Halbwegs erschwinglich

Bezahlbare Elektroautos: Fünf Stromer in Aussicht, die nicht mehr die Welt kosten

Wer mit einem Elektroauto fahren will, muss tief in die Tasche greifen. Doch so langsam rollt eine neue Generation von halbwegs bezahlbaren Stromern an.

Die Zeiten, in denen man für weniger als 20.000 Euro ein vollwertiges und alltagstaugliches Erstauto bekommen hat, sind schon lange vorbei. Nicht umsonst kostet der VW Golf, immerhin jahrzehntelang das Auto schlechthin, mittlerweile mindestens 29.275 Euro – und das ist ein Verbrenner. Nur noch vier Neuwagen sind für weniger als 15.000 Euro erhältlich. Wer elektrisch und damit mit dem Trend fahren möchte, der muss noch viel tiefer in die Tasche greifen. Erst recht, nachdem die Bundesregierung die Förderung für Elektroautos ersatzlos gestrichen hat.

Ja, alle Welt wartet auf die Billigware aus China, die Elektromobilität irgendwann erschwinglich machen sollen. Doch nur, weil im Reich der Mitte eine ganze Reihe elektrischer Kleinwagen für kleines Geld auf der Straße sind, müssen die noch lange nicht nach Europa kommen. Denn die Anforderungen sind zu hoch und die Gewinnaussichten zu niedrig, als dass es die Hersteller damit besonders eilig hätten. Dafür allerdings sind mittlerweile die Konkurrenten in der alten Welt aufgewacht und haben die ersten Autos angekündigt, mit denen Elektromobilität tatsächlich bürgernah und bezahlbar werden könnte. Allerdings wird das zum Teil noch ein wenig dauern. Worauf es sich zu warten lohnt? Fünf Beispiele.

Citroën C3: Maximal sind 135 km/h möglich – doch der Preis ist heiß

Der elektrische Citroën C3 startet im Frühjahr 2024 bei 23.300 Euro. Nächstes Jahr soll eine weiter abgespeckte Version auf den Markt kommen, die ab 19.900 Euro zu haben sein soll.

Mit der Ente haben sie es schon einmal geschafft und ein ganzes Land mobilgemacht. Diese Idee des mobilen Minimalismus und der Beschränkung auf das Wesentliche übertragen die Citroën-Ingenieure jetzt mit dem neuen C3 ins Elektrozeitalter und wollen den Kleinwagen so zum ersten europäischen Preisbrecher machen. Gute vier Meter lang und – natürlich – wie ein SUV gezeichnet, fährt er mit seinem 44 kWh großen Akku zwar bis zu 320 Kilometer weit, schafft dafür aber zum Beispiel nur maximal 135 km/h. Los geht es in diesem Frühjahr für bereits ziemlich konkurrenzlose 23.300 Euro, und das ist erst der Anfang. Denn im nächsten Jahr folgt eine weiter abgespeckte Version, die dann tatsächlich nur noch 19.900 Euro kosten soll.

Renault Twingo: Neuauflage als Stromer soll 2025 kommen

Im Jahr 2025 soll ein neuer Renault Twingo auf den Markt kommen – zu einem Startpreis von unter 20.000 Euro.

Renault kramt bei seiner Elektrifizierung tapfer in der Mottenkiste mit den charmanten Er-Volksmodellen und will die neue Mobilität damit genauso erschwinglich machen. Den Anfang macht dabei noch in diesem Jahr eine elektrische Neuauflage des R5, mit dem trotz etwa 400 Kilometern Reichweite die Preisgrenze von 25.000 Euro fallen sollen. Dann gibt’s eine Reinkarnation des R4 als charmantes SUV für die Stadtgesellschaft, bevor 2025 ein neuer Twingo – gezeichnet ganz im Stil des Originals – die Preisgrenze weiter nach unten drücken soll. Denn als erstes Modell unter der Ägide der neuen Konzernsparte Ampere soll er für unter 20.000 Euro starten. Möglich machen das die preiswerte Produktion in Slowenien, die im Konzernverbund mit Nissan und Mitsubishi auf riesige Stückzahlen ausgelegte Plattform und nicht zuletzt ein Verbrauch, der bei nur noch 10 kWh/100 Kilometern liegen soll und es daher entsprechend kleinere Batterien bedarf.

VW ID.1: Er soll um die 20.000 Euro kosten – kommt aber wohl erst Ende des Jahrzehnts

Nach dem ID.2 plant VW auch einen ID.1, der zu Preisen unter 20.000 Euro starten soll.

Auch in Wolfsburg haben sie erkannt, dass die elektrischen VW-Modelle alles andere als volkstümliche Preise haben – und deshalb tapfer den Rotstift gespitzt. Erste Früchte trägt das mit dem ID.2, der für das Jahr 2026 versprochen ist und bei einem Grundpreis „unter 25.000 Euro“ trotzdem volle Alltagstauglichkeit bieten soll – mit Platz für fünf und im besten Fall mit genügend Strom für mehr als 400 Kilometer. Aber die 25.000 Euro sind nur ein Etappenziel auf dem Weg zu mehr Volksnähe, hat VW-Chef Thomas Schäfer versprochen und einmal mehr bestätigt, dass die Niedersachsen unverdrossen und zuversichtlich an einem E-Auto für etwa 20.000 Euro arbeiten. Einziger Haken: Fertig werden sie damit wohl eher zum Ende als zur Mitte des Jahrzehnts.

Top 10: Die zehn beliebtesten Automarken in Deutschland im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Fiat 500
Platz 10 – Fiat: Die zum Stellantis-Konzern gehörende Marke Fiat hat es mit 76.535 neu zugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2023 in Deutschland auf den zehnten Platz geschafft. Damit kamen die Italiener auf einen Marktanteil (MA) von 2,7 Prozent. (Symbolbild) © Fiat
Fahraufnahme eines Hyundai Kona Electric
Platz 9 – Hyundai: Die Koreaner schafften es mit 106.381 Neuzulassungen im Jahr 2023 auf den neunten Rang. Hyundai bracht es damit in Deutschland auf einen Marktanteil von 3,1 Prozent. (Symbolbild) © Hyundai
Ein Ford Kuga
Platz 8 – Ford: Genau 116.578 Neuzulassungen konnte Ford im Jahr 2023 in Deutschland auf seinem Konto verbuchen. Das reichte im Jahresranking für den achten Platz und einen Marktanteil von 4,1 Prozent. (Symbolbild) © Ford
Fahraufnahme eines Seat Arona
Platz 7 – Seat: Mit 132.624 verkauften Fahrzeugen sicherte sich Seat den siebten Rang im Ranking des Jahres 2023. In Deutschland kamen die Spanier damit auf einen Marktanteil von 4,7 Prozent. (Symbolbild) © Seat
Fahraufnahme eines Opel Astra Electric Sports Tourer
Platz 6 – Opel: Der Autobauer Opel kam in Deutschland im Jahr 2023 auf 144.901 Neuzulassungen. Für den zum Stellantis-Konzern gehörenden Hersteller bedeutete das einen Marktanteil von 5,1 Prozent und Platz 6 im Jahres-Ranking. (Symbolbild) © Opel
Ein Skoda Kodiaq
Platz 5 – Skoda: Die zum VW-Konzern gehörende Marke Skoda brachte es in Deutschland im Jahr 2023 auf 168.561 Neuzulassungen. Die Tschechen kamen damit auf einen Marktanteil von 5,9 Prozent. (Symbolbild) © Skoda
Fahraufnahme eines BMW 5er
Platz 4 – BMW: Mit 233.160 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der Münchner Autobauer den vierten Platz im Jahres-Ranking. In Deutschland kam BMW damit auf einen Marktanteil von 8,2 Prozent. (Symbolbild)  © BMW
Fahraufnahme eines Audi Q8
Platz 3 – Audi: Die Marke mit den vier Ringen verbuchte in Deutschland 246.800 Neuzulassungen. Damit kamen die Ingolstädter im Jahr 2023 hierzulande auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent. (Symbolbild) © Audi
Fahraufnahme eines Mercedes-AMG GLC 63 S E Performance
Platz 2 – Mercedes: Im Jahresranking 2023 belegen die Stuttgarter mit 277.352 Neuzulassungen in Deutschland den zweiten Platz. Sie sicherten sich einen Marktanteil von 9,8 Prozent. (Symbolbild) © Mercedes
Fahraufnahme eines VW Golf
Platz 1 – Volkswagen: Insgesamt 519.089 Pkw der Marke VW wurden im Jahr 2023 neu zugelassen – damit kamen die Wolfsburger in Deutschland auf einen Marktanteil von 18,2 Prozent und sicherten sich den ersten Platz. Einer der Bestseller ist nach wie vor der Golf. (Symbolbild) © Volkswagen

Fiat Panda: Bärenstarkes Billigmodell

Bei Fiat ist angeblich eine elektrische Neuauflage des Panda in Planung, die sich technisch stark am Konzernbruder Citroën C3 orientieren soll. Die Preise sollen deutlich unter 25.000 Euro starten.

Zwar hat Fiat mit dem elektrischen 500er bereits ein erfolgreiches und halbwegs bezahlbares Auto am Start, doch für eine Massenbewegung insbesondere daheim in Italien ist selbst der Cinquecento noch zu teuer. Deshalb planen die Italiener für diesen Sommer eine elektrische Neuauflage des Panda, der sich technisch stark am Konzernbruder Citroën C3 orientieren dürfte – und deshalb bei mehr als 300 Kilometern Reichweite ebenfalls deutlich unter 25.000 Euro starten sollte.

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Tesla Model 2: Preisschwelle von 25.000 US-Dollar – Doch wann kommt er?

Erst hat er die Elite elektrifiziert und sich dann in der Mittelklasse breitgemacht. Doch wenn Elon Musk mit seinen Teslas wirklich die Welt retten und den Verbrenner überflüssig machen will, dann braucht er ein Auto, das weniger kostet als die aktuell mindestens 42.990 Euro für das Model3. Das wissen sie auch in Kalifornien und schüren deshalb immer mal wieder die Gerüchte über ein Model 2, selbst wenn sie dem apokalyptischen CyberTruck erst einmal Vorrang eingeräumt haben. Immerhin hat Musk zuletzt wiederholt die Arbeiten an einem kompakten Modell bestätigt und eine Preisschwelle von 25.000 Dollar genannt. Nur einen Termin nennen die Amerikaner natürlich noch nicht. Schließlich will er sich nachher nicht wieder Verspätung vorhalten lassen. Deshalb muss man wohl kein übermäßiger Pessimist sein für die Annahme, dass die Ersten diesmal bei den letzten sein werden, wenn es um das bezahlbare Elektroauto für die breite Masse geht. (Benjamin Bessinger/SP-X)

Rubriklistenbild: © Citroën

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