Lästige Mitbewohner

Schädlinge im Garten: Mit fünf Hausmitteln lassen sie sich bekämpfen

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Ob im Hochbeet, auf dem Balkon oder in den Zimmerpflanzen, Schädlinge begegnen Gartenfreunden leider nicht selten. Mit diesen Hausmitteln werden Sie sie endgültig los.

Von einfachen Blattläusen bis hin zu hartnäckigeren Artgenossen, die sich bis tief in die Erde graben und von dort aus die mühselig gepflegten Pflanzen beschädigen, Schädlinge im Garten sieht wohl niemand gerne. Leider lassen sie sich in der Regel aber nicht vollkommen vermeiden.

HausmittelSchädling
SeifenlaugeBlattläuse, Spinnmilben und co.
MilchBlattläuse, (echter) Mehltau
Essig Blattläuse
Knoblauch und ZwiebelnBlattläuse, Milben, Zwiebelfliegen, Kartoffelkäfer, Pilzerkrankungen
NeemölKäfer, Raupen, Läuse oder Spinnmilben, Schnecken, Pilzerkrankungen

Wer sich schon länger mit einem solchen Schädlingsbefall beschäftigen muss, weiß, dass es diverse Bekämpfungsmittel im Handel zu kaufen gibt. Diese sind schnell besorgt und einfach angewendet. Allerdings beinhalten sie meistens giftige Zusatzstoffe, die Sie besonders an Ihrem angebauten Obst und Gemüse vermeiden wollen. Glücklicherweise gibt es einige Hausmittel, die Sie unbedenklich auch an zu verzehrenden Gewächsen anwenden können.

Seifenlauge statt Spülmittel gegen Schädlinge

Mit einer schnell angerührten Seifenlauge sagen Sie nicht nur Blattläusen, sondern auch vielen anderen unerwünschten Gartenbewohnern den Kampf an. Verwenden Sie dafür einfach eine herkömmliche Schmierseife. Wichtig ist, nicht zu dem allseits beliebten Spülmittel zu greifen, das sonst als unschlagbares Wundermittel gilt.

Spülmittel enthält nämlich spezielle Fettsäuresalze, die die wenigsten Pflanzen gut vertragen, wie schwaebische.de berichtet. Vermengen Sie für Ihr biologisch abbaubares Bekämpfungsmittel also zwei Teelöffel flüssige Schmierseife mit Wasser und geben Sie die Mischung anschließend in eine Sprühflasche.

Sie sehen nicht nur unschön aus, sondern schädigen Ihre Pflanzen noch dazu ungemein: Blattläuse gehören zu den verbreitetsten Schädlingen im Garten.

Mit Milch einfach lästige Mitesser im Garten vertreiben

Wer mit Blattläusen zu kämpfen hat, aber keine geeignete Schmierseife zur Hand hat, kann alternativ auch zu Kuhmilch greifen. Denn die darin enthaltene Milchsäure wirkt Wunder gegen die Kleintiere, lässt sich aber auch bei Mehltau entsprechend anwenden. Verlängern Sie lediglich ein wenig Kuhmilch (im Verhältnis 1:8) mit Leitungswasser und behandeln Sie anschließend die betroffenen Pflanzenblätter mit Ihrer Tinktur.

Essig im Kampf gegen Schädlinge

Außerdem wirkungsvoll im Kampf gegen beispielsweise Blattläuse ist Essig. Die Säure des Hausmittels vertreibt die Tiere schnell und effizient.

Verdünnen Sie hier, ähnlich wie bei der Milch, Ihren Essig mit Wasser (im Verhältnis 1:9) und füllen Sie ihn anschließend für eine kinderleichte Anwendung in eine Sprühflasche ab. Welchen Essig Sie verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass er keinen zusätzlichen Zucker enthält, der die Läuse andernfalls eher wieder anlockt.

Neemöl: Die Allzweckwaffe gegen Schädlinge

Wer sich gar nicht mehr anders zu helfen weiß und trotzdem nicht zu den chemischen Bekämpfungsmitteln greifen möchte, sollte es mit Neemöl versuchen. Denn auch wenn das Öl, hergestellt aus den Samen des indischen/pakistanischen Neembaumes, wahrscheinlich nicht in jedem Haushalt bereits vorhanden ist, gilt es bei der Schädlingsbekämpfung als ultimativer natürlicher Pflanzenschutz.

Nicht nur Blattläuse, auch Schnecken, Thripse und Pilzbefall lassen sich mit dem Öl vertreiben. Da die erfolgreiche Wirkung des Neemöls im Kampf gegen Schädlinge kein Geheimnis ist, ist es auch in diversen Gartencentern und online erhältlich.

Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Knoblauch und Zwiebeln gegen (fast alle) Schädlinge

Wenn sich neben Blattläusen und Mehltau noch andere Schädlinge an, auf und in Ihren Pflanzen niedergelassen haben, können Sie zu einer der wohl beliebtesten Kochzutat greifen – Knoblauch oder Zwiebeln. Knoblauch vertreibt die meisten Insekten, unter anderem auch Thripse, Spinnmilben und Schildläuse, wie lavendelo.de schreibt.

Schneiden Sie eines von beiden, oder nach Wahl auch Knoblauch und Zwiebeln, klein und übergießen alles mit reichlich kochendem Wasser. Lassen Sie den Sud für einige Stunden ziehen. Sieben Sie abschließend die Stücke heraus und füllen Sie die Flüssigkeit in eine Sprühflasche ab.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Shotshop

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