Geschwindigkeitsbegrenzung

Aktuelle Umfrage zeigt: 57 Prozent der Deutschen wünschen sich ein Tempolimit auf der Autobahn

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Nicht mehr als 130 Kilometer pro Stunde? Über die Hälfte der Bevölkerung würde einer Umfrage zufolge dem Tempolimit auf deutschen Autobahnen zustimmen.

Einer Umfrage der Auto Bild zufolge wünscht sich die Mehrheit der Gesellschaft ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen – während der Verkehrsminister es für unnötig hält. Die Debatte um das Für und Wider tobt seit langem, auch auf Facebook. Eine Einigung scheint noch nicht in Sicht, aber zumindest gesellschaftlich zeichnet sich ein immer klareres Bild ab.

Das Ergebnis der Umfrage zum Tempolimit auf Autobahnen

Auto Bild hat eine INSA-Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der öffentlichen Meinung zu Verkehr und Klimaschutz auseinandersetzt. Demnach befürworten 57 Prozent der Befragten ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Lediglich 36 Prozent waren dagegen.

Die möglichen Vorteile eines Tempolimits

„Autoland“ Deutschland nimmt in diesem Punkt nach wie vor eine Sonderstellung ein. Fast überall sonst in Europa gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen, wobei Italien gerade über eine Lockerung von 130 auf 150 Kilometer pro Stunde nachdenkt. Die Vorteile, die man sich von einer Begrenzung erhofft:

  • Verbesserter Klimaschutz durch Senkung der CO₂-Emissionen (wobei die Entlastung sogar höher ist als gedacht)
  • Gesteigerte Verkehrssicherheit (weniger Unfälle)
  • Senkung des Kraftstoffverbrauchs
  • Weniger Stau

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Wird das Tempolimit also bald nach Deutschland kommen?

So gut die Argumente dafür auch klingen mögen – einer anderen Studie zufolge bestehen Vorteile für Klima und Wirtschaft – scheint ein entsprechendes Gesetz nach wie vor in weiter Ferne. Unter anderem, weil nicht genügend Verkehrsschilder zur Verfügung stünden. Eine Erklärung dafür liefert möglicherweise der ADAC. Der Automobilclub startete 2023 eine eigene Umfrage, der zufolge 53 Prozent der Mitglieder für ein Tempolimit stimmten, während 41 Prozent dagegen waren.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Die Entscheidungsschwierigkeiten sieht der ADAC, der selbst neutral bleibt, darin begründet, dass aussagekräftige Daten zu den Vorteilen fehlen. Man wisse zum Beispiel, dass die Kapazität von Autobahnen am höchsten sei, wenn die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde fahren. Welche Auswirkungen eine Begrenzung auf 130 Kilometer pro Stunde habe, sei unbekannt.

Rubriklistenbild: © Imago

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