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Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch geht nur über verbalen Schlagabtausch. Welche Fragen Recruitern im Gedächtnis bleiben und wie man den Eindruck nachhaltig stärken kann.
Kassel – In der heutigen Wettbewerbssituation bei der Jobsuche ist es entscheidend, sich von anderen Bewerbern abzuheben. Neben einer überzeugenden Darstellung der eigenen Fähigkeiten spielen auch die Fragen, die am Ende des Gesprächs gestellt werden, eine entscheidende Rolle. Diese zeigen nicht nur Vorbereitung und Interesse am Unternehmen, sondern bieten auch Einblicke in die Rolle und die Unternehmenskultur. Eine Expertin enthüllt, wie gezielte Fragen den Unterschied machen können.
Beim Bewerbungsgespräch punkten: Die richtigen Fragen stellen
Eine Tiktokerin namens Cleo, bekannt als Karriere-Coach und Recruiterin, betont in einem Video die Bedeutung von Fragen am Ende eines Bewerbungsgesprächs.
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Die Expertin hebt insbesondere drei Fragen hervor, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen können.
- Fragen zum Team und der Zusammenarbeit:
Wie ist das Team strukturiert?
Welche Kommunikationswege werden bevorzugt?
Wie sieht die Zusammenarbeit im Alltag aus? - Erwartungen an die ersten Monate in der neuen Position:
Welche Ziele sollen in den ersten Monaten erreicht werden?
Welche Einarbeitungsmaßnahmen gibt es?
Wie wird der Erfolg in der Anfangszeit bewertet? - Eigenschaften des idealen Kandidaten für die Stelle:
Welche fachlichen Qualifikationen sind besonders wichtig?
Welche persönlichen Eigenschaften werden geschätzt?
Gibt es spezifische Fähigkeiten, die der ideale Kandidat mitbringen sollte?
Diese Fragen signalisieren nicht nur Engagement, sondern bieten auch einen umfassenden Einblick in die Anforderungen des potenziellen Arbeitgebers.
Tipps für das Bewerbungsgespräch: Niemals ohne Fragen gehen
Außerdem rät die Recruiterin dringend dazu, stets mindestens eine Frage im Bewerbungsgespräch zu stellen. Dies zeugt nicht nur von Engagement, sondern erleichtert auch eine fundierte Entscheidungsfindung auf beiden Seiten.
Bewerber, die keine eigenen Fragen stellen, könnten den Eindruck erwecken, unvorbereitet oder nicht ausreichend interessiert zu sein. Diese Gelegenheit sollte genutzt werden, um offene Punkte zu klären und gleichzeitig das eigene Interesse an der Position zu unterstreichen.
Wichtige Überlegungen vor dem Gespräch: So gelingt das Jobinterview
Vor dem Vorstellungsgespräch ist es entscheidend, sich über die Unternehmenskultur, die spezifischen Aufgaben und die Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren. Dies ermöglicht es, gezielte Fragen zu formulieren, die das Interesse und die Vorbereitung unterstreichen.
Indem man sich über diese Aspekte informiert, kann man Fragen vorbereiten, die über oberflächliche Informationen hinausgehen. Zum Beispiel kann man nach aktuellen Projekten des Teams oder nach den größten Herausforderungen des Unternehmens fragen. Solche Fragen zeigen nicht nur Interesse, sondern auch strategisches Denken seitens des Bewerbers.
Tabus bei einer Bewerbung: No-Go Fragen vermeiden
Laut der International Business School (CBS), einer staatlich anerkannte private Fachhochschule für Wirtschaft, können einige Fragen den falschen Eindruck hinterlassen und sollten vermieden werden. Dazu gehören Fragen zu Gehalt, Urlaub oder Fragen, die bereits im Gespräch beantwortet wurden.
Es ist wichtig, während des Gesprächs aufmerksam zuzuhören, um zu vermeiden, Fragen zu stellen, deren Antworten bereits gegeben wurden. Dies könnte Unvorbereitetheit oder Desinteresse signalisieren. Auch Fragen zu persönlichen Details wie Urlaubstagen oder Gehaltserhöhungen sollten vermieden werden, da sie den Fokus weg von den beruflichen Aspekten des Gesprächs lenken können.
Angemessene Kleidung: Dresscode für das Vorstellungsgespräch
Zur gründlichen Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch gehört auch die passende Garderobe. Arbeitgeber erwarten bei solchen Terminen eine gepflegte Erscheinung und adäquate Kleidung. Was genau als angemessen gilt, hängt jedoch stark von der jeweiligen Branche, der angestrebten Position und dem Unternehmen ab. Vorab sollte man sich über den firmenspezifischen Dresscode informieren, sei es über die Unternehmenswebsite, soziale Netzwerke oder durch persönliche Kontakte, rät die International Business School (CBS)
Eine Grundregel besagt: Je intensiver der Kundenkontakt und je höher die angestrebte Position, desto konservativer sollte die Kleidung sein. In Bereichen wie Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Unternehmensberatung sind dunkle Anzüge, Hemden und Krawatten für Männer sowie dezente Kostüme oder Hosenanzüge mit Bluse für Frauen üblich. In kreativeren Branchen wie Medien, Werbung oder Start-ups sind die Dresscodes oft lockerer, dennoch sollte Freizeitkleidung vermieden werden. Im Zweifelsfall gilt: Lieber zu formell als zu leger. (ls)
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