Historische Entscheidung?

Brisantes Aldi-Gerücht: Discounter könnte grundlegend umstrukturiert werden

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Der „Aldi-Äquator“ verläuft quer durch Deutschland und trennt die Operationsgebiete von Aldi Süd und Aldi Nord. Das könnte sich bald ändern.

Kassel – Einem Bericht des Portals manager magazin zufolge planen die beiden Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd einen historischen Schritt. Sie wollen fusionieren. Dann gäbe es zum ersten Mal seit über 60 Jahren wieder einen einzigen Aldi-Konzern. Es gibt durchaus einige Indizien, die dafür sprechen.

Fusionspläne bei Aldi Nord und Aldi Süd? Gibt es bald eine grundlegende Umstrukturierung

Seit 1961 sind Aldi Süd und Aldi Nord getrennte Unternehmen. Warum die beiden Brüder Theo und Karl Albrecht damals getrennte Wege gingen, darüber schwiegen sie sich stets aus. Seitdem gab es immer wieder Gerüchte einer Wiedervereinigung. Letzten Endes kam es aber nie dazu.

Diesmal sind zumindest die Grundvoraussetzungen durchaus günstig. Denn: Bereits Anfang des Jahres wurde der teils vor Gericht ausgetragene Machtkampf bei Aldi Nord beigelegt. Infolgedessen wird die Aldi Nord Unternehmensgruppe grundlegend umorganisiert. Auch auf die Kunden von Aldi kommen dadurch große Änderungen zu.

Dass Anfang des Jahres der Streit innerhalb von Aldi Nord geklärt wurde, ebnet theoretisch auch den Weg für eine Fusion mit Aldi Süd. Die Gerüchteküche brodelt.

Nachdem der Streit nun beigelegt ist, schafft das zumindest in der Theorie den Boden dafür, die Unternehmen wieder zu vereinen. Auch, dass die neue Organisationsform der von Aldi Süd ähnelt, ist für das manager magazin ein Indiz für eine bevorstehende Fusion.

Bisher sind die Aldi-Fusionspläne noch unbestätigt

Die Discounter selbst haben sich bisher noch nicht zu den Gerüchten geäußert. Im Gespräch mit chip.de wertet Stephan Rüschen, Professor für Lebensmittelhandel an der DHBW Heilbronn, die Fusion als einen positiven Schritt für die Unternehmen. „Eine Fusion würde dazu führen, dass sich beide Teile das Beste der beiden Konzepte aussuchen würden und ein verbessertes „Aldi neu“ konzipieren würden, sagt Rüschen.

Ein Beispiel für ein solches Konzept ist etwa die bei Aldi Nord im Mai 2023 eingeführte App „Scan&Go“. Dieser neue Service erlaubt es Kunden mit dem Smartphone einzukaufen, indem sie die Ware mit diesem selber scannen.

Die positiven Zeichen machen die Fusion jedoch nicht zu einer Gewissheit. Am Ende liegt es an den Familienstämmen, die sich einigen müssen, um ein Zusammenwachsen zu ermöglichen. (sp)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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