VonLucas Maierschließen
Spam-Mails gehören zu den digitalen Plagen des 21. Jahrhunderts. Viele Nutzer scheinen jedoch noch keinen richtigen Umgang damit zu haben.
Kassel – 3,7 Millionen E-Mails werden weltweit pro Sekunde verschickt. Mit einem Anteil von 75 Prozent entfällt der Großteil davon auf sogenannte Spam-Mails, wie das Technologie-Marktforschungsunternehmen The Radicati Group schreibt.
Doch wie umgehen mit der Flut an ungewollten und meist nicht ungefährlichen Mails. Die Versuchung, Spam-E-Mails direkt aus dem Postfach zu löschen, erscheint auf den ersten Blick nachvollziehbar und logisch. Experten und Mail-Anbieter sind sich jedoch einig, Spam-Mails sollten nie direkt gelöscht werden.
Spam-Mails: Studie zeigt das über die Hälfte der Deutschen falsch handelt
Die Hälfte der Deutschen nutzt ein E-Mailpostfach von web.de oder GMX, berichtet GMX. In einer gemeinsamen Studie der beiden Anbieter zeigte sich, dass 60 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer falsch mit Spam-Mails umgehen – indem sie diese löschen.
- Studie zum Mailverhalten
- Auftraggeber: Web.de und GMX
- Durchgeführt von: Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland GmbH
- Zeitraum: 21. bis 23. Oktober 2019
- Ergebnisse: Sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung
- Quelle: Newsroom GMX
Lediglich 19 Prozent handelten laut der Studie richtig. Dabei ist der richtige Umgang mit Spam-Mails nicht komplizierter als das direkte Löschen. Doch wie sollte idealerweise vorgegangen werden?
Alternative ist nachhaltiger als Löschen: Diese Vorteile hat der richtige Umgang mit Spam-Mails
Mittlerweile verfügen die meisten Mailprogramme über einen sogenannten Spamfilter. Dieser kann Spam-Mails erkennen und direkt in den Spamordner verschieben. Die Vorteile liegen hier auf der Hand.
- Vorteile eines Spamfilters
- Sauberes Postfach: Das Postfach wird nicht unnötig von Spammails blockiert.
- Mehr Sicherheit: Die Wahrscheinlichkeit auf eine Spammasche hereinzufallen oder aus Versehen schädliche Inhalte zu downloaden, sinkt deutlich.
- Zeitersparnis: Das Programm handelt ab einem gewissen Punkt automatisch, hierdurch muss sich nicht mehr mit lästigen Spam-Mails auseinandergesetzt werden.
Damit das Programm auch zuverlässig Spam-Mails von dem normalen E-Mailverkehr unterscheiden kann, muss das dem Programm erst beigebracht werden. Das funktioniert bei fast allen E-Mail-Anbietern ähnlich.
Spam: Ein Kind des 21ten Jahrhunderts? Weit gefehlt
Wer eine Spam-Mail in seinem Postfach findet, sollte diese nicht löschen, sondern direkt in den Spam-Ordner verschieben. Dies geht bei den meisten Anbietern über Drag-and-drop oder über einen eigenen Button.
Stück für Stück lernt dann das Programm, welche E-Mails als Spam anzusehen sind und welche nicht. Dieses Vorgehen empfehlen große Internetanbieter wie GMX, web.de oder Outlook, ebenso wie Cyberexperten übereinstimmend. Ein voller Spam-Ordner blockiert zu viel Speicherkapazität? Auch hierfür gibt es eine Lösung.
E-Mail-Speicher freiräumen leicht gemacht: Der Spam-Ordner erleichtert das sogar
Natürlich müssen die Spam-Mails nicht ewig im Postfach behalten werden. Sind sie einmal im Spamordner, können sie dort bequem und sicher mit wenigen Klicks endgültig gelöscht werden.
Bei einigen E-Mail-Providern, wie beispielsweise Google-Mail, wird der Inhalt des Spam-Ordners automatisch nach einer festgelegten Frist gelöscht. Bei Google-Mail beträgt dieser Zeitraum 30 Tage. (Lucas Maier)
Nicht nur im Netz gibt es Spam, auch über das Telefon versuchen Betrüger ihr Glück, die Bundesnetzagentur warnt aktuell vor einigen Nummern.
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