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Öko-Test hat Glühweine untersucht. Die Unterschiede zwischen den Produkten sind erstaunlich. Unter den Testsiegern gibt es eine Überraschung.
Hamm - Wenn es draußen immer kälter und dunkler wird, bleibt uns wenigstens dieser tröstliche Gedanke: Bald ist Advent, bald ist Weihnachten. Was gibt es Schöneres, als sich in dieser Zeit mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt zu treffen und einen Glühwein zu trinken? Wenn schon nicht die Atmosphäre, so lässt sich doch zumindest der Geschmack nach Hause holen. Etliche Hersteller bieten die süße und würzige Rotweinmischung in Flaschen an. Öko-Test hat verschiedene Glühweine untersucht (Testbericht in Ausgabe 12/2023) – und erstaunliche Unterschiede festgestellt.
Glühwein im Test: Vier Testsieger und eine Überraschung
Vorab: Die strengen Tester des Verbrauchermagazins haben bei nur wenigen Glühweinen Mängel gefunden. Im Gegensatz etwa zu einem aktuellen Test von Margarine, bei dem es siebenmal die Note 6 hagelte, oder bei der Bewertung von Chips, von denen fast die Hälfte durchfiel, ist der Klassenspiegel beim Glühwein mehr als ordentlich. Alle neun Produkte im Test wurden sozusagen versetzt. Die schlechteste Note war ein „ausreichend“, und zwar für „Omas Glühwein“ der St. Lorenz Weinkellerei.
Vier Produkte erhielten ein „sehr gut“. Dazu gehörten alle drei Bio-Glühweine im Test und als Überraschungsgast unter den Testsiegern der rote „Premium Glühwein“ des Discounters Aldi Nord. Folgende Glühweine erhielten von Öko-Test die Note 1:
- „Alnatura Glühwein“ von Alnatura (4,65 Euro pro Liter)
- „Heißer Hirsch“ von Acht Grad Plus (5,98 Euro pro Liter)
- „Hygge Glühwein“ von Voelkel (5,70 Euro pro Liter)
- „Premium Glühwein, rot“ von Aldi Nord (Andreas Oster Weinkellerei/ 3,32 Euro pro Liter)
Der getestete Glühwein von Aldi beweist, dass guter Glühwein nicht teuer sein muss. Er gehörte zu den preisgünstigsten im Test.
Öko-Test: Viermal „sehr gut“ für Glühweine, aber großer Unterschied bei Zucker
Trotz der guten Noten: Nicht alles im Test war in Ordnung. Bei der Laboruntersuchung wurde festgestellt, dass alle sechs Nicht-Bio-Glühweine mindestens ein Pestizid in Spuren enthalten, manchen sogar Spuren von drei Spritzgiften. In einem der konventionellen Produkte fanden die Tester mit Iprovalicarb und Dimethomorph zwei aus ihrer Sicht „besonders bedenkliche Pestizide“. Alle drei Bio-Weine waren dagegen frei von Pflanzenschutzmitteln.
Neben den Inhaltsstoffen des Glühweins bewerteten die Experten auch den Geruch und Geschmack. Die geschulten „Sensorik-Experten“ hatten nur bei wenigen Weinen etwas zu bemängeln. Bei einem schmeckten sie die Verpackung heraus. Punktabzüge gab es auch für künstliche Vanillearomen - „die sind nicht authentisch für Glühwein“, so die Tester.
Auffällig waren die großen Unterschiede beim Zuckergehalt. So enthält der „Heiße Hirsch“ 93 Gramm Zucker pro Liter, der rote „Hygge Glühwein“ Voelkel dagegen nur 72 Gramm. Zum Vergleich: In einem Liter Coca Cola sind ungefähr 106 Gramm Zucker.
Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa
