Brötchentaste am Parkautomat: Unbekannte Funktion spart Autofahrern bares Geld
VonSimon Mones
schließen
Mit der Brötchentaste können Autofahrer zeitweise gratis parken. Das spart Autofahrern bares Geld, kommt aber nicht bei jedem gut an.
Das Auto verleiht einem eine gewisse Flexibilität, doch es gibt auch so manchen Nachteil. Die Parkplatzsuche zum Beispiel. Die kann oft mühselig und langwierig sein – insbesondere in Großstädten. Viele Autofahrer steuern deswegen gleich ein Parkhaus an, denn kostenlosen Parkraum gibt es nur noch selten. Wer doch Glück hat und einen Parkplatz an der Straße findet, braucht dann in aller Regel eine Parkscheibe oder muss (je nach Wochentag) einen Parkschein ziehen. Grade für Kurzzeitparker kann das teuer werden, weswegen einige Städte eine neue Funktion eingeführt haben. Die sogenannte Brötchentaste.
Diese finden Autofahrer unter anderem an Parkscheinautomaten in Köln, Bergisch Gladbach oder Helmstedt in Niedersachsen. Dank der Brötchentaste ist das Parken dort nun an manchen Straßen für einen bestimmten Zeitraum – in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten – kostenlos.
FDP fordert bundesweite Einführung der Brötchentaste
In dieser Zeit kann man schnell etwas aus einem Laden holen oder beim Bäcker die Frühstücksbrötchen besorgen. Daher auch der Name Brötchentaste. Ohne Parkschein geht es aber nicht, ansonsten gilt man als Falschparker und kassiert ein Knöllchen. Neben dem klassischen Parkschein aus Papier gibt es auch die Möglichkeit diesen digital (per App oder SMS) zu lösen.
Große Unterstützung für die Brötchentaste gibt es aus den Reihen der FDP, wie t-online.de berichtet. Diese forderten Anfang Mai eine bundesweite Umsetzung, um den Einzelhandel zu stärken. Der Städte- und Gemeindebund hatte sogar schon 2003 auf die Vorteile einer Brötchentaste hingewiesen, wie der WDR berichtet.
Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind
Zusammen mit Click & Collect echte Chance für den Handel
Letztlich entscheidet aber jede Kommune selbst, ob sie eine Brötchentaste einführen möchte oder eben nicht. Sie könnte aber helfen, Innenstädte wiederzubeleben oder lebendig zu erhalten, wie Philipp Stempel, Sprecher des Städte- und Gemeindebundes NRW, dem WDR sagte: „Das ist aber eine Entscheidung, die man an den Gegebenheiten vor Ort ausrichten muss.“
Ähnlich sieht es auch Carina Peretzke, Sprecherin des Handelsverbandes NRW. Insbesondere in der Kombination mit „Click & Collect“-Angeboten sei die Brötchentaste eine echte Chance für den Handel. Und auch ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, würden davon profitieren. Kritik an einer pauschalen Einführung gibt es derweil von der Deutschen Umwelthilfe. Der Verein plädiert dafür, den Individualverkehr zu reduzieren. Dies würde die Innenstädte wiederbeleben. Zudem lassen sich kleinere Besorgungen auch mit dem Fahrrad erledigen. Und auch der in Großstädten häufig gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr, gut erreichbare Parkhäuser und vorhandene kostenlose Stellplätze machen eine solche Funktion unnötig, wie t-online.de schreibt.