„Junior“ statt „Milano“: Alfa Romeo benennt auf politischen Druck sein Elektro-SUV um
VonSebastian Oppenheimer
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So etwas kommt nur selten vor: Kurz vor Verkaufsstart hat Alfa Romeo ein Auto umbenannt. Der Name „Milano“ stieß offenbar auf politischen Widerstand.
Wenn es um die Namenswahl von Automodellen geht, hat nicht jeder Hersteller immer ein glückliches Händchen. Denn nicht in jedem Land hat ein Modellname dieselbe Bedeutung wie im Land des Autobauers – und so kommen durchaus kuriose Bezeichnungen zustande, wie beispielsweise ein Fiat „Trottel“ (so kann man „Uno“ auf Schwedisch übersetzen). In besonders extremen Fällen werden Fahrzeuge dann im jeweiligen Land sogar umgetauft: Wie zum Beispiel der Mitsubishi Pajero, der in spanischsprachigen Ländern Montero heißt. Auch Alfa Romeo hat nun ein Modell umbenannt – offensichtlich auf politischen Druck hin.
Darf ein Auto mit Namen „Milano“ in Polen produziert werden?
Weltpremiere hatte Alfa Romeos neues SUV, das entweder rein elektrisch angetrieben oder als Plug-in-Hybrid zu haben ist, noch unter dem Namen „Milano“ gefeiert – also der italienischen Bezeichnung für die Stadt Mailand. Dort wurde der Autobauer einst gegründet. Die Benennung stieß allerdings einigen Politikern ganz offenbar sauer auf. Der Grund: Der Name suggeriere praktisch, dass es sich um ein Italien produziertes Auto handele – das SUV läuft aber in Polen vom Band.
Alfa Romeo sieht bei sich keinen Fehler – benennt den „Milano“ aber trotzdem um
Argumentiert wurde von politischer Seite mit einem Gesetz, nach dem es unzulässig ist, italienische Markennamen für Produkte zu verwenden, die nicht in Italien hergestellt werden. Dieses bezieht sich allerdings eigentlich auf Lebensmittel – also etwa Parmaschinken.
Wie Alfa Romeo in einer Stellungnahme mitteilte, sei man überzeugt, mit dem Namen alle Anforderungen erfüllt zu haben. Obwohl man nicht dazu verpflichtet gewesen sei, habe man sich dennoch entschlossen, im Sinne des „gegenseitigen Verständnis“, die Bezeichnung des Modells zu ändern. Nun habe man sich für den Namen Junior entschieden, weil auch dieser „eng mit der Geschichte unserer Marke“ verbunden sei.
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Wirbel um Namensänderung: Alfa Romeo freut sich über die Aufmerksamkeit
Tatsächlich hat das Hin und Her um den Namen dem italienischen Autobauer offenbar eher geholfen als geschadet. Der Internetauftritt habe eine noch nie dagewesene Anzahl von Besuchen verzeichnet, zeitweise sei die Website aufgrund des Andrangs sogar abgestürzt, erklärte Alfa-Romeo-Chef Jean-Philippe Imparato. Übrigens können nicht nur Autonamen in anderen Ländern kurios klingen – auch so manches Verkehrsschild löst Verwirrung aus.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Der Alfa Milano – beziehungsweise jetzt Junior – ist das erste Elektroauto der italienischen Marke. Gebaut wird er im polnischen Tychy. Zur ursprünglichen Namensfindung hatte der Hersteller auch Fans der Marke befragt. Die Wahl fiel schließlich auf „Milano“, die Gründungsstadt der Marke. Auch die Bezeichnung „Junior“ hat bei Alfa Tradition. Zum ersten Mal verwendet wurde sie 1966 für eine Variante des Giulia Sprint GT, die vor allem jüngere Kunden ansprechen sollte. Später trugen dann auch Modelle wie GT 1300 den jugendlichen Beinamen.