VonJulia Hanigkschließen
Die Spargelkarte eines Restaurants sorgte im Netz für einige Diskussionen. Wie viel darf Spargel kosten? Gleich mehrere Nutzer verteidigen die Gerichte.
Meckel – Mit dem Frühling kommt auch die Spargelzeit. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Fakt ist aber: Frischer Spargel ist von April bis Juni das begehrteste Saisongemüse. 2021/2022 wurden in Deutschland laut Bundeszentrum für Ernährung pro Kopf 1,6 Kilogramm frischer Spargel verbraucht. Ein Gasthaus in Meckel (Rheinland-Pfalz) sorgte mit seiner Spargelkarte jetzt auf jeden Fall für Aufmerksamkeit im Netz. Gleich mehrere Kommentierende mussten das Restaurant in Schutz nehmen.
Gasthof veröffentlicht Spargel-Preise – Gäste laufen Sturm
Wie viele Restaurants setzt auch das Gasthaus Herrig offenbar auf saisonale Kost – und da darf natürlich derzeit auch der Spargel nicht fehlen. „Frischer Spargel – Ein Hochgenuss!“, verkündet das Restaurant daher voller Freude, dass es eine neue Karte hat auf Facebook. Auf einem Foto finden sich die gelisteten (Spargel-)Gerichte samt Preise, wie etwa eine Spargelcremesuppe mit Croûtons und Schnittlauch für 6,90 Euro als Vorspeise. Oder lauwarmer Spargel in Gemüsevinaigrette für 13,90 Euro. Als Hauptspeise gibt es 500 Gramm Spargel mit Butterkartoffeln und Sauce hollandaise für 23,90 Euro – wer dazu eine Eifeler Lachsforelle möchte, zahlt 32,80 Euro.
„Da vergeht mir der Appetit“: Gäste sauer über neue Restaurantkarte
Dazu erklärt das Gasthaus Herrig seine Zubereitungsart und woher die Zutaten stammen: „Unser Spargel kommt aus der Pfalz und wird ‚Sous Vide‘ gegart, er hat nie Wasser gesehen. Die Hollandaise ist natürlich ganz traditionell hausgemacht.“
Den abschließenden Wunsch „Viel Spaß damit“, können aber offenbar nicht alle potenziellen Kunden nachempfinden. „Seid ihr noch ganz fix!“, schreibt ein wütender Gast. Jemand anderes ergänzt: „Wenn Vorspeisen mittlerweile zum Hauptspeisenpreis angeboten werden, da vergeht mir der Appetit.“ Ein Mann schreibt entrüstet: „Dann lade ich ein paar Freunde ein und koche lieber selbst .......“
Gäste verteidigen Restaurant vor bösen Kommentaren
Das Restaurant antwortet auf die Entrüstung mit einer detaillierten Erklärung, wie die Preise zustande kommen: „Für die Menschen, die ohne Vorarbeit ein paar gesellige Stunden unter Freunden erleben möchten, sind wir Gasthäuser da. Keiner wird gezwungen, ein Gasthaus zu betreten. Aber auf hart arbeitende Gastwirte draufhauen und meckern, das geht immer.“
Bei so viel Gegenwind springen mehrere Kommentatoren auch direkt für das Restaurant in die Presche: „Echt schade, dass solche Postings immer gleich in ein Bashing ausarten. Das ist eine echt tolle Karte mit schönen Gerichten aus guten Produkten. Gasthaus Herrig, lasst euch nicht beirren“, schreibt ein User. Und weiter: „Wenn jemand nicht bereit ist, die aufgerufenen Preise zu zahlen, dann wird es eben nicht euer Gast. Alle anderen werden es genießen.“
Jemand anderes fügt hinzu: „Ihr macht einen tollen Job. Lasst euch nicht beirren! Wer eure Arbeit nicht wertschätzt, muss ja nicht zu euch kommen.“ Das freut natürlich auch die Inhabenden des Gasthauses. „Das sehen wir genauso“, antworten sie.
Regionaler Spargel im April am teuersten
Der Einkaufspreis ist für Spargel im April traditionell am höchsten, heimischer Spargel ist noch teuer und weniger verfügbar. Regionaler Spargel erster Wahl, wie von der Restaurantkarte, kostet laut agrarheute.com in Berlin und Brandenburg derzeit etwa 19,90 Euro/kg im Supermarkt. Die Ware aus Griechenland, Peru oder Spanien wird demnach mit 5,98 Euro/kg deutlich günstiger angeboten.
2023 kostet der Spargel laut dem Statistischen Bundesamt im April 34,6 Prozent mehr als im Mai. Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft kostete der Spargel 2023 im Durchschnitt 8,58 Euro/kg. Für das Jahr 2024 rechnen Erzeuger mit ähnlichen Preisen. (jh)
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