Putzen im Frühling

Frühjahrsputz in Haus und Wohnung: So können Sie chemische Reinigungsmittel einfach ersetzen

+
Das Frühlingswetter lädt zur Putzaktion ein. Dafür sind chemische Reinigungsmittel nicht notwendig. (Symbolbild)
  • schließen

Der Frühjahrsputz steht wieder an. Doch statt chemischer Reinigungsmittel können Hausmittel verwendet werden, die weniger schädlich sind.

Kassel – Mit dem Frühling kommt die Sonne. Im März 2022 ist es in Deutschland sogar so sonnig, dass der Sonnen-Rekord erstmals seit 70 Jahren geknackt werden könnte. Mit den frühlingshaften Tagen macht sich bei vielen auch der Wunsch nach einem ordentlichen und ausgedehnten Frühjahrsputz breit.

Für einen richtigen Frühjahrsputz steht dann direkt einiges auf dem Programm: Saugen, Böden und Ablagen abwischen, Fenster putzen, Bad reinigen, Backofen schrubben. Bei einigen wird vielleicht im selben Zug noch das Auto im Frühjahr geputzt. Um Schmutz und Keime gründlich zu entfernen, muss jedoch nicht zwangsläufig auf chemische Putzmittel zurückgegriffen werden. Es reichen oft einfache Hausmittel. Diese sind nicht nur besser für die Umwelt, sie schaden auch der eigenen Gesundheit nicht.

Chemische Reinigungsmittel sind beim Frühjahrsputz nicht notwendig

Vergleichsweise aggressive Reiniger wie stark saure oder alkalische Produkte können die Haut und empfindliche Oberflächen schädigen. Oft tragen sie das Zeichen „ätzend“ oder „reizend“. Es ist schlichtweg nicht nötig, stärkere chemische Reinigungsmittel zu verwenden. Marcus Gast vom Umweltbundesamt bestätigt dies: „Die Reinigung der Flächen mit einem normalen Reinigungsmittel reicht zumeist, um vorhandene Mikroorganismen ausreichend zu entfernen.“

Inhaltsstoffe wie Phosphonate, synthetische Polymere oder verschiedene Duftstoffe sind schwer biologisch abzubauen. Somit können sie sich in der Umwelt ablagern und Gewässerorganismen schädigen sowie Kläranlagen unnötig belasten. Hinzu kommt, dass Phosphor- oder Stickstoffverbindungen zu einer Überdüngung der Gewässer (⁠Eutrophierung⁠) führen können. Darum sollten Reinigungsmittel im Idealfall möglichst frei von derartigen Stoffen, zumindest jedoch arm an ihnen sein.

Haus putzen: Mit diesen Hausmitteln können Sie chemische Reinigungsmittel ersetzen

So reichen vier Mittel völlig aus, um den Frühjahrsputz in Angriff zu nehmen, wie das Umweltbundesamt auf seiner Webseite schreibt. Diese sind Allzweckreiniger, Handspülmittel, Sanitärreiniger mit Zitronensäure und Küchenreiniger wie Scheuermilch. Spezielle Textilien aus Mikrofaser wirken wie eine feine Bürste und unterstützen die Reinigung. Grundsätzlich gilt: Kräftiges Scheuern kann einiges an Chemie einsparen. Aber auch die Putzlappen sollten häufiger gewechselt oder ausgekocht werden.

  • Tipps zum nachhaltigen Fensterputzen:
  • Essig mit Wasser im Verhältnis eins zu eins mischen
  • Die Mischung in eine leere Sprühflasche geben
  • Wie gewohnt putzen
  • Mit Zeitungspapier oder Tuch trocken wischen

Auch gegen Schlieren und Streifen beim Putzen von Fenstern sind chemische Putzmittel nicht die optimale Lösung. Hier helfen etwas Essig, Spiritus, Natron oder Zitronensaft im Putzwasser bereits weiter. Die Scheiben sollten dann mit Zeitungspapier oder einem Tuch getrocknet werden. Ausrangierte Nylonstrümpfe entfernen ebenfalls hartnäckigen Schmutz. Verkalkte Fliesen und Armaturen im Bad lassen sich mit einem Schuss Essigessenz im Wasser im Verhältnis von eins zu zwei oder Zitronensäure – bis zu zwei Teelöffel auf einen Liter Wasser – reinigen. Auch Schimmel in der Dusche lässt sich mit Essig entfernen.

Frühjahrsputz: Welche Hausmittel sind ein guter Ersatz für chemische Reinigungsmittel?

Besonders empfehlenswert sind laut Umweltbundesamt Reinigungsmittel mit dem EU-Umweltzeichen Euroblume oder mit dem Blauen Engel. Produkte mit diesen Siegeln unterliegen im Vergleich zu konventionellen Produkten strengen Auflagen bei der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit, die waschaktiven Substanzen müssen biologisch abbaubar sein. Produkte mit Blauem Engel sollen darüber hinaus nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau verwenden und den Verpackungsabfall reduzieren. Aber auch hier gilt eines: weniger ist mehr. Beim Verwenden von extrem viel Putzmittel hilft auch das Umweltzeichen nichts mehr.

Doch es gibt auch Lebensmittel, die beim Frühjahrsputz helfen können. Statt chemischer Reinigungsmittel können beispielsweise Kartoffelschalen verwendet werden, wie Chip schreibt. Die feuchte Seite der Schale kann zum Reinigen von Edelstahl-Spüle oder dem Ceranfeld verwendet werden. Einfach mit der Schale über die Fläche wischen und danach etwas einwirken lassen und abwischen. Einfach und umweltfreundlich. (fh/afp)

Kommentare