Treue Taube

Beste Freunde bis zum Tod – verletzte Taube sucht Hilfe bei junger Frau: „Das Verrückteste, was mir je passiert ist“

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Freundschaften zwischen Mensch und Tier erweichen immer wieder die Herzen von Tierliebhabern. Dass in diesem Fall nicht Hund oder Katze die Protagonisten sind, sondern eine Taube, ist außergewöhnlich.

Ein gewöhnlicher Abend vor etwas über einem Jahr, in einer gewöhnlichen Kneipe in Nottingham – und doch sollte er in Erinnerung bleiben: „Die Nacht, in der eine Taube in einer Kneipe auf meinem Schoß saß ....“ So beginnt TikTok-Userin Hannah (@realvintagedollshouse) die Geschichte über ihre besondere Begegnung, die ihr Leben verändern sollte. „Sie kam zu unserer Bank und hüpfte direkt auf meinen Schoß. Und bewegte sich für drei Stunden nicht mehr.“ Dass mit der Taube etwas nicht stimmte, erkannte Engländerin Hannah gleich.

Als sie von den Betreibern der Bar erfährt, dass die Taube schon zuvor versucht hatte, in den Pub zu laufen und dort verscheucht und getreten wurde, nimmt sie sich ihrer an: „Sie brauchte Hilfe, also brachte ich sie nach Hause.“ In einem Video, das bisher 3,4 Millionen Mal auf TikTok gesehen und fast 650.000 Mal mit einem Herz bewertet wurde, erzählt Hannah von ihrer ungewöhnlichen Begegnung.

Erste Tauben-Hilfe: Frau nimmt schwache Taube mit nach Hause

Am nächsten Morgen kann Hannah erleichtert aufatmen, denn die erste Nacht ist überstanden. Doch Hannah muss etwas Schlimmes feststellen: „Sie hatte Verletzungen von den Leuten, die sie getreten hatten.“ Also investiert die TikTokerin Zeit, Geduld und Liebe und widmet sich der kleinen Taube. Und siehe da: Die Hingabe zahlt sich aus und der noch namenlose Vogel beginnt, sich in seinem neuen Zuhause wohlzufühlen. Doch Hannah ist weiterhin unsicher: „Ich war immer noch nervös.“

Bis in einem TikTok-Live-Video etwas Unglaubliches geschieht: Hannah streckt den Arm nach ihrem Schützling aus – und der fliegt ihr zielgenau auf die Schulter. Ab diesem Zeitpunkt geschieht wahre Magie: „Unsere Story ging viral und sie ist nie von meiner Seite gewichen.“ Von nun an wird gemeinsam Zähne geputzt, geschminkt und Haushaltsarbeiten erledigt.

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Schwache Taube in Obhut: Sie wird auf den Namen Penny getauft

Die Internet-Community nimmt Anteil an Hannahs Geschichte und unterstützt sie mit wertvollen Tipps: „Im Internet sagte man mir, dass sie etwa drei Monate alt sei.“ Mit der Zeit integriert Hannah ihre neue Mitbewohnerin in ihr Leben. Gemeinsam finden die beiden sich im Alltag immer besser zurecht und Hannah nimmt die Taube sogar mit zu ihrer Mutter: „Sie hat meine Mutter kennen (und lieben) gelernt.“ Als feststeht, dass der kleine Neuankömmling so schnell nicht mehr verschwindet, feiert Hannah ein besonderes Fest und gibt ihrer Taube einen Namen: „Wir veranstalteten eine Gender Reveal Party und das Internet stimmte über ihren Namen ab … PENNY!“

Taube Penny liebt ihr neues Zuhause – und die Medien lieben sie

Als Hannah feststellt, dass Penny trotz ihrer Anhänglichkeit noch immer ein Vogel ist, der die Freiheit braucht und liebt, kauft sie ihr eine eigene Behausung: „Aber sie wurde größer und obwohl ich sie jeden Tag rausließ, brauchte sie etwas Besseres. Also habe ich ihr eine Voliere gekauft.“ Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Penny lernt nicht nur Hannahs Freund kennen (und verliebt sich auch in ihn), ihre Geschichte erobert auch die Welt im Sturm und Penny weiß mit ihrem neu erlangten Ruhm durchaus umzugehen: „Penny liebte die Kameras.“ Überrascht von der Anteilnahme an ihrer tierischen Erfolgsgeschichte, entscheidet Hannah, die gemeinsame Geschichte festzuhalten: „Ich entschied, ein Kinderbuch zu schreiben und bekam sogar einen Literatur-Agenten.“

„Aber das Leben ging weiter …“ – Taube Penny geht es schlechter

„Eines Tages erschrak sie und flog weg. Aber sie kam wieder nach Hause! Das tat sie vier weitere Male! Einmal flog sie sogar von einem Vogelschwarm weg, als ich ihren Namen rief.“ Während Penny lernt, mit ihrer Freiheit umzugehen, verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand zum ersten Mal: „Dann ging es Penny wirklich schlecht.“ Doch die TikTok-Gemeinschaft steht Hannah noch immer bei und weiß auch diesmal Rat: „Mithilfe von guten Freunden auf Social Media und Hausmitteln päppelte ich sie wieder auf.“ Als die genesene Taube ihr erstes Ei legt, bemalt Hannah es. Doch erneut gestaltet sich Pennys Gesundheitszustand schwierig, denn in ihrem Körper hatte sich ein Krebsgeschwür entwickelt. Diesmal ist es ernst und Hannah sucht einen Tierarzt auf, der Penny Antibiotikum verabreicht. Die Medikamente scheinen Wirkung zu zeigen und Hannahs Begleiterin scheint sich zu erholen.

@realvintagedollshouse Still the craziest thing to have happened to me... #pigeontok #crazypigeonlady #rescuestory #pigeonrescue #feedthebirds #rescuepigeon #animalkindness #1yearon ♬ stand by me - ꨄ

Pennys Leben gestaltet sich kompliziert – doch Hannah kämpft

Als die Gesetze zur Vogelgrippe in Kraft treten, wird es erneut kompliziert für die beiden besten Freunde: Hannah muss für Penny ein größeres Zuhause bauen, das gleichzeitig besser, aber auch ziemlich angeberisch wird. In „Penny‘s Palast“ kann sich die Taube auf großem Raum erholen und wenn ihr nach menschlicher Gesellschaft ist, steht ihr noch immer ihr Zuhause in Hannahs Haus zur Verfügung. Endlich blüht Penny wieder auf: „Vor Kurzem war ihr Geburtstag oder eher der Jahrestag ihrer Rettung. Und sie wurde total verwöhnt.“

TikTok-User schreiben Emotionales in die Kommentare

  • „Ihr Instinkt wusste, dass du die beste Chance für sie warst. Es ist traurig, dass sie Missbrauch ertragen musste, aber ich bin so froh, dass sie gedeiht und geliebt wird. ❤️“
  • „Ich könnte weinen, das ist so süß! Ich habe eine Taube gefunden, als ich mit den Hunden spazieren ging, und habe sie hochgehoben, damit die Hunde sie nicht verletzen, und sie ließ sich einfach von mir halten.“
  • „Ich habe mir jedes Mal Sorgen gemacht, wenn ein ‚aber‘ oder ‚war‘ (im Video) auftauchte 😭. Ich bin froh, dass sie gut versorgt ist und noch lebt.“

Hier kommen die tierischen Lebensretter: Elf Tiere, die Gefahren erkennen, bevor wir es tun

Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Fruchtfliegen riechen Brustkrebszellen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fliegen ein umfassendes Duftriechsystem haben. Für eine zuverlässige Diagnose muss nicht einmal ein Training erfolgen: Die Fruchtfliegen „erriechen“ die erkrankten Zellen einfach. (Symbolbild) © Daniel Naupold/picture alliance
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Riesenhamsterratten erkennen Tuberkulosebakterien am Geruch: Die Ratten, die etwa so groß sind wie Kaninchen, haben dementsprechend eine besonders lange Schnauze. Die Ausbildung zur „Riech-Ratte“ startet, wenn die Tiere vier Wochen alt sind. Dabei werden sie auf viele verschiedene Gerüche trainiert. Im Verlauf von sechs bis neun Monaten wird dann das Erkennen von Tuberkulosebakterien mit einem Klicker belohnt – auf das Geräusch folgt eine leckere Belohnung, beispielsweise eine Banane. Eine fertig ausgebildete Riesenhamsterratte überprüft in zweiter Instanz innerhalb von rund 20 Minuten mehr als 100 Proben auf Tuberkulose. Eine solche Karriere dauert bis zu sieben Jahren und hilft dabei, die Eindämmung der Infektionskrankheiten einzudämmen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Der beste Freund der Menschen kann gleichzeitig zu seinem Lebensretter werden. Denn: Hunde können Krebs erschnüffeln. Mit ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen gelingt es den Fellnasen oft, den Krebs zu erkennen, noch bevor der Patient Symptome entwickelt hat. Die Profi-Schnüffler haben eine Erfolgsrate von bis zu 72 Prozent und sind häufig Lebensretter, da beispielsweise Lungenkrebs nur im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Auch Diabetes, Epilepsie, Malaria, Parkinson oder COVID-19 können von Hunden durch ihr feines Riechorgan identifiziert werden. In der Pandemie hatten sich die Fellnasen außerdem beim Erriechen von Corona-Infektionen bewährt gemacht. Mit einer Genauigkeit von bis zu 94 Prozent waren ihre Ergebnisse präziser als die von manchen Antigen-Tests mit nur 72 Prozent. (Symbolbild) © Stephan Schulz/Imago
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
Hunde erkennen nicht nur beim Menschen Krankheiten. Auch bei anderen Tieren gelingt es ihnen, Erkrankungen zu erschnüffeln. Bei Cerviden (beispielsweise Rehe, Hirsche, Rentiere, Elche) können sie eine besonders grausame Krankheit feststellen: die Chronic Wasting Disease (CWD), eine infektiöse und degenerative Erkrankung, die das Gehirn der betroffenen Tiere befällt und tödlich enden kann. © blickwinkel/Imago
Eine getigerte Katze liegt entspannt auf einem Bett. Sie hat ihre Augen halb geschlossen und streckt die Beine von sich. Der Untergrund scheint ein Fell zu sein.
Einzelne Katzenbesitzer berichten immer wieder von den feinsinnigen Fähigkeiten ihrer Samtpfoten. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Katze Missy aus England: Sie soll sich wiederholt auf Frauchens Brust gelegt haben – und damit genau die Stelle gefunden haben, an der sich ein Tumor gebildet hatte. Eine andere, beinahe unheimliche Fähigkeit hat Kater Oscar aus den USA: Er wohnt in einem Seniorenheim und legt sich genau zu jenen Patienten aufs Bett, die nur noch wenige Stunden zu leben haben. Seine Prognosen sind derart präzise, dass das Personal sogar die Angehörigen informiert, sobald Oscar sich auf einem Bett einrollt. Wissenschaftliche Belege für diese Fähigkeiten gibt es bis dato keine. (Symbolbild) © Sabine Fallend/Imago
Eine mikroskopische Aufnahme zeigt einen Fadenwurm vor einem hellblauen Untergrund.
Kaum sichtbar und doch so wichtig: Fadenwürmer gelingt offenbar die Identifizierung von Krebs. In verschiedenen Studie hatten die Forschenden festgestellt, dass sich die Fadenwürmer auf Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebszellen zubewegten, während sie sich von den gesunden Zellen fernhielten. © blickwinkel/Imago
Ein länglicher Käfer sitzt auf einem Stück Holz. Sein Körper ist schwarz und hat größere weiße Punkte.
Keine Krankheit, aber ebenso eine lauernde Gefahr für Menschen: Waldbrände, die sich der Zivilisation oft rasend schnell nähern. Einige Käferarten, beispielsweise der Schwarze Kiefernprachtkäfer, besitzt die Fähigkeit, brennende Wälder aus bis zu 80 Kilometern Entfernung zu erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass er diese hören kann. Sein Mechanismus könnte sogar sehr viel schneller auf Brände ansprechen als industrielle Infrarotsensoren.(Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine Honigbiene fliegt vor grasgrünem Hintergrund eine lila Blüte an. Ihre Beine sind vollgepackt mit Blütenpollen.
Fleißig und hochmodern unterwegs: Honigbienen sind nicht nur in ihrer Funktion als Bestäuber unersetzlich, sondern haben sich auch während der Pandemie als nützlich erwiesen. Forscher haben 2021 herausgefunden, dass Bienen COVID-19 diagnostizieren können. Dank des Trainings, das nur wenige Minuten dauert, versprechen sich Experten hohe Erfolg im Kampf gegen Corona. In abgelegenen Gebieten könnten sie dazu beitragen, die Testmethodik zu erleichtern.  © Panthermedia/Imago
Mehrere dunkle bis schwarze Ameisen sind auf einem hölzernen Untergrund zu erkennen.
Die Grauschwarze Sklavenameise ist mehr als nur eine fleißige Arbeiterin. Sie kann Brustkrebszellen anhand des Urins erkennen. Nach einem Training setzt ihre feine Ameisennase nutzbringend ein. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine V-förmige Formation von Zugvögeln fliegt vor blauem Himmel in die Ferne.
Eine Fähigkeit, die viele Menschenleben retten könnte, wurde bei der Beobachtung der Flugrouten von Zugvögeln entdeckt. Auf eine abrupt geänderte Flugroute folgte beispielsweise einige Tage später ein Sturm in der observierten Region. Die Vögel erlangten demzufolge bereits früher Kenntnis über zukünftige Ereignisse. Damit sind sie als eine Art Frühwarnsystem im Besitz einer Ahnung, die uns Menschen vor zahlreichen Naturkatastrophen retten könnte. Forscher nehmen an, dass die Vögel den Infraschall wahrnehmen können, der von heftigen Stürmen produziert wird und von Menschen nicht wahrgenommen werden kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Eine große, pink-rosa Qualle, schwimmt in tiefblauem Wasser.
Und sie könnte die Erlösung von allen Krankheiten sein: Eine spezielle Quallen-Art, die Turritopsis dohrnii, begeistert die Welt der Wissenschaft. Ihre Besonderheit: Sie ist unsterblich. Hat die Qualle ihren Lebenshöhepunkt erreicht, stirbt sie nicht, sondern verwandelt sich wieder in ihren Anfangszustand. Der frische Lebenszyklus beginnt mit neuen Tentakeln und einem geschrumpften Körper. Die Qualle kann diesen Kreislauf beliebig oft wiederholen und gilt somit als unsterblich. Manche Forscher nehmen an, dass der Mensch diese Fähigkeit eines Tages übernehmen könnte. Hinweis: Die Qualle auf dem Foto ist keine Turritopsis dohrnii. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Am Ende ihres Videos dankt Hannah ihrer Taube Penny für das außergewöhnliche Jahr, das die beiden gemeinsam verbringen durften: „Es war ein tolles Jahr und ich würde nichts daran ändern. Danke, kleine Taube. Dafür, um Hilfe zu fragen und dafür, wieder zu vertrauen.“ Inzwischen hatte Hannah für Penny sogar einen eigenen TikTok-Kanal (@comeonlittlepigeon) eingerichtet und hielt ihre Fans darüber auf dem Laufenden. Dort berichtete sie unter Tränen ganz aktuell vom plötzlichen Tod ihrer geflügelten Freundin.

Rubriklistenbild: © realvintagedollshouse/TikTok

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