- VonFabian Girschickschließen
Geld macht glücklich, finden wohl die meisten. Nicht ohne Grund suchen Arbeitnehmer nach Jobs mit den besten Gehaltschancen. Ab einem bestimmten Einkommen stagniert das Glücksempfinden jedoch.
Über das Thema Geld scheiden sich immer wieder die Geister – sei es die Frage, ob man offen darüber sprechen sollte, oder die Diskussion darüber, ob Geld glücklich macht. Doch ist das wirklich so? Oder trägt Geld vielleicht doch zur Zufriedenheit bei, wie es ein Großteil der Gesellschaft lange Zeit angenommen hat? Und ab welchem Gehalt können sich Arbeitnehmer überhaupt zu den „Glücklichen“ zählen?
Geld und Glück: Forschung untersucht Zusammenhang zu Gehalt und Co.
Eines steht fest: Viele Produkte und Dienstleistungen werden in Deutschland derzeit immer teurer. Wie echo24.de bereits berichtete, kostet ein Führerschein mittlerweile schnell einmal 4.400 Euro. Um sich also etwas leisten zu können, benötigt man das entsprechende Kleingeld – oder in diesem Fall sogar etwas mehr. Was man tatsächlich braucht und was nicht, ist eine andere Frage. Eine grundlegende Frage bleibt jedoch: Wie viel Geld benötigt man, um insgesamt glücklich zu sein?
Forschung zum Zusammenhang zwischen Geld und Glücklichsein gibt es seit vielen Jahren. Eine der bedeutendsten Studien in diesem Kontext stammt aus dem Jahr 2010, als der amerikanische Nobelpreisträger für Wirtschaft, Daniel Kahneman, und der Ökonom Angus Deaton untersuchten, wie das Einkommen das Glücklichsein und die Lebenszufriedenheit beeinflusst. Diese Studie wird immer wieder von vielen renommierten Finanzinstituten und -magazinen zitiert, unter anderem auf der Website der Sparkasse.
Mehr Gehalt – mehr Glück? Forscher stellen nichtlinearen Zusammenhang fest
Laut den Erkenntnissen würde eine nichtlineare Beziehung zwischen Einkommen und Glück bestehen. Personen, die jährlich beispielsweise 15.000 Euro verdienen, würden einen erheblichen Anstieg ihres Glücks erleben, wenn ihr Einkommen auf 30.000 Euro steige. Bei einer weiteren Steigerung auf 60.000 Euro würden sie sich ebenfalls freuen, jedoch nicht in dem Maße wie bei der ersten Verdopplung.
Einkommensschwelle: Ab einem bestimmten Betrag stagnieren Glücksgefühle
Im Einkommensbereich von 80.000 bis 100.000 Euro würde der Zusammenhang zwischen Geld und Glück als unbedeutend angesehen. In der Wirtschaftswissenschaft spreche man hierbei vom „abnehmenden Grenznutzen“. Während Millionärinnen und Millionäre tendenziell glücklicher seien als Menschen mit einem soliden Einkommen, sei der Unterschied nicht so signifikant wie der zwischen Gutverdienenden und Geringverdienenden.
Allerdings streite die Wissenschaft sich in diesem Punkt immer wieder. Einige Wissenschaftler, wie zum Beispiel der amerikanische Glücksforscher Matthew Killingsworth oder Prof. Dr. Elmar Brähler von der Universität Leipzig, seien davon überzeugt, dass das Glücksempfinden und die Zufriedenheit proportional mit dem Vermögen steigen würden – und das sogar ohne Limit.
Wie viel Geld braucht man für ein glückliches Leben in Deutschland?
Der Online-Währungsumtauschdienst „S Money“ gibt auf seiner Webseite ein konkretes Jahresgehalt an, das nötig sei, um in Deutschland ein glückliches Leben zu führen: 81.956 US-Dollar (umgerechnet etwa 75.100 Euro). In anderen europäischen Ländern liege dieser Wert deutlich höher: In Norwegen betrage der Preis für Glück 117.724 US-Dollar (rund 107.875 Euro), während er in Mazedonien nur 16.337 US-Dollar (rund 14.970 Euro) ausmache. Am höchsten sei er weltweit im Iran mit 239.700 US-Dollar (etwa 219.647 Euro).
Ob diese Zahlen tatsächlich so vertrauenswürdig seien wie die Studien zum Zusammenhang zwischen Geld und Glück, bleibe fraglich. Dennoch zeigten alle, dass Geld einen wichtigen Faktor für das Glücklichsein darstellen könne.
Geld für andere auszugeben führt zu mehr Glück als Ausgaben für sich selbst
Einen besonders interessanten Aspekt in diesem Zusammenhang hebt Prof. Dr. Michaela Knecht, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Schweizer Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, hervor. In einem Artikel auf der Website der Universität Zürich kommt sie zu dem Schluss, dass das Geben an andere positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben könnte.
Es mache uns glücklicher, für andere etwas zu kaufen, als für uns selbst. Dieses Phänomen scheine für Menschen aller Kulturen weltweit zu gelten. Die Frage, ob Geld tatsächlich glücklich mache, sei also vielschichtig. Das Schenken an andere trage jedoch definitiv zu unserem Glück bei.
Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago/Collage: echo24.de
