Hohe Durchfallquote

Führerscheinprüfung: Fast 40 Prozent der Fahrschüler fallen durch die Theorie

  • schließen

Die Zahl der Führerscheinprüfungen erreichte 2022 ein Rekordniveau – aber auch die Durchfallquote. Bei der praktischen Prüfung gilt der immer dichter werdende Verkehr als ein Hauptgrund dafür.

Noch immer bedeutet der Führerschein für viele junge Menschen ein Stück Freiheit. Speziell auf dem Land verringert er die Abhängigkeit vom „Elterntaxi“ erheblich. Ein Führerschein kann ordentlich ins Geld gehen – immer abhängig davon, wie viele Fahrstunden man benötigt und wie oft man durch die Prüfung fällt. Und für sehr viele Fahrschüler wurde es im Jahr 2022 richtig teuer: Die Durchfallquoten sind auf Rekordniveau.

Führerscheinprüfung: Fast 40 Prozent der Fahrschüler fallen durch die Theorie

Wie der TÜV Verband berichtet, wurden im Jahr 2022 so viele Führerscheinprüfungen durchgeführt, wie noch nie: 1,76 Millionen praktische Prüfungen in allen Führerscheinklassen. Eine Steigerung um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den theoretischen Prüfungen waren es sogar 1,81 Millionen (plus 5,3 Prozent). Allerdings stiegen auch die Durchfallquoten in bislang unerreichte Höhen.

Die Durchfallquote bei der praktischen Fahrprüfung lag im Jahr 2022 bei 37 Prozent. (Symbolbild)

Führerscheinprüfung: Beim praktischen Teil müssen 37 Prozent erneut antreten

In der theoretischen Prüfung fielen – über alle Führerscheinklassen hinweg – 39 Prozent der Fahrschüler durch. Zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, und sogar zehn Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2013. Damals hatten 29 Prozent die Theorieprüfung nicht bestanden. Die Durchfallquote bei der praktischen Prüfung (inklusive Führerschein mit 17) lag wie im Vorjahr bei 37 Prozent. Zehn Jahre zuvor hatte sie noch bei 32 Prozent gelegen. Wer die Prüfung besteht, erhält seinen Führerschein zunächst auf Probe.

Unbekannte Verkehrszeichen? Ob Sie die Bedeutung von allen Schildern kennen?

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Das Verkehrszeichen für den Überholverbot dürfte allen Autofahrern bekannt sein. Dieses neue Straßenschild ist eine Abwandlung dessen. Es gilt explizit als Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen. Das bedeutet in Straßenabschnitten, die mit diesem Verkehrszeichen ausgeschildert sind, dürfen mehrspurige Fahrzeuge (Autos, LKWs) keine Motorräder oder Fahrräder überholen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch dieses Straßenschild dient dem Schutz von Fahrradfahrern. Es markiert einen Bereich, der als Fahrradzone gilt. Das bedeutet für Autofahrer, dass sie ab diesem Schild maximal mit Tempo 30 km/h fahren dürfen. Außerdem dürfen sie den Radverkehr weder gefährden noch behindern. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mal Hand aufs Herz: Vermutlich haben viele Radfahrer ohnehin von dieser Regelung Gebrauch gemacht - auch wenn sie bislang als Verstoß gewertet wurde. Jetzt ist das rechts Abbiegen an einer roten Ampel offiziell erlaubt - zumindest dort, wo der Grünpfeil für Radfahrer das kennzeichnet.  © Bundesanstalt für Straßenwesen
Abbiegepfeil für Autofahrer
Das gleiche Verkehrszeichen gibt es seit geraumer Zeit auch für Autofahrer. Doch es herrscht weiterhin noch viel Unwissenheit unter den Verkehrsteilnehmern bezüglich des Grünpfeils. Denn korrekterweise muss man sich hierbei wie bei einem Stoppschild verhalten. Das bedeutet, das Fahrzeug muss zunächst vollständig anhalten und laut Straßenverkehrsordnung mindestens drei Sekunden stehenbleiben. Erst dann darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen, sofern kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Die gleichen Regelungen gelten auch für Radfahrer.  ©  Malte Christians/dpa (Archivbild)
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Dieses Verkehrszeichen kennzeichnet Radschnellwege unabhängig von der Beschaffenheit der Straße. Zum Beispiel bei sandigen Straßen soll so kenntlich gemacht werden, dass es sich um einen Radschnellweg handelt. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mit diesem Straßenschild sollen künftig Bereiche für Lastenfahrräder freigehalten werden, wie etwa Parkbereiche, Abstellflächen oder Ladezonen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Fahrzeuge von Carsharing-Diensten müssen mit dieser Plakette an der Windschutzscheibe klar erkennbar sein. Der Firmenname sowie das Kennzeichen müssen darauf zu sehen sein.  © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
PKWs, LKWs, Fahrräder, Fußgänger: Die meisten Verkehrsteilnehmer haben ein entsprechendes Sinnbild für Verkehrszeichen. Ab sofort gibt es auch eins für Fahrgemeinschaften. Allerdings gibt es noch keine Bereiche, wo dieses zum Einsatz kommen könnte. Ähnliches gilt beim folgenden Verkehrsschild. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch Carsharing-Fahrzeuge bekommen ein eigenes Sinnbild. Es soll unter anderem in Parkbereichen eingesetzt werden, die für Carsharing-Autos bestimmt sind. © Bundesanstalt für Straßenwesen
Speedmarathon in Baden-Württemberg
Temposünder und Falschparker müssen davon abgesehen seit 9. November 2021 tiefer in die Tasche greifen. Der erneuerte Bußgeldkatalog sieht härtere Strafen vor: Wer beispielsweise innerorts 16 bis 20 Kilometer pro Stunde (km/h) zu schnell fährt und geblitzt wird, der zahlt 70 Euro statt wie früher 35 Euro. Höhere Geldstrafen gibt es auch für jene, die verbotswidrig auf Geh- und Radwegen parken, unerlaubt auf Schutzstreifen halten oder in zweiter Reihe parken und halten. So kostet das Parken in zweiter Reihe nun 55 statt 20 Euro, noch teurer wird es, wenn andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden. Neu ist außerdem eine Geldbuße von 55 Euro für unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge und Carsharing-Fahrzeuge. © Uwe Anspach/dpa (Archivbild/Symbolbild)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Führerscheinprüfung: Grund für hohe Durchfallquoten unter anderem der dichter werdende Verkehr

Laut dem Verband seien die Gründe für die steigenden Durchfallquoten vielfältig und müssten weiter untersucht werden. Hauptverantwortlich dafür ist aus Sicht der Prüforganisationen unter anderem der stetig komplexer und dichter werdende Straßenverkehr mit immer mehr Fahrzeugen.

Doch auch bei denjenigen, die den Führerschein bereits in der Tasche haben, gibt es teils große Wissenslücken, wie der ADAC vor einiger Zeit in einem großangelegten Test aufdeckte. In Großbritannien verzichtete ein Autofahrer komplett auf den Führerschein und war 72 Jahre lange ohne „Lappen“ unterwegs – bis er mit seinem Mini schließlich doch in einer Polizeikontrolle aufflog.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

Kommentare