Geld im Alter

Renten-Denkfehler: Was viele Arbeitnehmer bei der Altersvorsorge vergessen

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Die Kaufkraft der Rentner wird von vielen Faktoren beeinflusst, darunter auch die Inflation. Doch wie haben sich Inflation und Rente in den letzten Jahrzehnten entwickelt?

Die Rente ist für viele Menschen in Deutschland ein zentrales Thema, insbesondere im Hinblick auf die finanzielle Absicherung im Alter. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Kaufkraft der Rentner, also wie viel sie sich von ihrer Rente tatsächlich leisten können. Dieses Thema ist komplex und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Deshalb machen viele Deutsche bei der Planung ihrer Altersvorsorge einen teuren Denkfehler.

Denkfehler bei der Rente: Woran viele Arbeitnehmer nicht denken

Die Renteninformation wirft bei vielen Beschäftigten mehr Fragen auf als sie beantwortet. Das jährliche Schreiben der Rentenversicherung listet den aktuellen Rentenanspruch sowie den zu erwartenden Anspruch auf, wenn die Beschäftigten weiter so verdienen wie in den vergangenen Jahren. Viele Beschäftigte überschätzen oder unterschätzen daher, wie viel ihre Rente im Alter wert sein wird und was sie sich davon tatsächlich leisten können.

Dies liegt unter anderem daran, dass die Rente Abzügen wie Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen unterliegt. Was Rentnern mit einer Rente von 1800 Euro am Ende zum Leben bleibt, darüber hat echo24.de bereits berichtet. Was die spätere Kaufkraft der Senioren zusätzlich schmälert, ist die Inflation. Doch wie haben sich Inflation und Rente in den vergangenen Jahren entwickelt? Was können Arbeitnehmer erwarten?

Inflation und Rente: Entwicklung der letzten Jahre

Wer glaubt, seine Rente verliere oder gewinne stetig an Wert, erliegt meist dem Zeitgeist: Seit 1995, also seit gut drei Jahrzehnten, steigen die Renten in Deutschland meist entweder deutlich stärker oder schwächer als die Inflation, wie Focus berichtet.

Die nächste Renten-Erhöhung soll 3,5 Prozent betragen. Das ist aber noch nicht in Stein gemeißelt. Denn wie stark die Rente in diesem Jahr tatsächlich steigt, entscheidet das Bundeskabinett erst im Frühjahr. Die Liste zeigt, wie sich Inflation und Renten in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben:

  • In den Jahren 2000 bis 2011 stieg die Inflation schneller als die Renten. Ruheständler konnten sich von ihren Bezügen weniger kaufen.
  • Von 2012 bis 2015 entwickelten sich Renten und Inflation im Gleichschritt.
  • Von 2016 bis 2020 stiegen die Renten deutlich schneller als die Inflation. 2020 konnten sich Ruheständler von ihren Renten wieder genauso viel kaufen wie 20 Jahre zuvor.

Kaufkraft der Rentner: nicht alle sind gleich

Die oben genannten Schwankungen verzerren den Blick auf die Rente: Wer 2000 in Rente ging, spürte einen Kaufkraftverlust. Wer 2016 in Rente ging, freute sich über mehr Konsummöglichkeiten. Das sind Momentaufnahmen. Langfristig gleichen sie sich aus. Dennoch sollten Arbeitnehmer die Inflation nicht vergessen und frühzeitig zusätzlich vorsorgen, wenn sie im Alter liquide bleiben wollen.

Auch wenn sich Inflation und Rentenerhöhungen laut Focus die Waage halten, haben längst nicht alle Rentner die gleiche Kaufkraft. Denn viele Menschen in Deutschland erhalten weniger als 1050 Euro Rente und können sich damit deutlich weniger leisten als Senioren, die die Höchstrente beziehen. Senioren mit niedriger Rente sollten daher unbedingt Unterstützungsmöglichkeiten wie Wohngeld oder kostenlose Freizeitangebote in Anspruch nehmen.

Rubriklistenbild: © Collage: echo24.de, Fotos: IMAGO / peopleimages.com, IMAGO/Photothek

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