Pica-Syndrom bei Katzen: Welches Verhalten ein Alarmsignal für Besitzer sein sollte
VonSina Eberhardt
schließen
Das Pica-Syndrom ist eine Essstörung bei Katzen. Knabbert das Tier regelmäßig an Plastik, Schnürsenkeln oder Katzenstreu sollten Besitzer schnell handeln.
Bei der Nahrungsaufnahme sind Katzen meist extrem vorsichtig. Jeder Besitzer weiß: Benötigte Medikamente unter das Fressen zu mogeln, ist nahezu unmöglich. Denn bevor sie etwas fressen, wird das Futter genau untersucht. Bei dem sogenannten Pica-Syndrom ist das anders: Die Katzen knabbern und lecken plötzlich unkontrolliert an ungenießbaren Gegenständen. Verschlucken die Tiere Plastik, Textilien oder Katzenstreu ist das mitunter lebensgefährlich.
Pica-Katzen schlucken Gegenstände hinunter – Folgen können lebensgefährlich sein
Beim Pica-Syndrom knabbern oder lecken Katzen unkontrolliert an Gegenständen. Dabei können sie Teile beispielsweise aus Plastik leicht verschlucken. (Symbolbild)
Der Begriff „Pica“ stammt vom lateinischen Namen für Elster ab. Im Sprachgebrauch sind „diebische Elstern“ dafür bekannt, dass sie verschiedene Gegenstände sammeln. Während die Vögel verschiedene Gegenstände nur horten, nagen Katzen alles an, was sie finden können. Denn die Erkrankung setzt ihren natürlichen Fressinstinkt außer Kraft.
In vielen Fällen schlucken sie die Gegenstände auch unkontrolliert hinunter – mit teils erheblichen gesundheitlichen Risiken. Denn Plastik, Textilien, Papier oder Sand können den empfindlichen Magen-Darm-Trakt der Tiere belasten oder sogar lebensbedrohlich verletzen. Die möglichen Folgen: Verdauungsstörungen, Darmverschluss oder Vergiftungen.
Symptome: Auffällige Verhaltensweisen deuten auf die Krankheit hin
Das Pica-Syndrom kann bei allen Katzen auftreten. In Studien zeigte sich jedoch, dass bestimmte Katzenrassen häufiger von der Krankheit betroffen sind. Dazu zählen beispielsweise die Siamkatze und die Burmakatze. Zu den Symptomen des Pica-Syndroms gehören vor allem auffällige Verhaltensweisen, wie zum Beispiel:
Gezieltes Suchen und Verzehren ungenießbarer Materialien wie Wolle, Plastik, Papier, Gummi oder Metall
Zwanghaftes Kauen und Lutschen an Gegenständen
Wiederholtes Ablecken von Oberflächen (z. B. Wände, Böden, Möbel)
Abnormales Fress- und Trinkverhalten: Katze trinkt nicht mehr oder nimmt das normale Katzenfutter nicht mehr zu sich
Erbricht die Samtpfote Gegenstände oder Materialien, die nicht für den Verzehr geeignet sind, kann das ebenfalls ein Hinweis auf das Pica-Syndrom sein.
Stress, Mangelernährung und fehlende Sozialisierung: vielfältige Ursachen
Wer bei seiner Katze eine oder mehrere auffällige Verhaltensweisen bemerkt, sollte schnell reagieren und den Vierbeiner beim Tierarzt vorstellen – ein wichtiger Schritt, um die Ursache des gestörten Fressverhaltens herauszufinden. Obwohl die genauen Ursachen bis heute unklar sind, gelten folgende Faktoren als mögliche Auslöser:
Stress
Mangelernährung
Fehlende Sozialisierung: Kitten, die zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt wurden
Einsamkeit und Langeweile
Blutarmut
Leber- und Nierenschäden
Genetische Veranlagung
Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.
Behandlung des Pica-Syndroms: unterschiedliche Therapieansätze helfen den Katzen
Um die Gesundheitsprobleme zu minimieren, sollten Besitzer die betreffenden Gegenstände in der Wohnung zunächst außer Reichweite bringen. Für eine langfristige Verbesserung ist allerdings eine abgestimmte Therapie erforderlich. Je nach Ursache der Krankheit gibt es unterschiedliche Ansätze. Bei einer Mangelernährung beispielsweise ist eine Futterumstellung oder eine Anpassung der Futtermenge ratsam. Bei anderen körperlichen Problemen sind oft Medikamente für Katzen notwendig. Diese können auch Stress oder Angstzustände der Tiere lindern, sollten jedoch nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt verabreicht werden. Häufig sind außerdem Anpassungen der Umgebung notwendig, um den Katzen ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten.
Damit das Pica-Syndrom erst gar nicht auftritt, können Besitzer vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um das Wohlbefinden der Katze zu fördern. Dazu gehören eine frühe Sozialisierung, Reduktion von Stress, regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt und ein abwechslungsreiches Umfeld mit ausgewähltem Katzenspielzeug.