VonNico Reiterschließen
Viele Haushalte schwören auf Wasserfilter, dabei sind diese meist nicht notwendig. Im schlimmsten Fall können sie die Wasserqualität sogar verschlechtern.
Frankfurt – Hersteller von Wasserfiltern versprechen zahlreiche Vorteile durch die Verwendung ihrer Produkte. Schadstoffe sollen entfernt und der Geruch und Geschmack des Wassers verbessert werden. Dabei ist das gar nicht notwendig, wie Studien gezeigt haben. Zumindest in Deutschland nicht.
Trinkwasser ist eines der am stärksten regulierten Lebensmittel in Deutschland. In den meisten Fällen kann es bedenkenlos getrunken werden, ohne die Gesundheit zu gefährden. Die Verwendung eines Wasserfilters ist laut dem Umweltbundesamt nicht notwendig. Im schlimmsten Fall können Filter laut Stiftung Warentest sogar einen negativen Einfluss auf die Trinkwasserqualität haben.
Geringes Risiko beim Genuss von Trinkwasser – Wasserfilter helfen bei Hygieneproblemen nicht
Das deutsche Trinkwasser wird regelmäßig kontrolliert und muss viele gesetzliche Auflagen erfüllen. Trinkwasser aus Hausbrunnen wird weniger streng überwacht. Demnach könnte angenommen werden, dass Wasserfilter in diesem Fall zu einer besseren Wasserqualität führen. Sollten größere Hygieneprobleme im Trinkwassernetz oder im Hausbrunnen aufkommen, können diese aber nicht durch einen Filter ausgeglichen werden. Hier sollte eine Analyse und Beratung durch Fachleute vorgenommen werden.
Probleme in der Wasserqualität können an veralteten Leitungen liegen, durch die Blei oder Kupfer in das Wasser gelangen können. Bleirohre werden aber seit den 1970er Jahre nicht mehr verbaut. Falls durch veraltete Sanitärsysteme Bedenken aufkommen, sollte die Wasserqualität getestet werden. Es ist die Verantwortung der Vermieter und Vermieterinnen und Hauseigentümer und Hauseigentümerinnen, für eine angemessene Trinkwasserqualität zu sorgen.
Verschlechterung der Wasserqualität durch Wasserfilter
In einem Wasserfilter können sich Bakterien und Keime sammeln und vermehren. Das kann besonders leicht passieren, wenn der Filter nicht oft genug gereinigt oder gewechselt wird, informiert Stiftung Warentest. Im schlimmsten Fall kann sogar Schimmel auftreten. In größeren Mengen können Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder EHEC zu Durchfall führen. Auch Legionellen können, sollten sie in die Luftröhre geraten, leichte grippeähnliche Symptome bis hin zu Lungenentzündungen verursachen. Zusätzlich werden bei handelsüblichen Filtern wertvolle Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium aus dem Wasser entfernt.
Ein weiteres Risiko ist der Fakt, dass häufig unklar ist, wann die Wirkung des Filters dem Ende zugeht. Dies kann oft früher sein, als vom Hersteller angegeben. Wird der Filter zu lange verwendet, kann es zu einem Filterdurchbruch kommen. Das Gerät gibt in einem Schwall den Großteil der herausgefilterten Schadstoffe wieder ab. Das kann ein Risiko für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Kinder darstellen. Deshalb sollte das Wasser nach dem Filtern noch abgekocht werden.
Weiter versprechen Hersteller die Verminderung von Nitraten. Stiftung Warentest schreibt, dass herkömmliche Filter, die getestet wurden, keine Nitrate herausfiltern. Die meisten Wasserversorger unterschreiten den Nitratgrenzwert ohnehin deutlich und stellen somit keine Gefahr dar.
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Ratschläge des Umweltbundesamtes für bessere Trinkwasserqualität
Das Umweltbundesamt rät in einer Broschüre von der Verwendung von Wasserfiltern ab. Stattdessen gibt es den Hinweis, das Trinkwasser nicht zu lange stagnieren zu lassen. Durch unregelmäßige Verwendung der Leitungen kann es zu Verunreinigung kommen. Wasser, dass seit über vier Stunden in der Leitung steht, sollte abgelaufen werden lassen. Leitungsabschnitte, die auf längere Dauer wenig oder nicht genutzt werden, sollten vom übrigen Leitungsnetz abgetrennt werden, um das Risiko zu vermindern.
Statt einen Filter zu verwenden, gibt es andere Dinge, auf die geachtet werden sollte. Besteht der Verdacht auf eine Gesundheitsgefährdung durch Schadstoffe im Wasser, ist es wichtig, dies analysieren zu lassen. Einige Wasserversorger bieten dies sogar kostenlos an, sollten sich Schwangere oder Babys im Haushalt befinden.
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