Datenschutz bei Apps

Schutz der eigenen Daten – Was Android-Nutzer tun können

  • schließen

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren und gibt so persönliche Daten von sich preis. Das ist auch beim Download von Apps der Fall. Wir zeigen Ihnen, wie Verbraucher ihre Daten besser schützen können.

Kassel ‒ Im Google Play Store oder Apple Store werden zahlreiche Apps zum Download angeboten. Viele Anbieter versprechen, dass sie die Daten ihrer Nutzer nicht an Dritte weitergeben. TikTok zum Beispiel gibt im Google Play Store an, dass keine Daten mit Drittunternehmen oder Organisationen geteilt werden. Ein Blick in die Datenschutzerklärung der App zeigt jedoch, dass dies nicht stimmt, fand foundation.mozilla.org in einer Analyse heraus.

Das Gegenteil scheint der Fall zu ein: In der App heißt es wörtlich, dass TikTok mit verschiedenen Dienstanbietern zusammenarbeitet und die Plattform vom Nutzer bereitgestellte Daten (Name und Nutzer-ID, Videos, Fotos, Audio, Standort, Finanz- und Surfdaten im Web u.a.), automatisch erhobene Daten und Daten aus anderen Quellen mit diesen Dienstleistern teilt. TikTok ist allerdings kein Einzelfall. Auch Instagram, Facebook, YouTube oder der Lieferdienst Deliveroo sammeln kräftig Daten ihrer Nutzer. Woher weiß ein Nutzer also, dass seine Daten auch wirklich sicher sind und nicht zu Werbezwecken an Dritte weiterverkauft werden? Dabei ist es ausgesprochen wichtig, die Übersicht über seine eigenen Daten im Netz zu behalten.

Datenschutz von Apps: Einige Anbieter nehmen es damit nicht so genau

Nutzer dieser Apps müssen sich nicht darüber wundern, wenn sie zum Beispiel Werbung für potenzielle Einkäufe in anderen Apps wiedersehen. Denn aus den gesammelten Daten der App-User entstehen umfangreiche Nutzerprofile, „die professionell vermarktet und verkauft werden. Dadurch können Sie oder Ihre Kontakte zu Adressaten gezielter Werbeattacken werden“, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Datenschutz: Was machen App-Anbieter eigentlich mit den Daten ihrer Nutzer? (Symbolbild)

Zugriff auf Nutzerdaten

Eine heruntergeladene App verlangt oft Zugriffe auf bestimmte Dienste und gespeicherte Daten des Geräts – wie beispielsweise das Adressbuch mit allen Kontaktdaten, E-Mails oder Fotos. Aber auch die Benutzer-ID, gekaufte Artikel in Online-Shops, der aktuelle Standort, gespeicherte Fotos und Videos, die Such- und Browserhistorie, Gesundheits- und Fitnessdaten werden von Apps häufig gesammelt.

So ermöglicht die Übermittlung von Standortdaten die Option, detaillierte Bewegungsprofile ihrer Nutzer zu erstellen.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW und Eigenrecherche

Daniel Moßbrucker, Journalist und Experte für Überwachung, Datenschutz und Internetregulierung, sagte chip.de: „Bis ins letzte Detail wird man nie erfahren, welche Daten erhoben werden und was damit passiert. Wer sich um seine Privatsphäre sorgt, kann aber trotzdem sehr viel machen. Das fängt bei der Freigabe der Zugriffsrechte an.“ Maßbrucker rät außerdem dazu, bei der Installation einer App Berechtigungen wie den Zugriff auf die Kamera oder das Adressbuch einzuschränken und nur dann freizuschalten, wenn es wirklich sinnvoll ist oder die App die Freischaltung benötigt.

Datenschutz von Apps: Nicht alle Berechtigungen freigeben

Auf Smartphone oder Tablet lassen sich laut Verbraucherschützern die Daten-Zugriffe der Apps ‒ je nach Hersteller ‒ zumindest „teilweise steuern, indem Sie die Berechtigungen erst gar nicht freigeben bzw. im Nachhinein einschränken“. Viele Berechtigungen können nämlich auch nachträglich auf dem Gerät in der Rubrik „Einstellungen und Datenschutz“ geändert werden. „Dort können Sie festlegen, wer sich bei Standortdaten, Fotos und weiteren Daten bedienen darf“, empfehlen Verbraucherschützer den Nutzern von Apps. Können Nutzer überflüssige Berechtigungen allerdings nicht einschränken, sollten sie überlegen, „ob sie die möglicherweise spionierende App wirklich brauchen.“

So schützen App-Nutzer ihre Daten:

  • Beschränken Sie die Berechtigungen, mit denen Apps auf Ihre Daten zugreifen können, schon bei der Installation oder nachträglich in den Einstellungen, sofern möglich. Erlauben Sie der App, nur auf Informationen zuzugreifen, die Sie für die Nutzung eines Dienstes brauchen oder deren Nutzen Sie nachvollziehen können.
  • Im Menüpunkt Einstellungen/Datenschutz auf dem Smartphone können Sie festlegen, wer sich bei Standortdaten, Fotos und weiteren Daten bedienen darf.
  • Schalten Sie den Standort-Zugriff aus, wenn Sie ihn nicht brauchen: Wenn möglich, beschränken Sie die Apps so, dass sie nur dann auf Daten zugreifen können, wenn Sie die Apps nutzen.
  • Bei Google können die Berechtigungen für Daten auf einem Android-Smartphone auch nachträglich geändert werden.
  • Nutzen Sie zum Download von Apps nur offizielle Stores wie den App Store von Apple oder den Google Play Store, die Gefahr von Viren oder Malware ist hier deutlich geringer.
  • Ein informativen Film über vertrauenswürdige App-Anbieter finden Sie auf der Seite des Justizministeriums NRW.
  • Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/imago

Kommentare