Milder Winter

Sinkende Gaspreise: Warum viele Verbraucher bislang nicht profitieren

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Der Gaszähler - er läuft und läuft und läuft. Obwohl die Lage nicht mehr so angespannt ist, profitieren viele private Haushalte nicht von gesunkenen Preisen.(Symbolbild)
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Der Winter war bisher mild, die Gasspeicher hierzulande sind gut gefüllt. Ab wann dürfen Verbraucher mit einer Anpassung der Preise rechnen?

München - Die Speicherfüllstände sind stabil, heißt es bei der Bundesnetzagentur. Trotz aktuellem Wintereinbruch verlief der Winter bisher mild. Der Gaspreis falle und sei mittlerweile sogar knapp unter dem Niveau vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, berichtet tagesschau.de. Gas wird auf dem sogenannten Spotmarkt – wo kurzfristig Gas und Strom gehandelt werden – billiger. Doch bei den Verbrauchern auf der Gasrechnung kommt das bislang nicht an. Wann profitieren private Haushalte von den sinkenden Preisen?

Preissturz bei Gastarifen: Wann merken Verbraucher das auf der Rechnung?

Kunde und Gasanbieter legen sich meistens etwa für zwölf Monate auf einen Fixpreis für die Kilowattstunden fest. Kurzfristige Schwankungen an den Gasmärkten haben auf diesen Preis keinen Einfluss. „Preissturz bei Gastarifen!“ Das verkündet Vergleichsportal Verivox. Und auch andere Vergleichsportale pitchen mit Tarifen, die einen Wechsel lohnend machen könnten. Doch diese Preise betreffen meistens nicht die Bestandskunden. Die Preisentwicklung bei Gas und Strom sorgte zudem bei Kunden für einige Verwirrung, wie ruhr24.de berichtet.

Die Verbraucherzentrale NRW hat keine besseren Nachrichten für private Haushalte parat, die Gas nutzen. „Aktuell wird sich an der Kostenbelastung für Verbraucher noch kaum etwas ändern, da viele Bestandskundenverträge weiterhin auf einem hohen Preisniveau sind“, erklärt Energiemarktexpertin Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale NRW gegenüber myhomebook.de.

Sinkende Gaspreise: Bestandskunden sie erstmal nicht

Unternehmen ließen nicht nur den aktuellen Marktpreis in die Preiskalkulation für die Endkunden mit einfließen, heißt es bei tagesschau.de. Der Gaspreis entstehe durch eine Mischkalkulation der Gasversorger. Es fließt neben der Ist-Situation unter anderem die Erwartung in die Berechnung mit ein, wie sich ein Preis in Zukunft entwickelt. Und auch würde man teils versuchen, bestimmte Verluste wiedergutzumachen. So versuchen die Gasversorger in Phasen fallender Preise die Phasen teurer Einkäufe – in denen sie gestiegene Preise nicht an die Kundschaft weitergeben konnten – auszugleichen. Im Umkehrschluss hatte das für Kunden mit Festverträgen den Vorteil, dass auch die extrem hohen Gasmarktpreise im Herbst nicht eins zu eins weitergegeben werden konnten.

Eine zuverlässige Prognose der Preisentwicklung ist schwer. „Aktuell sehen wir eine Entspannung an den Börsen, dadurch dürften die Preise für Verbraucher in den kommenden Monaten weiter sinken. Generell gilt aber, dass der Gasmarkt in den kommenden Jahren knapp bleiben dürfte. So hohe Preise wie 2022 sehe ich allerdings nicht mehr“, resümiert Wallraf. Sie empfiehlt, sich nicht länger als zwölf Monate an einen Anbieter zu binden. „Es sei denn, das Angebot liegt unterhalb der jetzigen Preisbremse“.

Die Gaspreisbremse deckelt den Preis auf 12 Cent pro Kilowattstunde und greift für 80 Prozent des Verbrauchs. Davon profitieren aktuell die meisten Verträge. Denn laut Wallraf liegen auch die günstigsten Verträge, die man aktuell abschließen kann, immer noch etwa zwei Cent oberhalb der Preisbremse.

Gas-Anbieter-Hopping: Ein Weg zum günstigeren Preis?

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten einen Blick in ihre Unterlagen werfen und nachsehen, wie lange der aktuelle Gasliefer-Vertrag noch gilt. Gibt es einen Anbieter mit günstigeren Konditionen, rentiert sich gegebenenfalls die Kündigung. Bei Neukundentarifen kann man teilweise günstige Preise spüren. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass man in der Grundversorgung flexibel wechseln könne. Und das bei hohen Preisen auch tun sollte.

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