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In der kalten Jahreszeit möchte man für Tier und Natur tun, was man kann. Die Fütterung von Vögeln über den Winter im Garten ist beliebt. Aber ist das sinnvoll?
Man kennt es: Der Winter naht, viele Vögel, die sich den Sommer über in Deutschland aufhalten, machen sich auf in den Süden. Dort verbringen sie die kalte Jahreszeit an einem wärmeren Ort. Aber es gibt auch einige heimische Vogelarten, die sich im Winter nicht auf den Weg zum Strandurlaub machen. Im deutschen Garten und auf Balkonen ist es sehr beliebt, den Flattertieren Futterstellen einzurichten, damit sie es leichter bei der Nahrungssuche haben. Doch ist es sinnvoll, die Vögel zu füttern? Und was muss man dabei beachten, weiß LUDWIGSHAFEN24.
Pro und Contra der Winterfütterung von Vögeln
Typischerweise werden im Winter von November bis Februar für die Vögel Futterstellen aufgebaut oder Meisenknödel an Wände und Äste gehängt. Schließlich möchte man den Vögeln beim Überwintern helfen. Ob die Winterfütterung jedoch so sinnvoll ist, wird jedes Jahr aufs Neue heiß diskutiert. Durch die Vogelfütterung können die Tiere auch an sehr kalten Wintertagen noch fressen, was einigen Vögeln eventuell das Leben retten kann. Vereinfacht sind dies die Vorteile der Winterfütterung:
- Die Vögel müssen nicht verhungern
- Natürliche Feinde der Vögel bekommen ausreichend Nahrung
- Man kann die Tiere aus der Nähe beobachten
Aber neben den positiven Faktoren gibt es auch negative Aspekte der Winterfütterung. Kritiker sagen auch, dass das Geld, das in Futter investiert wird, besser in Naturschutzprojekte fließen sollte. Nur dann sei es gewährleistet, dass auch bedrohte Arten eine höhere Chance zu überleben haben. Die negativen Aspekte der Winterfütterung vereinfacht aufgelistet:
- Ein harter Winter trägt zur Selektion bei Wildvögeln bei
- Die Fütterung kommt vorwiegend Arten wie Meisen, Finken und Rotkehlchen zugute. Wirklich gefährdete Arten werden nicht gefördert
- Geld für Schutzprojekte bewirkt mehr
- An gut besuchten Futterstellen können sich Krankheiten ausbreiten
- Vögel, die im Winter in den Süden fliegen, finden bei ihrer Rückkehr bereits besetzte Brutstätten
Was muss man beim Vögel füttern im Garten beachten?
Laut dem Naturschutzbund (NABU) ist eine Vogelfütterung im Winter aus umweltpädagogischer Sicht empfehlenswert. Denn im Winter kommen deutlich mehr Vögel zur Futterstelle und in der kalten Zeit ist es einfacher, für die notwendige Hygiene zu sorgen. Ebenfalls werden bei Frost oder Schnee besonders viele Vögel das Angebot annehmen. Auch sollten Futterspender gewählt werden, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen oder es gar mit Kot verschmutzen können. Dadurch wird die Übertragung und Ausbreitung von Krankheiten minimiert und das Futter verdirbt nicht.
Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist. Wer doch herkömmliche Futterhäuschen verwendet, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und nur wenig Futter nachlegen. Futterspender sollten an einer übersichtlichen Stelle platziert werden, an die keine Katzen herankommen. Auch sollen genügend Bäume und Büsche zum Verstecken in der Nähe sein. Der Platz unter dem Futterspender muss regelmäßig gereinigt werden, da sonst Ratten angelockt werden.
Was zu beachten ist, in der Übersicht:
- Vogelfütterung im Winter empfehlenswert
- Futterspender, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen
- Futterhäuschen so bauen und anbringen, dass es nicht durchnässt wird
- Herkömmliche Vogelhäuschen regelmäßig reinigen
- An übersichtlichen Stellen platzieren
- Darunter regelmäßig reinigen
Welches Futter eignet sich zur Winterfütterung am besten?
Sonnenblumenkerne eignen sich als Basisfutter am besten, denn die werden im Zweifel von fast allen Arten gefressen. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden. Typische Besucher der Futterstelle sind Meisen, Finken und Sperlinge. Im Winter kommen auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen und Amseln hinzu. Für diese Vögel sind Rosinen, Obst und Haferflocken, am Boden ausgelegt, ideal. Es ist wichtig, dass dieses Futter frisch bleibt, wofür spezielle Bodenfutterspender geeignet sind.
Meisen schätzen besonders Fett-Samen-Gemische, die man als Meisenknödel ohne gefährliche Plastiknetze kaufen oder selbst herstellen kann. Salzige Nahrungsmittel und Brot sollten vermieden werden, da sie schädlich für Vögel sein können. Billigfutter enthält oft viele Weizenkörner, die Vögel weniger bevorzugen und oft ungenutzt bleiben, was zu Abfall führt. Zudem besteht die Gefahr, dass solches Futter invasive Pflanzenarten verbreitet. Daher ist es empfehlenswert, in qualitativ besseres Vogelfutter zu investieren. (rah)
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