Tatort, Tagesschau, extra 3

Erhöhung der GEZ-Gebühren? Millionen-Projekt der ARD soll von Beitragszahlern finanziert werden

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Tatort, Tagesschau, extra 3: Die ARD will in digitale Transformation und Streaming finanzieren. Das Geld dafür soll angeblich aus den Rundfunkgebühren kommen.

München - 18,36 Euro pro Monat: So viele Gebühren werden grundsätzlich von den öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Sendern in Deutschland pro angemeldeter Wohnung erhoben. Egal, wie viele Menschen in diesen vier Wänden leben.

GEZ-Gebühren: ARD finanziert damit etwa Tatort oder die Tagesschau

Abgerechnet wird in der Regel alle drei Monate, dann gehen 55,08 Euro vom jeweiligen Konto ab. Der jeweilige Betrag richtet sich laut rundfunkbeitrag.de dabei nach der Anzahl der Beitrags­zahler mit Wohn­sitz und/oder Betriebs­stätte im Bundes­land der jeweiligen Landes­rund­funk­anstalt. In einer Beispielrechnung heißt es, dass von den 18,36 Euro monatlich 12,78 Euro an die ARD gehen, 4,69 Euro an das ZDF, 0,54 Euro an das Deutschlandradio und 0,35 Euro an die jeweiligen Landesmedienanstalten.

Tatort, Tagesschau, extra 3 - kombiniert mit Werbung werden aus den landesweiten Rundfunkgebühren, ehemals GEZ, etwa beliebte Krimis, Nachrichten- und Satire-Sendungen der ARD finanziert. Das Erste, wie sich die ARD auch nennt, will einem Bericht zufolge nun enorm in ihre digitale Transformation und insbesondere in das Online-Streaming investieren. Das Geld dafür soll angeblich von den Beitragszahlern kommen.

GEZ-Gebühren: Hunderte Millionen für das ARD-Streaming in der Mediathek?

Das schreibt der Branchendienst Medieninsider und beruft sich auf ein internes Arbeitspapier des TV-Senders. Demnach will die ARD zusätzlich 330 Millionen Euro für die „digitale Erneuerung“ ausgeben. So soll der Ausbau non-linearer Angebote forciert werden. Es geht also vorrangig um das Streaming. Das Geld für die angepeilte Investitionen soll dem Bericht zufolge allerdings nicht nur aus Umschichtungen vorhandener Budgets kommen, sondern direkt von den Beitragszahlern.

Steigen die GEZ-Gebühren, weil die ARD massiv ins digitale Streaming finanzieren will? (Symbolfoto)

„Die ARD will in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung von Technologie investieren. Dabei geht es zunächst um den Ausbau des gemeinsamen Streamingnetzwerks mit dem ZDF“, hatte der neue ARD-Vorsitzende Kai Gniffke laut Medieninsider im März auf einer Fachtagung der Evangelischen Akademie Tutzing am Starnberger See (Landkreis Starnberg) erzählt.

Das Ziel: Der öffentlich-rechtliche Sender soll mit Streaming-Giganten wie Netflix oder Amazon Prime zumindest mithalten können. Demnach soll unter anderem die Kooperation mit „dem Zweiten“ (ZDF) im Bereich Online-Streaming ausgebaut werden, dasselbe gelte für „die Dritten“, also zum Beispiel für den Südwestrundfunk (SWR) oder den Bayerischen Rundfunk (BR). Die Devise: Nicht alle sollen alles machen.

GEZ-Gebühren: Wird der Rundfunkbeitrag für ARD und ZDF erhöht?

Dass die Finanzierung ebenfalls aus den Rundfunkgebühren erfolgen soll, für diese Nachricht gibt es seitens der ARD bislang keine offizielle Bestätigung. Zuletzt hatte es bereits Berichte gegeben, wonach der GEZ-Rundfunkbeitrag monatlich auf 25 Euro erhöht werden soll. Auch dazu fehlt bislang eine öffentliche Stellungnahme. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / U. J. Alexander

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