Arbeitskampf der Gewerkschaft

Warnstreiks am Flughafen: Alle Abflüge vom BER gestrichen – das sollten Passagiere beachten

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Zum dritten Mal wird der Berliner Flughafen bestreikt. Betroffen sind vorrangig Starts. Doch auch bei Landungen könnte es zu Beeinträchtigungen kommen.

Berlin – Am heutigen Montag (24. April) geht für viele Beschäftige der Warnstreik in die nächste Runde: Die Gewerkschaft Verdi fordert flächendeckend höhere Reallöhne für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und rief zuletzt vermehrt zu Arbeitsausständen auf. Am Hauptstadt-Flughafen BER Berlin-Brandenburg „Willy Brandt” legten zahlreiche Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle und der Personal- und Warenkontrolle die Arbeit nieder.

Streik am Flughafen BER: Fluggäste sollen sich bei Airlines oder Reiseveranstaltern informieren

Damit bleibt zum Wochenstart der Flugverkehr in der Hauptstadt wohl größtenteils stehen. Wie Verdi-Gewerkschaftssekretär Enrico Rümker mitteilte, rührt sich in den Terminals des lange umstrittenen Berliner Flughafens seit 3.30 Uhr nichts mehr; sämtliche geplante Abflüge für den Tag sind gestrichen. „Auch ankommende Flüge können durch den Warnstreik von Ausfällen und Änderungen im Flugplan betroffen sein“, heißt es auf der Homepage des Flughafens.

Neben zahlreichen Linienflügen zählen auch etliche Ferienziele, wie Palma de Mallorca oder das türkische Antalya, zu den Flugverbindungen von BER. Damit könnte auch der Flugverkehr von Passagieren an anderen Flughäfen in Deutschland beeinträchtigt werden.

Fluggäste, die am Montag entweder von Berlin abfliegen wollten oder in BER planmäßig landen sollten, werden gebeten, sich bei Ihrer Fluggesellschaft oder dem jeweiligen Reiseveranstalter zu informieren. Doch Betroffene haben das Recht, auch im Falle des Flugausfalls befördert zu werden; etwa durch Umbuchungen auf andere Flughäfen sowie alternative Reisemöglichkeiten.

Streik am Flughafen Berlin: Bodenpersonal am Flughafen BER legt bis Mitternacht die Arbeit nieder

Verdi hat die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit bis Mitternacht niederzulegen. Die Gewerkschaft will damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, mit denen sie über Zuschläge für ungünstige Arbeitszeiten etwa am Wochenende und über Regeln zur Entlohnung von Überstunden verhandelt.

Am Montag (24. April) wird der Flughafen BER bestreikt. Es kann zu Einschränkungen im gesamten Flugverkehr kommen. Sämtliche Abflüge vom Hauptstadt-Flughafen aus sind gestrichen.

„Wir fordern den BDLS (Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen) noch einmal nachdrücklich auf, am 27. und 28. April ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und nicht weiter auf Zeit zu spielen“, sagte Wolfgang Pieper von der Gewerkschaft Verdi am Samstag zum laufenden Tarifkonflikt. Andernfalls seien weitere Streiks nicht ausgeschlossen. Das könnte dann vor allem die reise-intensive Zeit um Pfingsten treffen. Der Flughafenverband ADV kritisierte den Arbeitskampf als überzogen und rief zu einer schnellen Lösung am Verhandlungstisch auf.

Der Hauptstadt-Flughafen BER wird zum dritten Mal in diesem Jahr bestreikt, an weiteren Tagen waren die Passagiere am BER von Arbeitsniederlegungen an anderen Flughäfen indirekt betroffen. Beim Ausstand Mitte März fielen – wie jetzt auch – sämtliche Abflüge von Passagierflügen aus, beim Warnstreik Ende Januar konnte auch kein Flugzeug am BER landen. (dpa/rku)

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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