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Gesunder Darm: Wie Mikrobiom beim Abnehmen helfen kann

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Möchten Sie abnehmen? Dann machen Sie das Mikrobiom im Darm zu Ihrem Verbündeten. Eine gesunde Darmflora kann bei Ihrer Gewichtsabnahme helfen.

Milliarden Bakterien und Viren besiedeln nicht nur unsere Haut und andere Körperregionen, sondern vor allem auch den Darm. Diese Mikroorganismen sind von zentraler Bedeutung für den menschlichen Körper und werden von Experten auch Mikrobiom genannt. Das Mikrobiom des Darms repräsentiert die Gesamtheit aller Mikroorganismen in diesem Bereich des Körpers und wird auch als Damflora bezeichnet. Befindet sich die Darmflora oder das Mikrobiom im Gleichgewicht, kann dies auch beim Abnehmen helfen.

Gesunder Darm: Mikrobiom hilft beim Abnehmen – durch richtige Ernährung umprogrammieren

Mit der richtigen Ernährung kann man das Mikrobiom im Darm auf schlank trimmen. So hilft es auch beim Abnehmen.

Laut Ernährungs- und Sportmedizinerin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann können nur wenige ihr Wunschgewicht aufgrund einer Einheitsdiät halten, wie sie gebenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) erklärt. Jeder Mensch habe jedoch ein individuelles Gewichtsprofil und ganz persönliche Figurkiller. Dies hängt mit dem Mikrobiom zusammen. Wie Axt-Gadermann verrät, kann dieses auf Abnehmen umprogrammiert werden. „Ein paar Wochen Geduld sollte man aber haben. Das Mikrobiom ist kein wendiges Rennboot, das auf jedes Manöver schnell reagiert, sondern eher ein behäbiger Tanker, der etwas Zeit braucht, um zu wenden“, so die Expertin.

Um das Mikrobiom auf schlank einzustellen, sollte man der Expertin zufolge seinem Darm Präbiotika zuführen. Dabei handelt es sich um unverdauliche Kohlehydrate, die durch Darmmikroben verarbeitet werden können. Nach Angaben der Medizinerin haben zahlreiche Lebensmittel probiotische Wirkungen. „Viele sind auf unseren Tischen aber noch eher unüblich. Pastinaken zum Beispiel, Topinambur oder Maniokwurzel.“ Folgende gängige Lebensmittel sind jedoch ebenfalls ein guter Lieferant von Präbiotika:

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Abnehmen mit gesundem Darm: Probiotische Bakterien können Diät unterstützen

Eine Diät kann außerdem durch probiotische Bakterien unterstützt werden. „Hier müssen es aber die Richtigen sein“, meint Axt-Gadermann und verweist auf Studien, die positive Effekte für bestimmte Bakteriengruppen gezeigt haben. Durch gezielte und richtige Ernährung könne man diese Bakterien unterstützen. Sogenannte Bifidobakterien halten beispielsweise schädliche Darmbakterien fern. Sie können gefördert werden durch Blaubeeren, Granatapfelkernen, Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Fisch, Leinöl oder Rapsöl) und grünen Tee.

Ob das Mikrobiom Unterstützung benötigt, kann man anhand seines Lebensstils überprüfen. Eine ballaststoffarme, fettreiche Ernährung sowie wenig Bewegung schädigt dem Biotop im Darm. Nach einer Darmsanierung, wenn sie zum Beispiel vor einem medizinischen Eingriff notwendig ist, sollte außerdem anschließend die Darmflora wieder aufgebaut werden. Möchten Sie es ganz genau wissen, dann können auch Ärzte den Zustand des Mikrobioms überprüfen.

Sie helfen beim Abnehmen: Zehn Lebensmittel, die dem Darm guttun

Leinsamen
Leinsamen enthalten viele Ballaststoffe, die für einen gesunden Darm förderlich sind. Schließlich regen sie die Verdauung an und sorgen für eine langanhaltende Sättigung. So können sie auch beim Abnehmen unterstützen.  © kostin77/IMAGO
Pumpernickel
In Vollkornprodukten wie etwa Vollkornbrot sind vom Korn noch Schale, Keimling und Mehlkörper enthalten. Es enthält Ballaststoffe, Mineralstoffe und B-Vitamine, die besonders gut sättigen und die Verdauung anregen. So helfen sie nicht nur beim Abnehmen, sondern haben auch einen positiven Effekt auf den Darm und die Gesundheit. © HLPHOTO/IMAGO
Artischocken auf dem Blech
Artischocken enthalten viel Inulin, bei dem es sich um einen Mehrfachzucker handelt. Er zählt zu den Präbiotika und dient den guten Darmbakterien. © Westend61/IMAGO
Kichererbsen in Schüssel
Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Linsen und Erbsen sollten auch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Denn sie enthalten viele Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora. © Elenathewise/IMAGO
Zwei Gläser Joghurt
Naturjoghurt zählt zu den fermentierten Lebensmitteln, die vor allem wegen der Milchsäurebakterien gesund sind. Diese sorgen für eine leicht saure Umgebung im Darm, wodurch unerwünschte Bakterien abgetötet werden. Da fermentierte Lebensmittel auch reich an Ballaststoffen sind, können sie zusätzlich beim Abnehmen helfen. Sie regen die Verdauung an und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. © Zahard/IMAGO
Bananen
Inulin ist ein Mehrfachzucker und Ballaststoff, der beispielsweise in Bananen enthalten ist. Er dient den guten Darmbakterien als Futter und zählt deshalb zu den sogenannten Präbiotika. Inulin wirkt sich außerdem besonders günstig auf das Wachstum von entzündungshemmenden Darmbakterien aus. Auch Artischocken und Chicorée enthalten Inulin, der den Blutzucker stabil hält und die Verdauung anregt – und dadurch das Abnehmen unterstützen kann. © Imaginechina-Tuchong/IMAGO
Lachs
Fisch enthält viele der gesunden, ungesättigten Fettsäuren. Sie sind ebenfalls gut für den Darm, denn sie fördern und stärken die Schleimproduktion sowie das Zellwachstum und die Schutzfunktion.  © Ivanna/IMAGO
Geriebener Apfel und geriebene Karotte auf einem Teller
Obst- und Gemüsebrei enthalten Quellstoffe, die eine gesunde Darmflora fördern. Darmbakterien bauen dabei Quellstoffe zu kurzkettigen Fettsäuren ab, welche die Darmschleimhaut ernähren. Geriebener Apfel oder Möhrenbrei enthalten beispielsweise Quellstoffe. © profotokris/IMAGO
Pellkartoffeln
Pellkartoffeln gelten als darmgesundes Essen. Die Struktur der in Kartoffeln enthaltenen Stärke ändert sich, wenn sie gekocht und abgekühlt sind. So entsteht resistente Stärke, die einen positiven Effekt auf die Darmflora hat. Weil der Verdauungstrakt sie nicht zersetzen kann, zählt sie zu den Ballaststoffen. Sie wird außerdem zu Buttersäure abgebaut, die wiederum das Wachstum der Darmschleimhaut anregt und den Darm auf diese Weise schützt. Zudem verringert sich der Gehalt an Kohlenhydraten bei abgekühlten Kartoffeln, sodass sie das Abnehmen eher unterstützen. © CSP_rawlik/IMAGO
Sauerkraut im Topf
Frisches Sauerkraut zählt zu den fermentierten Lebensmitteln, die mithilfe von Bakterien, Pilzen und Enzymen länger haltbar gemacht werden. Wertvolle Bakterienstämme wie Milchsäurebakterien entstehen dabei während des Gärungsprozesses. Diese werden auch Probiotika genannt und dienen der Darmflora. Sauerkraut ist zudem extrem kalorien- und fettarm und eignet sich deshalb auch zum Abnehmen. Naturjoghurt, Käse und Apfelessig gehören ebenfalls zu den fermentierten, probiotischen Lebensmitteln. © imago stock&people/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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