VonKilian Bäumlschließen
Erdbeeren gibt es bereits in Supermärkten wie Aldi, Lidl, Rewe und Kaufland. Doch die roten Früchte sind nicht nur lecker, sondern häufig auch voller Pestizide.
Kassel – Auf einmal ist der Sommer da. Die Sonne scheint mehr und mehr, die Tage werden immer länger, das Wetter wird immer wärmer und die Blumen blühen. Der frühe Sommer hält außerdem leckere Früchte wie Erdbeeren bereit. Auch wenn es die leckeren Früchte schon länger im Supermarkt zu kaufen gibt, sollte man Erdbeeren im Frühjahr noch nicht kaufen – erst der Sommer ist nämlich ihre Saison.
Ob auf dem Kuchen, als Eis oder als Bowle – geschmacklich bereichern Erdbeeren viele Gerichte. Doch leider ist das rote Obst nicht nur voller Vitamine, sondern auch oft voller Pestizide, wie eine Analyse des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergab. Wer schon jetzt Erdbeeren in Supermärkten wie Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Kaufland in den Einkaufswagen legt, sollte einige Hinweise beachten.
| Organisation | Bund für Umweld und Naturschutz Deutschland (BUND) |
| Untersuchung | Erdbeeren |
| Fund | Acht unterschiedliche Pestizide |
Aldi, Lidl, Rewe: Erdbeeren in Untersuchung mit acht verschiedenen Pestiziden kontaminiert
Für die Analyse wurden Erdbeeren unterschiedlicher Händler getestet. In 15 der 19 Proben wurden Rückstände von insgesamt Pestiziden nachgewiesen. Acht Mittel wurden gefunden, bei denen es sich um Fungizide handelt. Diese Pestizide werden gegen Pilze verwendet. Ein Teil der Früchte wies laut BUND-Angaben mindestens zwei oder mehr Wirkstoffe auf.
Diese Mehrfachbelastungen bereiteten „große Sorge“, wird die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel in einer Mitteilung zitiert. „Durch Wechselwirkung zwischen Pestiziden kann ihre giftige Wirkung verstärkt werden. Diese Gefahren werden bislang durch die Risikobewertung nicht ausreichend berücksichtigt.“ Laut BUND wurden etwa Stoffe gefunden, die schon in kleinen Konzentrationen hormonell wirksam seien. Ein Pestizid werde sogar als schädlich für die Fortpflanzung eingestuft. Nicht das erste Mal, dass Erdbeeren in dieser Hinsicht negativ auffallen – bei Ökotest fielen Erdbeeren aus Spanien erst vor kurzem durch.
Erdbeeren bei Aldi, Lidl und Kaufland.: Verzehr kann eine Gesundheitsgefahr sein
Doch nicht nur eine gesundheitliche Gefahr durch den Verzehr der Erdbeeren wird vom BUND kritisiert, sondern auch, dass die Pestizide in Luft, Böden und Wasser gelangten und dort lange überdauern könnten. Einige der gefundenen Stoffe wäre auch giftig für Wasserorganismen und Vögel.
Man fordere von der Bundesregierung unter anderem „mindestens eine Halbierung des Pestizideinsatzes bis 2030 sowie ein Verbot besonders gefährlicher Pestizide“, teilte der BUND mit. Die beste Empfehlung sei der Kauf von Bio-Erdbeeren. „Wer nicht zu Bio-Erdbeeren greifen kann, sollte direkt vor dem Verzehr die empfindlichen Früchte in kaltem, stehenden Wasser gründlich abwaschen“, rät der BUND auf seiner Webseite. Durch das richtige Waschen hält sich auch der Geschmack der Erdbeeren besser.
Erdbeeren bei Aldi, Lidl, Rewe und Co.: Einschätzung wird nicht von BfR geteilt
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt hingegen Entwarnung vor dem Verzehr der Erdbeeren. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch den Verzehr dieser Erdbeeren sei nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht zu erwarten. „In keiner Probe wurde der gesetzlich festgesetzte Rückstandshöchstgehalt (RHG) überschritten“, heißt es in einer Stellungnahme.
Auch die Gefahr durch eine Mehrfachbelastung der verschiedenen Pestizide schätzt das BfR niedriger ein als der BUND. „Auch das gleichzeitige Vorkommen mehrerer Wirkstoffe ist in Anbetracht der nur minimalen Ausschöpfungen der jeweiligen Akuten Referenzdosis nicht als gesundheitlich bedenklich einzuordnen.“
Auf konventionellen Erdbeeren befinden sich oft Pestizide und in den Erdbeeren häufig Würmer, doch mit einem Trick soll man sie loswerden. (kiba/dpa)
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