025 – nur knapp 1.500 Exemplare wurden gebaut. © Renault
Ein Lancia Y
Lancia Y: Mit seinem extravaganten Design setzte sich der Lancia Y deutlich von der Kleinwagen-Konkurrenz ab. Und dazu nicht nur von außen: Im Innenraum sorgten die mittig auf dem Armaturenbrett angeordneten Instrumente für das „spezielle“ Etwas. © Lancia/Stellantis
Ein Diablo VT Roadster.
Lamborghini Diablo VT Roadster: Der Countach-Nachfolger Diablo kam bereits 1990 auf den Markt. 1993 schob Lamborghini dann mit dem VT (Visco Traction) eine Allradversion des 492 PS starken V12-Geschosses nach. Noch einmal zwei Jahre später folgte dann die Roadster-Variante. © Lamborghini
Ein Volvo V40 und ein Volvo s40
Volvo S40/V40: Mit dem S40 (Limousine) leitete Volvo ab Herbst 1995 eine neue Designsprache ein. Kurz darauf kam die besonders in Deutschland beliebte Kombi-Version V40 auf den Markt. Produziert wurden die „Schweden“ in einem Werk in den Niederlanden. © Volvo
Ein Citroën Xantia
Citroën Xantia Break: Zwei Jahre nach der Xantia-Limousine kam 1995 auch die Kombi-Variante namens Break auf den Markt. 2001 endete die Xantia-Produktion – im Iran jedoch wurde das Fahrzeug in einer einfachen Variante aber noch in Lizenz bis 2010 weiterproduziert. © Citroën/Stellantis
Ein Chrysler Grand Voyager
Chrysler Voyager: Im Frühjahr 1995 kam die dritte Generation des Chrysler Voyager auf den Markt. Den Van gab es in zwei Ausführungen: Der Grand Voyager bot durch seine größeren Abmessungen im Innenraum mehr Platz. © Chrysler Brand Heritage
Ein Fiat Brava
Fiat Brava: Bei diesem Auto kam es auf den letzten Buchstaben an: Der Fiat Brava war ein kompakter Fünftürer, der kürzere Dreitürer ging als Fiat Bravo an den Start. © Fiat/Stellantis

Die drei günstigsten Modelle stammen allesamt von Dacia

Der Analyse zufolge ist aktuell das günstigste Auto auf dem deutschen Markt der Dacia Sandero SCe 65 mit einem Listenpreis von 12.400 Euro. Auch Platz 2 und 3 belegt der Sandero mit stärkeren Motorvarianten für je 13.250 Euro. Erst auf Platz 4 findet sich ein Nicht-Dacia: Der Mitsubishi Space Star 1.2 mit einem Listenpreis in Höhe von 13.590 Euro. Vor fünf Jahren sah es bei den Preisen noch ganz anders aus: Bis 2019 bekam man laut AMS wegen der hohen Rabatte einen fabrikneuen Renault Twingo für 8.000 Euro, einen Ford Focus oder Hyundai i30 mit Tageszulassung für 13.000 Euro, einen VW e-Up für 15.000 Euro (dank Prämie) und sogar einen Mazda MX-5 oder Mini für 18.000 Euro.

Ein günstiger Neuwagen ist in Deutschland schwer zu finden – nur noch 21 Modelle liegen unter der 20.000-Euro-Grenze. (Symbolbild)

Dass Neuwagen immer teurer werden, hat verschiedene Gründe – unter anderem spielt eine Rolle, dass Hersteller viele Einstiegsversionen (beispielsweise Zweitürer) inzwischen nicht mehr anbieten. Auch dass immer mehr Sicherheitsausstattung in Fahrzeugen zur Pflicht wird, lässt die Preise steigen. Das Problem der extremen Preissteigerung betrifft aber nicht nur Autos – auch Ersatzteile haben sich in den vergangenen zehn Jahren extrem verteuert.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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