Böller-Alarm

Feuerwerk versetzt blindes Pferd in Panik: Vierbeiner in Fluss gefangen

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Silvesterböller versetzen Pferd Johnny in Angst und Schrecken. Panisch rennt der blinde Hengst davon, bis er auf einmal im kalten Wasser gefangen ist.

Als das Unglück seinen Lauf nimmt, sind es noch weit mehr als 24 Stunden bis Silvester. Und trotzdem fliegen die ersten Raketen durch die Luft und das Knallen von Böllern ist bis in die Ferne zu hören. Für Pferde und andere Tiere beginnt die vermeintlich stressigste Zeit im Jahr. Genau wie für den blinden Johnny Cash, der in Gesellschaft von drei weiteren Pferden und zwei Eseln auf einer Koppel steht.

Feuerwerk versetzt blindes Pferd in Panik: Vierbeiner in Fluss gefangen

Rettung mit Einfühlungsvermögen: Ein Taucher führt den blinden Johnny sicher ans Ufer.

Bereits am Donnerstagabend ist der Pferdebesitzerin Christina Hemford aufgefallen, dass in der Nähe der Tiere viel Feuerwerk gezündet wurde. Die Vierbeiner haben auf sie einen nervösen und ängstlichen Eindruck gemacht, wie sie gegenüber dem Lokalblatt HAZ Seelze sagt. Am nächsten Morgen dann der Schock: Der Koppelzaun ist durchbrochen und von Johnny Cash fehlt jede Spur. Das Ohrenspiel und die Ohrenhaltung von Pferden verrät viel über ihre Emotionen.

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Kurz darauf wird die Ortsfeuerwehr Seelze und Döteberg mit dem Alarmstichwort „ht1-Tierrettung Großtiere“ „Pferd in Leine“ alarmiert. Denn der 15-jährige Appaloosa ist etwa einen Kilometer von seiner Koppel entfernt im kalten Wasser der Leine gefangen. Aus Angst vor den Silvesterböllern muss das blinde Pferd in den Fluss geraten sein und hat sich dann auf eine Sandbank gerettet. Wie eine Studie zeigt, hat jedes fünfte Pferd Angst vor Lärm.

Feuerwerk versetzt blindes Pferd in Panik: Taucher führt Johnny ans Ufer

Bis zum Bauch steht der Vierbeiner sichtlich unterkühlt und zitternd im Wasser, berichtet Seelzes Feuerwehrsprecherin Ursula Krüger. Da Johnny blind ist und nur auf Gehör reagiert, entschließen sich die Feuerwehrleute dazu, nicht mit einem Boot an den Vierbeiner heranzufahren, sondern lassen einen Taucher zu ihm. Behutsam streift er Johnny ein Halfter über und führt ihn sicher aus dem Fluss heraus. Nicht im Fluss, sondern in einem Pool landete dieses Pferd.

Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Pferd in Panik: „Bitte brennt kein Feuerwerk in der Nähe von Weiden ab“

Neben der Ortsfeuerwehr Seelze sind auch Angehörige der Ortsfeuerwehren Dedensen, Döteberg, Letter und Lohnde mit insgesamt 27 Leuten und sechs Fahrzeugen im Einsatz. Außerdem sind die Polizei und ein Rettungswagen vor Ort. Gegen 10.30 Uhr nimmt der Einsatz ein glückliches Ende: „Das ist alles unkompliziert gelaufen, schweres Gerät wurde nicht benötigt“, sagt Ursula Krüger. Etwas schwieriger gestaltete sich hingegen die Rettung einer blinden Stute, die wenig später übers Land fliegt.

Dass Johnny die Strapazen gut und ohne Verletzungen überstanden hat, freut die Besitzerin. Während sich ihr Vierbeiner im Stall aufwärmt, appelliert sie an alle: „Bitte brennt kein Feuerwerk in der Nähe von Weiden ab.“

Rubriklistenbild: © Ortsfeuerwehr Seelze

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