Ob Frühaufsteher oder Langschläfer, jeder hat Rituale, um energievoll in den Tag zu starten. Doch einige Morgen-Routinen können das Gegenteil bewirken.
Kassel – Egal, ob es die heiße Dusche am Morgen ist oder ein gemütlicher Kaffee am Frühstückstisch mit Aufbackbrötchen: Jeder hat morgens seine kleinen Rituale, um den Schlaf der Nacht abzuschütteln und den Tag anzugehen. Dabei können die einen oder anderen aber mitunter genau das Gegenteil bewirken und zu mehr Müdigkeit führen.
Damit einem gelungenen Start in den Tag nichts im Wege steht, finden sich im folgenden fünf Morgen-Routinen, die man besser vermeiden sollte.
Morgen-Routine 1: Sofort aus dem Bett springen
Auch wenn es sinnvoll klingt, morgens der Versuchung des gemütlichen Bettes schnell zu entkommen und durch Bewegung den Schlaf abschütteln zu wollen, sollte man davon besser absehen. Wie die Diplom-Psychologin und zertifizierte Neurotherapeutin Catherine Jackson dem Online-Portal Bustle erklärte, setzt ein sofortiges Aufstehen nach dem Aufwachen den Körper unter unnötigen Stress und kann sogar Ängste auslösen.
Stattdessen sollte man lieber noch ein bis zwei Minuten im Bett liegen bleiben, ein wenig meditieren, in sich hineinhören und sich erst dann aus dem Bett schwingen. Wer eine etwas „lautere“ Variante bevorzugt, kann alternativ im Bett noch etwa zehn Minuten lang seine Lieblingsmusik oder Radio hören.
Morgen-Routine 2: Direkt einen Blick auf das Handy werfen
Noch etwas im Bett liegen bleiben bedeutet aber nicht, dass man sich in der Zeit am Handy „entspannt“. Für viele ist der Blick aufs Handy einer der ersten Handlungen der Morgen-Routine. Oft sorgt der Blick auf die verpassten Nachrichten, aber für den gegenteiligen Effekt und fördert Stress. Dies wiederum kann das eigene Empfinden von entspannt zu aufgewühlt ändern, wie Jackson gegenüber Bustle erklärte.
Stattdessen sollte man laut Jackson nach dem Aufwachen sich einige Minuten Zeit nehmen, um den Morgen mit einer anderen Tätigkeit zu beginnen, die mehr an den eigenen Bedürfnissen ausgerichtet ist.
Morgen-Routine 3: Das Bett ungemacht verlassen
Sicher gibt es viele, für die ein gemachtes Bett nicht zur Morgen-Routine gehört, ob aus Bequemlichkeit oder Zeitmangel. Doch kann sich dies negativ auf unser Empfinden auswirken. Das Portal psychologytoday.com bezieht sich auf eine Studie, in der 68.000 Menschen befragt wurden. 72 Prozent der Befragten, die ihr Bett machen, gaben demnach an, glücklich zu sein. 62 Prozent der Teilnehmenden mit ungemachten Bett gaben laut den Ergebnissen zu, unglücklich zu sein.
Menschen, die ihr Bett machen, können sich laut Studie auch mehr mit ihren Berufen identifizieren, treiben regelmäßig Sport und fühlen sich ausgeruht. Wer sich also morgens Zeit nimmt, sein Bett zu machen, darf laut Studie mit einer nachhaltig positiven Wirkung rechnen.
- Fünf Morgen-Routinen, die den Start in den Tag erleichtern:
- Sport treiben: Laut Forschungsergebnissen sind Menschen die Sport treiben, glücklicher und entspannter. Eine kurze Trainingseinheit am Morgen ist also gut für Körper und Geist.
- Meditation: Meditative Entspannung hilft dabei, morgendlichen Stress abzubauen. Zudem steigert sie die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.
- Musik hören: Besonders motivierende Musik kann dabei helfen, den Tag mit neuer Energie zu beginnen.
- Wasser trinken: Da der Körper während der Schlafes dehydriert, empfehlen die medizinisch-psychotherapeutischen Oberberg Kliniken, morgens ein großes Glas lauwarmes Wasser zu trinken. Das sorgt für neue Energie. Ein Stück Zitrone im Wasser kurbelt außerdem den Stoffwechsel an und hilft bei der Entgiftung der Leber. Das Vitamin C stärkt zudem das Immunsystem.
- Kalt duschen: Wie eine niederländische Studie zeigt, sind Menschen, die regelmäßig kalt Duschen, statistisch gesehen seltener krank. Schon 30 Sekunden bei 15 Grad Celsius reichen aus. Auch bei trockener Haut empfiehlt sich eine kalte Dusche, da dadurch die Haut nicht so stark austrocknet. Und wach macht es auch.
Morgen-Routine 4: Mit einer Tasse Kaffee aufstehen
Viele Menschen steigen mit dem Gedanken an eine frisch gebrühte Tasse Kaffee aus dem Bett. Kein Wunder, gilt Kaffee doch als Muntermacher. Doch der Mensch verfügt schon über körpereigene Muntermacher wie Cortisol und Adrenalin, die den Stoffwechsel nach dem Aufstehen in Gang bringen. Wie die Wissenschaftler Gregory Brown und Mitchell Moffit in ihrem Youtube-Video erklären, kann Kaffee morgens daher wirkungslos oder schädlich sein. Direkt nach dem Aufstehen kann der Körper die aufputschende Wirkung des Koffeins nicht verarbeiten. Zwischen acht und neun Uhr, wenn der Cortison-Ausstoß am größten ist, wird nicht nur die Wirkung des Kaffees verringert, sondern auch langfristig die eigene Koffein-Toleranz erhöht.
Längerfristig entfaltet der Kaffee weniger Wirkung bei größerem Koffein-Bedarf. Aus diesem Grund wird empfohlen, die erste Tasse Kaffee erst nach neun Uhr zu trinken. Doch auch für Frühaufsteher oder Langschläfer gilt: unabhängig von der Uhrzeit steigt der Cortisonspiegel um 50 Prozent nach dem Aufwachen an. Daher: wenigstens eine Stunde nach dem Aufwachen mit dem Kaffee warten.
Morgen-Routine 5: Lang und heiß Duschen
Viele schätzen morgens eine heiße Dusche, um wach zu werden. Wer allerdings Schwierigkeiten hat, aus dem Bett zu kommen, der sollte von langen, heißen Duschen in seiner Morgen-Routine absehen. Zum einen lässt das erhitzte Wasser den Blutdruck absinken, entspannt die Muskeln und verstärkt so die Müdigkeit.
Zudem können zu heiße Duschen auch die Haut schädigen; insbesondere bei trockener Haut. Besser für die Morgen-Routine ist es also, lauwarm oder gar kalt zu duschen. So kommt der Kreislauf ordentlich in Schwung. Wer sich traut und seinen Kreislauf optimal trainieren möchte, kann es auch mit wechselwarmen Duschen versuchen. Wie bei einem Saunagang wird zunächst mit warmen Wasser geduscht, um anschließend den Strahl auf kalt zu stellen. Durch den Wechsel von warm und kalt wird der Kreislauf optimal angeregt und gleichzeitig trainiert. Auch wer abnehmen will, sollte auf gewisse Morgen-Routinen verzichten. (Niklas Müller)
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