Datenschutz bei Apple

Google spioniert iPhones aus: Safari-Trick beendet die unsichtbare Überwachung

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Ihr iPhone wird von einer völlig unsichtbaren Tracking-Methode überwacht. Apple bietet mit einem versteckten iOS-Feature die nötige Gegenwehr.

Millionen iPhone-Nutzer gehen davon aus, dass ihr Gerät sie abhört. Das stimmt nicht – aber die Realität ist mindestens genauso beunruhigend. Während Sie ahnungslos mit Ihrem Apple-Gerät durch das Internet surfen, sammelt eine neue Tracking-Technologie Daten über Sie. Ohne Ihr Wissen, ohne Ihre Zustimmung.

Auch Safari-Nutzer sind nicht sicher: Sobald Sie Google-Dienste wie die Suchmaschine, YouTube oder Gmail auf dem iPhone verwenden, hinterlassen Sie digitale Fingerabdrücke - unabhängig vom gewählten Browser.

Diese Tracking-Methode heißt digitales Fingerprinting und funktioniert völlig anders als herkömmliche Cookies. Statt sichtbare Dateien auf Ihrem Gerät zu speichern, erstellt sie aus winzigen Datenschnipseln ein einzigartiges Profil Ihres iPhones. Google selbst warnte einst vor dieser Praxis – und nutzt sie heute trotzdem.

Warum digitales Fingerprinting so gefährlich ist

Digitales Fingerprinting sammelt scheinbar harmlose Informationen: Ihre IP-Adresse, das Gerätemodell, die Zeitzone, Systemeinstellungen. Einzeln betrachtet sind diese Daten wertlos. Zusammengefügt ergeben sie jedoch einen digitalen Fingerabdruck, der Sie eindeutig identifiziert. Tracking durch Apps sind daher ein unterschätztes Risiko.

Anders als bei Cookies können Sie diesen Fingerabdruck nicht löschen oder blockieren. Die Technologie arbeitet komplett im Hintergrund und verfolgt Sie quer durch das Internet. Jede Website, die Sie besuchen, jeder Klick wird Teil Ihres digitalen Profils, ohne dass Sie davon erfahren.

Ich habe versucht, ohne Smartphone zu leben und fast gegen das Gesetz verstoßen

Dumbphone Schlagzeilen
Im Sommer 2024 berichten Medien darüber, dass die Gen Z (zu der ich als Jahrgang 1997 ebenfalls gehöre), angeblich auf Dumbphones, also „dumme Telefone“ ohne Social Media oder Touch-Screen umsteigt. Fast ein Jahr später hält sich das Gerücht über eine Trendwende hartnäckig. Ich kenne niemanden mit einem Dumbphone und will herausfinden: Ist der Hype echt oder nur ein Marketing-Gag? © .
Barbie Flip Phone Box
Im August 2024 spreche ich mit Lars Silberbauer, dem CMO von HMD, einem der größten Hersteller von Dumbphones. Er zeigt mir im Video-Call eines der Klapphandys, die HMD produziert und spricht davon, immer mehr solcher Handys an junge Menschen wie mich zu verkaufen. Im Oktober, wenn das neue Barbie-Flip-Phone erscheine, werde er mir dieses zum Testen zuschicken, verspricht er und hält sein Wort: Ende Oktober halte ich eine pinke Barbie-Box in den Händen. © .
Spiegel Selfie mit Dumbphone
Bis ich es übers Herz bringe, mein iPhone in seine Schachtel zu verbannen, vergehen einige Monate. Am 12. Januar 2025 nehme ich das pinke Barbie-Klapphandy in Betrieb. Ich muss gestehen: Stylisch ist es. Es hat einen Spiegel, macht ein lustiges Klappgeräusch und natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, eine bunte Handykette anzubringen. Am Montag, 13. Januar, wird es dann ernst: Mein Dumbphone-Experiment beginnt. © .
Dumbphone Bild von Straße
Mein iPhone liegt zu Hause und ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Mit dabei nur das Dumbphone, in das ich meine SIM-Karte gesteckt habe. Ich bin gestresst. Die Whatsapp-Broadcast-Nachricht, dass ich eine Woche lang nur per SMS erreichbar bin, hat anscheinend versagt. Am Morgen bekomme ich eine iMessage von einer Freundin auf meinem iPad. Verdammt! Ich antworte ihr, dass sie mir doch eine SMS schreiben soll. Es braucht mehrere Anläufe, bis ich endlich ein lautes „Swooosh“ auf meinem pinken Tastenhandy höre und mir ihre Nummer als Kontakt einspeichern kann. © .
Dumbphone Bild in Tram
Ich habe meine Kontakte anscheinend jahrelang auf meinem Smartphone beziehungsweise in meiner iCloud gespeichert statt auf der SIM-Karte. Klasse. Ich kann eine Woche lang niemanden aktiv anschreiben. Wütend sitze ich in der Straßenbahn. Dann müssen dir halt die anderen schreiben, das werden sie schon hinbekommen, denke ich mir und versuche ruhig zu bleiben. Es werden ja nicht alle iMessage und SMS verwechseln, oder?! © .
Kolleginnen auf der Arbeit
Meine Kolleginnen auf der Arbeit sind jedenfalls begeistert vom Barbie-Klapphandy. „Es sieht so stylisch aus“, sagt meine Kollegin Ines (rechts).  © .
Vanessa ist entzückt vom Geräusch, dass das sogenannte „Featurephone“ beim Zuklappen macht: „Da kann man so richtig dramatisch auflegen!” sagt sie
Vanessa liebt das Geräusch, das das sogenannte „Featurephone“ beim Zuklappen macht: „Da kann man so richtig dramatisch auflegen!” sagt sie und ihre Augen leuchten.  © .
Mittagessen mit Dumbphone fotografiert
Das neue Handy sorgt eindeutig für Gesprächsstoff (und für Fotos). Besonders beim Mittagessen. © .
Dumbphone beim Mittagessen
Weil ich das Gerät aus Versehen noch auf laut habe, tönt bei meiner ersten echten SMS (nicht iMessage, zum Glück) ein lautes „Swooosh” durch den Raum. Ups. © .
Dumbphone im Büro
Nachdem ich mich mit der Technik (die Benutzeroberfläche ist nicht zwar nicht kompliziert, aber ungewohnt) vertraut gemacht habe, regele ich die Lautstärke herunter. © .
Selfie im Büro mit Barbie Flip Phone
Klar, für Spiegelselfies in mieser Qualität ist das Handy auf jeden Fall cool, denke ich mir diese Woche noch öfter und knipse mein Spiegelbild in allen möglichen Situationen. Aber für den Rest? Am ersten Tag stresst mich mein Dumbphone enorm. Bei der Arbeit fällt mir auf, dass ich mich nicht einloggen kann. Der Grund: ich brauche die 2-Faktor-Authentifizierungsapp auf meinem iPhone. „Sch****“, denke ich und rufe mit meinem pinken Klapphandy meinen Partner an. Er arbeitet im Home-Office und muss mein iPhone aus seiner Schachtel holen, um mir den Authentifizierungscode zu schicken. © .
Ist mein Dumbphone-Experiment also schon an Tag eins gescheitert???
Ist mein Dumbphone-Experiment schon an Tag eins gescheitert, frage ich mich auf dem Heimweg.. Ich habe es nicht einmal zwölf Stunden geschafft, mein Handy ausgeschaltet liegen zu lassen. Zum fünften Mal an diesem Tag bin ich genervt. Was für ein Fail.  © .
Zugfahrt mit Dumbphone
Während ich nachdenklich mit der Tram nach Hause fahre, höre ich YouFM. Podcasts oder Playlists – Fehlanzeige. Spotify gibt es auf einem Dumbphone natürlich nicht. Nur mit der Radio-App kann ich etwas hören, um mich zu entspannen. Ich muss jedoch meine alten Kabel-Kopfhörer mit Klinkenstecker benutzen. Meine Bluetooth-Kopfhörer lassen sich mit dem Barbie-Phone zwar verbinden, aber nicht, während das Radio läuft.  © .
Skyline Frankfurt mit Featurephone fotografiert
In den kommenden Tagen gewöhne ich mich ein wenig an meine Radio-Beschallung mit Kabel-Kopfhörern. Ich fotografiere schöne Skylines und Sonnenuntergänge und schreibe mit einer Handvoll Menschen SMS. Eigentlich nur mit denen, die ich diese Woche treffe, zum Beispiel zum Sport oder zum Abendessen. Für andere Konversationen habe ich keine Energie. Ich habe völlig vergessen, wie anstrengend das Tippen mit einem Tastenhandy ist. Ich brauche ewig für ein einfaches „Hey, wie gehts?“, weswegen ich nette Grußworte ab Tag eins weglasse . Da ich keine Emojis schicken kann, muss ich für meine Freunde wie die griesgrämigste Person klingen.  © .
Sonnenuntergang mit Featurephone fotografiert
Da ich mich auf der Arbeit nicht ohne meine 2-Faktor-Authentifizierungsapp einloggen kann, habe ich mein „smartes“ Handy ab dem zweiten Tag meines Experiments zusätzlich dabei. Wie blöd ist das eigentlich: Mit zwei Handys herumlaufen und keines davon funktioniert richtig, denke ich mir zwischenzeitlich. © .
S-Bahn in Frankfurt mit Dumbphone fotografiert
Als ich mich nach der Arbeit am Dienstag auf den Weg zum Yoga mache, steige ich mit beiden Handys in die S-Bahn. Gedankenverloren sitze ich im leeren Zug, als zwei Mitarbeitende der RMV zwei Türen weiter vorne auftauchen. Mein Herz setzt einen Moment aus. Ich bekomme schwitzige Hände.  © .
Ausversehen fast Schwarz gefahren in S-Bahn beim Dumbphone-Experiment
„Sch****”, denke ich. Mein Deutschlandticket ist in meiner RMV App. Und die funktioniert normalerweise nur mit Internet. Was ich nicht habe, da meine SIM-Karte ja in meinem Featurephone steckt. Wenn ich deswegen jetzt gegen das Gesetz verstoße und 60 Euro Strafe zahle, wer übernimmt dann die Kosten? © .
Dumbphone-Experiment Ticketkontrolle
Meine Gedanken rasen. Wurde ich im Januar schon mal kontrolliert und musste mein Ticket vorzeigen? Wenn ja, dann würde mich das retten. Mit zittrigen Händen öffne ich die App und hoffe, dass ich das Online-Ticket für diesen Monat schon einmal geladen habe.  © .
Dumbphone-Experiment Yoga-Studio
Und tatsächlich. Es lädt. Ich habe nicht gegen das Gesetz verstoßen. Aber es war knapp. Immer noch angespannt komme ich beim Yoga an und muss schon wieder mein iPhone zücken – um mit meiner Fitness-App einen QR-Code zu scannen. Da ich kein mobiles Internet habe, merke ich, wie mein Puls schon wieder schneller wird. Der Yogalehrer gibt mir den WLAN-Code des Studios: „Aber nur ausnahmsweise“, sagt er. „Normalerweise ist bei uns Digital Detox.“ © .
Dumbphone-Experiment Restaurant
Nach dem Yoga gehe ich mit einer Freundin essen und mache – KLAR – ein Spiegelselfie auf der Damentoilette. © .
Dumbphone-Experiment Restaurant
Ach so, auf diesem Bild ist ein ziemlich leckerer Hummus-Teller zu sehen. Eigentlich. Kerzenlicht und Dumb-Kameraqualität sind keine gute Kombi. © .
Spiegelselfies in der Bahn mit Dumbphone
Die restliche Woche dümpelt so vor sich hin. Ich mache noch einige Spiegelselfies in der Bahn… © .
Aufzugselfie mit Klapphandy
…oder im Aufzug nach der Arbeit auf dem Weg zum Sport.  © .
Dumbphone-Experiment Blick aus dem Fenster
Am Mittwoch und Donnerstag genieße ich das Dumbphone-Experiment zum ersten Mal. Vor allem, dass ich auf keine Nachricht im Gruppenchat antworten und keine Podcast-verdächtig lange Sprachnachricht anhören muss. Hach... schön.  © .
Frankfurter Wolkenkratzer
Stattdessen fotografiere ich Frankfurter Wolkenkratzer… © .
Workout mit Featurephone fotografiert
…und mein Workout im Fitnessstudio, bei dem ich auch nur Radio hören konnte. (Nach einer Woche wird das übrigens echt langweilig, denn jeden Tag läuft mindestens zweimal „Beggin” von Madcon oder „I believe” von Kamrad.) © .
Obligatorisches Spiegelselfie in der Fitnessstudio-Umkleide.
Obligatorisches Spiegelselfie in der Fitnessstudio-Umkleide. © .
Digital Detox auf Dachterasse
Nach dem holprigen Wochenstart genieße ich das Digital Detox. Nicht auf Instagram zu scrollen ist befreiend. Zum Beispiel kann man den Kaffee auf der Dachterrasse ohne Ablenkung genießen. © .
Was ich in meinem Dumbphone-Experiment gelernt habe
Was ich in meinem Dumbphone-Experiment gelernt habe: Kein Smartphone zu benutzen, keine offenen Chats zu haben, keine Push-Benachrichtigungen zu bekommen – das ist vor allem eine Entlastung für mein Gehirn.  © .
Aber es ist auch eine ganz schöne Umstellung. Zum Beispiel kann ich nicht mal kurz nachschauen, wann eine bestimmte Bahn kommt und wo ich umsteigen muss. Ich muss mir Abfahrtszeiten merken und das klappt ehrlicherweise nicht sehr gut.
Aber es ist auch eine Umstellung. Zum Beispiel kann ich nicht nachschauen, wann eine bestimmte Bahn kommt und wo ich umsteigen muss. Ich muss mir Abfahrtszeiten merken und das klappt ehrlicherweise nicht sehr gut. © .
Auch auf digitale Einkaufszettel im Supermarkt oder meine Rewe-App, mit der ich normalerweise Punkte sammele, muss ich während meiner Woche ohne Smartphone logischerweise verzichten.
Auch auf digitale Einkaufszettel im Supermarkt oder meine Rewe-App, mit der ich normalerweise Punkte sammele, muss ich während meiner Woche ohne Smartphone verzichten.  © .
Spiegelselfie in Supermarkt
Auf Spiegelselfies zum Glück nicht. © .
Ubahn Fail mit Dumbphone
Am Freitagabend bin ich mit Freunden zum Bouldern verabredet. Ich suche mir die Zugverbindung zur Boulderhalle kurz vor Feierabend auf meinem Arbeitsrechner heraus. Schaue kurz drauf und muss dann los, weil ich zu spät dran bin. In der U-Bahn fällt mir auf einmal auf: Ich habe mir nur die Linien gemerkt, aber nicht die Haltestellen, an denen ich um- und aussteigen muss. © .
Mein Gehirn muss sich erst wieder daran gewöhnen, sich Dinge ohne Smartphone zu merken.
Erschreckend, dass mein Gehirn sich wohl erst wieder daran gewöhnen muss, sich solche Dinge zu merken. In der Bahn bleibt mir nichts anderes übrig, als meinen Partner anrufen und ihn zu bitten, die Verbindung für mich nachzuschauen. Im Kopf wiederhole ich nach dem Telefonat die Haltestellen, an denen ich um- und aussteigen muss... © .
Irgendwann habe ich es in die Boulderhalle geschafft. Und das Gute ist: Ich kann das erste Mal Fotos machen, da ich mein normales Handy sonst immer im Schließfach lasse.
...und schaffe es tatsächlich zur Boulderhalle. Belohnt werde ich damit, dass ich zum ersten Mal Fotos von mir und meinen Freunden machen kann, da ich mein normales Handy sonst immer im Schließfach lasse. © .
Bouldern mit Dumbphone
Das einzige, was meine Stimmung trübt: Irgendwann ist der Handyspeicher des Barbie-Flip-Phones voll. Komisch, ich benutze das Handy ja erst seit vier Tagen, denke ich und lösche einige völlig verschwommene Bilder. Meine Freunde fotografieren mich beim Bouldern – als wir zurückfahren, bin ich froh, dass sie die Zugverbindung heraussuchen. © .
Was ein viel besseres Gefühl ist, als mit Dumbphone herumzulaufen.
Am Wochenende hat mein Partner Geburtstag. Wir verbringen den Tag zusammen in der Therme und mein „dummes Handy” beachte ich dabei nicht. An den letzten beiden Tagen meines Selbstexperiments verhalte ich mich so, als hätte ich gar kein Mobiltelefon. Und das ist ehrlicherweise ein noch viel besseres Gefühl, als mit Dumbphone. © .
Fazit Dumbphone-Experiment.
Ich ziehe ein klares Fazit aus meinem einwöchigen Experiment. Hat es mir gezeigt, wie gut es tut, auf Social Media und digitale Kommunikation zu verzichten? JA. Hat es sich cool angefühlt, mit einem pinken 2000er-Klapphandy herumzulaufen? JA. Aber: Niemand braucht ein Dumbphone, um weniger Zeit online zu verbringen. Das ist Geldverschwendung und nervt spätestens dann, wenn zwei Geräte in der Tasche gegeneinander klappern. Viel einfacher ist es, das Handy einfach wegzulegen, auf Flugmodus zu schalten oder gar Social Media-Apps zu löschen. Aus Versehen ohne digitales Deutschlandticket unterwegs zu sein, ist vor allem eines: Stress. Und das kann ja nicht der Sinn von Digital Detox sein, oder? © .

Selbst wenn Sie Safari statt Chrome verwenden, entgehen Sie dem Tracking nicht. Sobald Sie mit Google-Diensten interagieren, hinterlassen Sie digitale Spuren. Das passiert häufiger als gedacht: bei der Google-Suche, YouTube-Videos oder Gmail-Nutzung.
Die Tracking-Technologie beschränkt sich längst nicht mehr auf Browser. Smart-TVs, Spielkonsolen und andere vernetzte Geräte werden ebenfalls erfasst. Ein komplettes Ökosystem entsteht um Ihr digitales Leben.

Google ändert seine Meinung zum eigenen Vorteil

Noch vor wenigen Jahren bezeichnete Google digitales Fingerprinting als falsch und schädlich für Nutzer. Das Unternehmen argumentierte, diese Methode untergrabe die Wahlfreiheit der Verbraucher. Nutzer hätten keine Kontrolle darüber, wie ihre Daten gesammelt werden.

Gesammelte Datentypen beim Fingerprinting:

Gerätespezifische Daten: Bildschirmauflösung, Farbtiefe, Pixeldichte, Gerätemodell, Betriebssystem-Version, verfügbarer Speicherplatz, Prozessor-Informationen, installierte Schriftarten, Spracheinstellungen, Zeitzone.

Browser-Informationen: Browser-Version, installierte Plugins, unterstützte Dateiformate, JavaScript-Einstellungen, Cookie-Status, Do-Not-Track-Einstellung, Referrer-Policy, User-Agent-String.

Netzwerk- und Standortdaten: IP-Adresse, Internetanbieter, ungefährer Standort, Verbindungsgeschwindigkeit, verwendete DNS-Server, WebRTC-Informationen, Proxy-Erkennung.

Verhaltensdaten: Mausbewegungen, Tippgeschwindigkeit, Scroll-Verhalten, Klickmuster, Verweilzeit auf Seiten, bevorzugte Eingabemethoden, Touch-Gesten bei mobilen Geräten.

Heute setzt Google genau diese Technologie ein. Parallel zur Entscheidung, Tracking-Cookies doch nicht abzuschaffen, bringt der Konzern auch das digitale Fingerprinting zurück. Die Begründung von damals scheint vergessen – der kommerzielle Nutzen überwiegt wohl die Datenschutzbedenken.

Apple schlägt zurück mit iOS-Schutz

Apple hat das Problem erkannt und liefert eine Lösung. In den Safari-Einstellungen unter „Erweitert“ finden Sie die Option „Erweiterter Tracking- und Fingerprinting-Schutz“. Diese Funktion ist derzeit nur für privates Surfen aktiviert, wird aber mit iOS 26 standardmäßig für alle Browsing-Aktivitäten gelten. Die Technologie funktioniert clever: Sie sendet zusätzliche, nutzlose Daten aus, die das echte Profil verschleiern. Tracker können Ihr Gerät dadurch schwerer von Millionen anderen unterscheiden. Der Schutz ist nicht perfekt, aber deutlich besser als gar keiner. Auch Whatsapp greift auf noch mehr Daten zu, als den meisten lieb ist.

Sie müssen nicht auf iOS 26 warten. Gehen Sie in die Safari-Einstellungen und wechseln Sie unter „Erweitert“ bei „Erweiterter Tracking- und Fingerprinting-Schutz“ von „Privates Surfen“ auf „Beim Surfen immer“. Die Änderung wirkt sofort. Theoretisch könnte diese Einstellung zu Problemen auf manchen Websites führen. In der Praxis treten solche Schwierigkeiten jedoch selten auf. Der Schutz Ihrer Privatsphäre wiegt mögliche kleine Unannehmlichkeiten deutlich auf.

So aktivieren Sie den Fingerprinting-Schutz: Öffnen Sie die iPhone-Einstellungen, tippen Sie auf Safari, dann auf „Erweitert“ und ändern Sie „Erweiterter Tracking- und Fingerprinting-Schutz“ von „Privates Surfen“ auf „Beim Surfen immer“.

Apples Fingerprinting-Schutz ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf um digitale Privatsphäre. Die Funktion zeigt, dass Datenschutz technisch möglich ist, wenn Unternehmen ihn priorisieren. Nutzer erhalten endlich ein Werkzeug gegen eine Tracking-Methode, die bisher völlig unkontrolliert arbeitete. Dennoch bleibt das Problem größer als eine Safari-Einstellung. Digitales Fingerprinting funktioniert geräteübergreifend und in verschiedenen Apps. Vollständiger Schutz erfordert ein Umdenken der gesamten Tech-Industrie oder strengere Regulierung durch Behörden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Algi Febri Sugita

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