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Gold als Geldanlage: Besonders wertvoll oder riskantes Geschäft?

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Gold ist ein knappes Gut und daher eine begehrte Geldanlage. Aber trotz seiner Vorteile, birgt es Risiken und Schwankungen. Wie sollten Anleger damit umgehen?

Wertvolle Münzen können Sammlern horrende Summen einbringen. Doch geht es um das Thema Geldanlagen, spezialisieren sich viele auf einen ganz bestimmten Bestandteil der Geldstücke: das Gold. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, auf das wertvolle Metall zu setzen, sei es in physischer Form, als ETFs oder in Goldminenaktien. Auch wenn der Goldpreis in den letzten 30 Jahren von rund 250 auf rund 2500 Euro angestiegen ist, ist der Wert des Goldes heftigen Schwankungen ausgesetzt und eher eine riskante und spekulative Anlage. Doch was spricht für und gegen das Edelmetall? Und was macht es so wertvoll?

Gold als beliebte Geldanlage: Deshalb ist das Metall so gefragt

Dass Gold so eine beliebte Geldanlage ist, hat viele Gründe. Zum einen stellt das Edelmetall eine Krisenwährung dar, das bereits Kriege, Depressionen und mehrere Währungsreformen überstanden hat. Oft wird bei Gold als „sicherer Hafen“ gesprochen. Weiter kann Gold laut Verbraucherzentrale das Gesamtrisiko eines Portfolios senken. Wenn also „Aktienmärkte krachen oder Papiergeld an Wert verliert, kann Gold ein stabilisierendes Element in einem Portfolio sein“.

Zuletzt ist Gold vor allem eins: ein knappes Gut. Während sich beispielsweise Papiergeld beliebig vermehren lässt, befindet sich nur eine begrenzte Menge an Gold im Umlauf. Trotz all dieser Argumente für Gold als Geldanlage, sollten Privatanleger nicht all ihr Vermögen in Gold anlegen – es gibt nämlich einige Nachteile.

Gold als Geldanlage: Das spricht dagegen

Dass Geldanlagen fast immer mit einem kleineren oder größeren Risiko verbunden sind, dürfte kein Geheimnis sein. Doch wo liegt der Haken am Gold? Zum einen ist es teuer, Gold in kleinen Mengen zu kaufen, da Banken und Goldhändler am Handel mitverdienen wollen. So liegt der Verkaufspreis von einer Unze meist etwa sechs Prozent über dem Ankaufspreis, wie die Verbraucherzentrale schreibt.

Viele Menschen setzen auf Gold als Geldanlage.

Prinzipiell taugt Gold laut dem Verbraucherportal Finanztip nicht als Einzelinvestment, denn es bringt anders als Aktien weder Zinsen noch Dividenden, die Rendite bemisst sich allein an der Preisentwicklung. Vor allem über die lange Frist soll sich der Kauf von Aktien deutlich mehr lohnen. In einer Berechnung des Finanz-Ratgebers brachte ein reines Aktieninvestment über die lange Frist von 1975 bis 2024 pro Jahr fast doppelt so viel Rendite als Gold bei etwas weniger Schwankung.

Gold kaufen und als Wertanlage anlegen: Das empfiehlt sich Interessierten

In den letzten Jahrzehnten hat sich immer wieder gezeigt, dass der Goldkurs stark schwanken kann. Außerdem birgt Gold laut der Volksbank Raiffeisenbank auch ein Währungsrisiko: Da es in US-Dollar gehandelt wird, wirken sich Währungsschwankungen auf den Gegenwert in Euro aus. Gleichzeitig bringt Gold auch weder Zinsen noch Dividenden.

Gold als Wertanlage: Das sollten Käufer beachten

Die Entscheidung, ob sich Gold als Geldanlage lohnt, bleibt jedem selbst überlassen. Wer sich Gold in physischer Form, also als Barren oder Münzen, kaufen möchte, sollte laut Stiftung Warentest einige Dinge beachten:

  1. Anlagesumme für Goldkauf festlegen: Käufer sollten nicht mehr als 10 Prozent ihres Vermögens in Gold anlegen, und niemals sichere Geldanlagen für den Goldkauf auflösen.
  2. Goldbarren kaufen: Barren eignen sich für Summen über 1000 Euro und sollten einen Feingoldgehalt von 999,99 haben. Barren mit den Gold­prägestempeln von Heraeus, Umicore, Valcambi oder Perth Mint sind am besten.
  3. Goldmünzen kaufen: Münzen eignen sich für kleinere Beträge und es sollte nur in international anerkannte Gold­anlagemünzen investiert werden. In Deutschland sind die Münzen „Krügerrand, Eagle, Maple Leaf, Britannia, Wiener Philharmoniker und Känguru“ am beliebtesten. Samm­lermünzen, Medaillen oder Gold­schmuck sind als Geldanlage ungeeignet
  4. Ort des Kaufes: Gold sollte am besten bei Banken oder Edelmetallhändlern vor Ort gekauft werden. Zuvor lohnt sich ein Preisvergleich.

Lohnenswert könnte der Kauf von Gold daher zur Risikostreuung sein. Wer neben seinen Aktien noch einen kleinen Anteil, laut Empfehlungen nicht mehr als 10 Prozent des Vermögens, in Gold investiert, kann so das Portfolio in der langen Frist schwankungssicherer machen.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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