Verminderte Wasserqualität

Laut Stiftung Warentest: So schädlich können Wasserfilter für die Gesundheit sein

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Viele Haushalte schwören auf Wasserfilter, dabei sind diese meist nicht notwendig. Im schlimmsten Fall können sie die Wasserqualität sogar verschlechtern.

Frankfurt – Hersteller von Wasserfiltern versprechen zahlreiche Vorteile durch die Verwendung ihrer Produkte. Schadstoffe sollen entfernt und der Geruch und Geschmack des Wassers verbessert werden. Dabei ist das gar nicht notwendig, wie Studien gezeigt haben. Zumindest in Deutschland nicht.

Trinkwasser ist eines der am stärksten regulierten Lebensmittel in Deutschland. In den meisten Fällen kann es bedenkenlos getrunken werden, ohne die Gesundheit zu gefährden. Die Verwendung eines Wasserfilters ist laut dem Umweltbundesamt nicht notwendig. Im schlimmsten Fall können Filter laut Stiftung Warentest sogar einen negativen Einfluss auf die Trinkwasserqualität haben.

Auch durch Abkochen kann Nitrit oder Nitrat nicht entfernt werden.

Geringes Risiko beim Genuss von Trinkwasser – Wasserfilter helfen bei Hygieneproblemen nicht

Das deutsche Trinkwasser wird regelmäßig kontrolliert und muss viele gesetzliche Auflagen erfüllen. Trinkwasser aus Hausbrunnen wird weniger streng überwacht. Demnach könnte angenommen werden, dass Wasserfilter in diesem Fall zu einer besseren Wasserqualität führen. Sollten größere Hygieneprobleme im Trinkwassernetz oder im Hausbrunnen aufkommen, können diese aber nicht durch einen Filter ausgeglichen werden. Hier sollte eine Analyse und Beratung durch Fachleute vorgenommen werden.

Probleme in der Wasserqualität können an veralteten Leitungen liegen, durch die Blei oder Kupfer in das Wasser gelangen können. Bleirohre werden aber seit den 1970er Jahre nicht mehr verbaut. Falls durch veraltete Sanitärsysteme Bedenken aufkommen, sollte die Wasserqualität getestet werden. Es ist die Verantwortung der Vermieter und Vermieterinnen und Hauseigentümer und Hauseigentümerinnen, für eine angemessene Trinkwasserqualität zu sorgen.

Verschlechterung der Wasserqualität durch Wasserfilter

In einem Wasserfilter können sich Bakterien und Keime sammeln und vermehren. Das kann besonders leicht passieren, wenn der Filter nicht oft genug gereinigt oder gewechselt wird, informiert Stiftung Warentest. Im schlimmsten Fall kann sogar Schimmel auftreten. In größeren Mengen können Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder EHEC zu Durchfall führen. Auch Legionellen können, sollten sie in die Luftröhre geraten, leichte grippeähnliche Symptome bis hin zu Lungenentzündungen verursachen. Zusätzlich werden bei handelsüblichen Filtern wertvolle Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium aus dem Wasser entfernt.

Ein weiteres Risiko ist der Fakt, dass häufig unklar ist, wann die Wirkung des Filters dem Ende zugeht. Dies kann oft früher sein, als vom Hersteller angegeben. Wird der Filter zu lange verwendet, kann es zu einem Filterdurchbruch kommen. Das Gerät gibt in einem Schwall den Großteil der herausgefilterten Schadstoffe wieder ab. Das kann ein Risiko für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Kinder darstellen. Deshalb sollte das Wasser nach dem Filtern noch abgekocht werden.

Weiter versprechen Hersteller die Verminderung von Nitraten. Stiftung Warentest schreibt, dass herkömmliche Filter, die getestet wurden, keine Nitrate herausfiltern. Die meisten Wasserversorger unterschreiten den Nitratgrenzwert ohnehin deutlich und stellen somit keine Gefahr dar.

Wasser sparen im Alltag: Mit diesen elf einfachen Tipps

Ein Wassertropfen tropft von einem alten Wasserhahn im Aussenbereich.
Mit den folgenden elf Tipps kann jeder ganz einfach Wasser sparen. Der erste Tipp: Wasserhahn zudrehen! Egal ob beim Händewaschen oder Duschen: Beim Einseifen, Einshampoonieren und Rasieren sollte der Hahn zugedreht werden. Jeder Tropfen zählt. © picture alliance/dpa | Wolfram Steinberg
Eine Frau schöpft in einem Garten, aus einer fast leeren Regentonne, mit einer Gießkanne das verbliebene Wasser vom Boden auf.
Tipp 2: Regenwasser nutzen! Wer Regenwasser in Tonnen oder einer Zisterne auffängt und zum Gießen nutzt, spart Trinkwasser. Das Regenwasser kann übrigens nicht nur für die Gartenbewässerung, sondern auch für die Klospülung oder die Waschmaschine genutzt werden.  © picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Blumen werden in einem Garten mit Wasser aus einer Gießkanne gegossen.
Tipp 3: Richtig gießen: Generell sollte nicht tagsüber, sondern in den frühen Morgenstunden oder am Abend gegossen werden – da sonst jede Menge Wasser verdunstet. Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft, empfiehlt außerdem laut dpa, den Rasen seltener, dafür aber ausreichend zu gießen, sodass das Wasser bis in die Tiefen absinkt. Ausreichend seien etwa 15 Liter Wasser pro Quadratmeter.  © picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Ein Mann duscht sich im Gegenlicht der Sonne unter einer Brause in einem Freibad.
Tipp 4: Duschen statt Baden – je kürzer der Duschgang, desto besser. Wer weniger als zehn Minuten duscht, verbraucht weniger Wasser als beim Baden. Je nach Duschkopf werden innerhalb von sechs Minuten 30 bis 80 Liter Wasser verbraucht. Ein Vollbad in einer herkömmlichen Wanne verbraucht laut dpa hingegen 150 bis 200 Liter.  © picture alliance/dpa | Friso Gentsch
Beim Zähneputzen kann viel Wasser gespart werden: Einfach einen Becher benutzen.
Tipp 5: Beim Zähneputzen kann viel Wasser gespart werden: Einfach einen Becher benutzen, das verbraucht deutlich weniger Wasser als beim Schöpfen mit den Händen.  © picture alliance / PantherMedia | YEVGEN RYCHKO
Toilette in Potsdam.
Tipp 6: Toiletten verbrauchen Unmengen an Wasser. WC-Sparspülkästen und Spartasten können beim Wassersparen helfen. WCs mit alten Spülkästen benötigen laut wc-frisch.de bis zu 15 Liter Wasser. Neue Spülkästen sind mit drei bis fünf Litern vergleichsweise sparsam. Vor allem die Spartaste bei kleinem Geschäft spart Wasser. © picture alliance / ZB | Ralf Hirschberger
Ein Aufkleber mit Angaben zur Energieeffizienzklasse ist auf einer Waschmaschine angebracht.
Tipp 7: Auch beim Waschen kann viel Wasser gespart werden: Die Trommel sollte möglichst voll beladen werden.  © picture alliance/dpa | Monika Skolimowska
Geschirrspüler im ECO-Modus.
Tipp 8: Viele elektrische Geräte wie Wasch- und Spülmaschinen besitzen Eco-Programme, die automatisch beim Wassersparen helfen.  © picture alliance / Zoonar | DesignIt
Ein junger Mann spült Geschirr in einem Waschbecken ab.
Tipp 9: Wassersparen beim Geschirrspülen: Nicht einzeln spülen! Dreckiges Geschirr sollte gesammelt werden. Dann muss das Waschbecken nur einmal mit Wasser gefüllt werden. Zuerst die weniger dreckigen Sachen spülen, wie Gläser und Tassen, Pfannen und Töpfe zum Schluss.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen
Ein Bodenreiniger und ein Putzeimer.
Tipp 10: Statt den dreckigen Lappen beim Putzen immer wieder unter dem laufenden Wasserhahn auszuspülen, einfach einen Eimer mit Wasser füllen und nutzen. © picture alliance / dpa | Arno Burgi
Kommt der Hitze-Sommer oder nicht?
Tipp 11: Statt sich einen ohne hin teuren Pool zuzulegen und mit Unmengen an Wasser zu befüllen: Einfach an den See fahren oder öffentliche Freibäder nutzen. © Christin Klose/dpa-mag

Ratschläge des Umweltbundesamtes für bessere Trinkwasserqualität

Das Umweltbundesamt rät in einer Broschüre von der Verwendung von Wasserfiltern ab. Stattdessen gibt es den Hinweis, das Trinkwasser nicht zu lange stagnieren zu lassen. Durch unregelmäßige Verwendung der Leitungen kann es zu Verunreinigung kommen. Wasser, dass seit über vier Stunden in der Leitung steht, sollte abgelaufen werden lassen. Leitungsabschnitte, die auf längere Dauer wenig oder nicht genutzt werden, sollten vom übrigen Leitungsnetz abgetrennt werden, um das Risiko zu vermindern.

Statt einen Filter zu verwenden, gibt es andere Dinge, auf die geachtet werden sollte. Besteht der Verdacht auf eine Gesundheitsgefährdung durch Schadstoffe im Wasser, ist es wichtig, dies analysieren zu lassen. Einige Wasserversorger bieten dies sogar kostenlos an, sollten sich Schwangere oder Babys im Haushalt befinden.

Rubriklistenbild: © William Perugini/Imago

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