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Über Geld wird in Deutschland selten gesprochen. Dennoch interessiert es viele Menschen, ob sie mit ihrem Einkommen und Gehalt zur Mittelschicht oder schon zur Oberschicht gehören. Wo die Grenzen liegen.
In den vergangenen Jahren sind die Preise in vielen Lebensbereichen gestiegen. 2025 müssen die Deutschen beispielsweise fürs Tanken tiefer in die Tasche greifen. Doch nicht alle Menschen sind von hohen Preisen gleichermaßen betroffen. Wer in Deutschland mit seinem Einkommen zur Oberschicht gehört, kann Preissteigerungen leichter wegstecken als Menschen, die an der Armutsgrenze leben.
Wie lässt sich das Einkommen der Deutschen überhaupt in solche Schichten einteilen? Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat definiert, dass Haushalte mit 75 bis 200 Prozent des mittleren Einkommens zur Mittelschicht gehören. Dabei gibt es allerdings einen Unterschied zwischen dem Durchschnittseinkommen und dem mittleren Einkommen.
Tabelle zeigt: Mit so viel Geld gehört man zur Mittelschicht
Die Mitte aller Gehälter wird als mittleres Einkommen bezeichnet – und stellt den Median dar. Oberhalb des Medians liegt die Hälfte der Deutschen, die mehr verdienen. Unterhalb des Medians die Hälfte, die weniger verdienen. Beim Durchschnittseinkommen hingegen werden alle Gehälter zusammengerechnet, weshalb besonders hohe Löhne die Rechnung beeinflussen können.
Die von der OECD definierte Mittelschicht bezieht sich auf das mittlere Einkommen. Je nachdem, wie groß der Anteil ist, der vom mittleren Einkommen auf dem eigenen Konto landet, gehören Arbeitnehmer zur unteren, mittleren oder oberen Mitte. Eine Tabelle zeigt die Unterscheidung:
| Zuordnung | Anteil des mittleren Einkommens |
| Unteres Einkommen | weniger als 75 Prozent |
| Untere Mitte | 75 bis 100 Prozent |
| Mittlere Mitte | 100 bis 150 Prozent |
| Obere Mitte | 150 bis 200 Prozent |
| Hohes Einkommen | mehr als 200 Prozent |
Mittelschicht in Deutschland: Welche Faktoren noch einen Einfluss haben
Doch wie viel ist das jetzt in Deutschland? Laut dem Statistischen Bundesamt liegt das monatliche Nettoeinkommen für 2024 bei 3049 Euro pro Haushalt. Wer also zwischen 2286,75 Euro und 6098 Euro zur Verfügung hat, gehört zur Mittelschicht.
Allerdings ist diese pauschale Berechnung nicht ganz passend, schließlich macht es einen Unterschied, ob es sich um einen Single-Haushalt oder eine Großfamilie handelt.
Mit so viel Geld gehören Arbeitnehmer zur Mittelschicht
Das Institut für Wirtschaftsforschung an der Uni München (ifo) hat deshalb eine Spanne von ungefähr 3880 Euro bis 1450 Euro zur Mittelschicht bei Single-Haushalten erklärt. Leben im Haushalt je zwei Erwachsene und Kinder, sieht die Spanne anders aus: 8150 Euro bis 3050 Euro müssen Familien zur Verfügung stehen, um zur Mittelschicht zu zählen. Ab einem Gehalt von ungefähr 4000 Euro galten Arbeitnehmer 2024 in Deutschland bereits als Besserverdiener.
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