Warnwesten im Test: Das billigste Modell versagt bei der Sichtbarkeit
VonSebastian Oppenheimer
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Bei einer Autopanne ist eine Warnweste ein riesiger Sicherheitsgewinn. Doch die Preisunterschiede sind groß. Ein Test zeigt nun, wie es um die Qualität steht.
Es gibt Dinge, die man als Autofahrer nicht vermisst, wenn man sie gerade nicht braucht. Ein gutes Beispiel ist ein Feuerlöscher: Dieser ist in Deutschland nicht verpflichtend mitzuführen – wessen Wagen aber schon mal in Brand geraten ist oder zumindest kurz davor stand, der wird vermutlich ab diesem Zeitpunkt immer einen dabei haben. Andere Utensilien sind dagegen im Auto immer mitzuführen: ein Verbandskasten etwa, ein Warndreieck – und auch Warnwesten. Bei letzteren greifen viele oft, ohne groß nachzudenken, zum billigsten Produkt – nach dem Motto: Hauptsache, eine ist an Bord. Doch: Gibt es Qualitätsunterschiede?
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Warnweste im Auto: Mindestens ein Exemplar ist Pflicht
Das wollte der Auto Club Europa (ACE) herausfinden und testete gemeinsam mit der GTÜ 21 Warnwesten auf Sichtbarkeit. Seit Sommer 2014 ist im Auto mindestens eine Warnweste verpflichtend mitzuführen. Bei einer Panne oder einem Unfall sollte der Fahrer diese tragen, um besser gesehen zu werden, wenn er das Fahrzeug verlässt. Dennoch ist es empfehlenswert, für alle Mitreisenden Warnwesten an Bord zu haben – so sind auch sie besser geschützt, falls sie das Auto aufgrund einer Panne oder einem Unfall verlassen müssen.
Warnwesten-Test: Von 21 Produkten versagte nur ein einziges
Getestet wurden Warnwesten verschiedenster Preisklassen von zwei bis 14 Euro. Das Ergebnis dürfte vor allem Sparfüchse freuen: Nahezu alle Westen schnitten hinsichtlich Sichtbarkeit und Reflexionskraft mit „gut“ oder sogar „hervorragend“ ab. Nur eine Ausnahme gab es: Die für nur einen Cent (zuzüglich Versandkosten) bei Amazon erhältliche Weste des Herstellers Triamisu fiel durch. Schon nach 100 Metern war diese im Licht verschiedener Auto-Scheinwerfer kaum noch zu sehen – ab 175 Metern war sie für das menschliche Auge dann gänzlich nicht mehr wahrnehmbar.
Bei der Reflexionskraft schnitten vier Modelle mit „hervorragend“ ab
Alle anderen Warnwesten waren bei Anstrahlung durch sämtliche Test-Scheinwerfer auf Entfernungen bis zu 450 Meter zu erkennen – die meisten Kandidaten „gut“, einige sogar „hervorragend“. Bei der „Reflexionskraft“ schnitten vier Modelle folgender Hersteller mit „hervorragend“ ab (Preise ohne Versandkosten):
Warnwestenkauf im Geschäft: Automobilclub rät zu „Handyfoto-Test“
Wichtig ist dem Automobilclub zufolge auf die Prüfnorm DIN EN 20471 zu achten, die die Anzahl der Reflektorstreifen und die Reflexionsstärke vorgibt. Außerdem empfiehlt der ACE, die Weste einem schnellen Reflexionstest zu unterziehen, wenn man sie in einem Geschäft vor Ort kauft: Einfach ein Handyfoto mit Blitz von der Weste machen. Auf dem fertigen Bild müssen die Streifen hell leuchten – das klappe auch in der Plastikverpackung.
Warnwesten im Auto sollte man zu seiner eigenen Sicherheit immer dabei haben – nicht nur, weil sie vorgeschrieben sind. Wer von der Polizei erwischt wird und nicht mindestens eine Weste an Bord hat, muss laut ADAC mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro rechnen.