- VonKatja Heilschließen
Glühwein ist das Nummer-Eins-Getränk auf dem Weihnachtsmarkt oder bei Adventsfeiern. Aber warum wird man eigentlich so schnell davon betrunken?
Glühwein ist klassischerweise ein heißes alkoholisches Getränk aus Rotwein, der mit Gewürzen versetzt ist. Inzwischen gibt es Glühwein auch aus Weißwein oder Rosé und natürlich alkoholfrei. Gewürzten, heißen Wein gab es schon im antiken Rom, damals wurde er häufig als Heilmittel gegen Erkältungen und Grippe verwendet. Kommerziell vertrieben wurde Glühwein übrigens erstmals im Jahre 1956. Die wichtigsten Fakten zum heißen Wein:
Das gehört in einen guten Glühwein:
Rotwein, Weißwein oder Rosé
Zucker
Gewürze wie Zimt, Nelken, Sternanis
Orangenschalen oder Zitronenschalen
Nach Belieben mit Schuss, zum Beispiel mit Brandy oder Rum
Welcher Rotwein eignet sich am besten für Glühwein?
Wenn wir Glühwein zu Hause selbst zubereiten, stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Welcher Rotwein ist am besten geeignet und gibt dem Seelenwärmer das beste Aroma? Besonders für roten Glühwein geeignet sind gerbstoffarme Rotweinsorten, wie der Spätburgunder, Dornfelder oder Portugieser. Diese Weine haben Aromen, die an Kirschen oder Johannisbeeren erinnern, welche besonders gut zu den klassischen Gewürzen passen.
Eine leckere Variante, ist der weiße Glühwein, der idealerweise Sorten wie Kerner oder Müller-Thurgau als Grundlage hat. In Norddeutschland trinkt man übrigens gerne den „Heißen Seehund“ auf Weihnachtsmärkten: Statt Nelken gibt man hier Rosinen in den heißen Weißwein. Wenn man Glühwein fertig kauft, sind Winzerglühweine, direkt vom Erzeuger zu empfehlen.
Hat Glühwein nach dem Erwärmen noch Alkohol?
Wichtig bei der Zubereitung von Glühwein zu Hause ist, ihn nicht zu stark zu erhitzen, sondern nur köcheln zu lassen und knapp unter dem Siedepunkt zu halten. Wenn der Glühwein anfängt zu kochen, geht nämlich das empfindliche Fruchtaroma verloren. Ab einer Temperatur von 78 Grad entweicht außerdem der Alkohol, der Zucker beginnt zu karamellisieren und das schöne Getränk wird bitter und fad.
Wer oft und gerne Glühwein zu Hause zubereitet, legt sich am besten ein Küchenthermometer zu. Mithilfe des Temperaturmessers hat man die Hitze des Glühweins immer unter Kontrolle und kann so vermeiden, dass Geschmack und Alkohol verloren gehen und der Zucker zu karamellisieren beginnt. Ideal sind 72 bis 73 Grad, also weit unter dem Siedepunkt.
Woher kommt der Name Glühwein und kann er bei einer Erkältung helfen?
Die Bezeichnung Glühwein für heiß gemachten und gewürzten Wein ist im im 17. Jahrhundert entstanden. Erst wurde er als „geglühter Wein“ bekannt, was wiederum von der ursprünglichen Bedeutung „auf Glut erhitzter Wein“ stammt. Glühwein wird in der Schweiz auch Heisswein, Warmwein oder mundartlich Warmer Wii, in Graubünden auch als Weinwarm bezeichnet.
Früher wurde Glühwein auch gerne zu medizinischen Zwecken verabreicht, um sich aufzuwärmen und um Infekte zu mildern. Auch heute noch gilt er als Hausmittel bei Erkältung und Co., doch sollte man bei einem grippalen Infekt besser auf Glühwein verzichten. Der Alkohol schadet dem angeschlagenen Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser, was insbesondere bei Fieber ungünstig ist. Lieber zu Kräutertees oder heißer Zitrone greifen.
Warum macht Glühwein so schnell betrunken?
Jeder, der schon mal Glühwein getrunken hat, kennt den Effekt: Schon nach einer Tasse merkt man die Wirkung des Alkohols deutlich. Wärme und Zucker spielen eine große Rolle bei der Alkoholaufnahme ins Blut. Durch die Wärme des Glühweins wird die Durchblutung schon im Mund- und Rachenraum und später im Magendarmtrakt gesteigert, wodurch Alkohol leichter resorbiert wird und durch den hohen Zuckergehalt wird dieser Effekt noch verstärkt.
Außerdem überlagert der süße Geschmack des heißen Weins den des Alkohols, sodass man dazu verleitet wird, mehr zu trinken, als einem guttut. Das kann leider üble Folgen haben, denn das Gemisch aus Alkohol und Zucker sorgt oft für einen dicken Schädel und kann einen richtig üblen Kater zur Folge haben. Wie Sie sich auf dem Weihnachtsmarkt vor Taschendieben schützen, erfahren Sie bei LUDWIGSAFEN24. (khei)
Rubriklistenbild: © xafrica_imagesx/IMAGO
