Große Preisunterschiede

Warnwesten im Test: Das billigste Modell versagt bei der Sichtbarkeit

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Bei einer Autopanne ist eine Warnweste ein riesiger Sicherheitsgewinn. Doch die Preisunterschiede sind groß. Ein Test zeigt nun, wie es um die Qualität steht.

Es gibt Dinge, die man als Autofahrer nicht vermisst, wenn man sie gerade nicht braucht. Ein gutes Beispiel ist ein Feuerlöscher: Dieser ist in Deutschland nicht verpflichtend mitzuführen – wessen Wagen aber schon mal in Brand geraten ist oder zumindest kurz davor stand, der wird vermutlich ab diesem Zeitpunkt immer einen dabei haben. Andere Utensilien sind dagegen im Auto immer mitzuführen: ein Verbandskasten etwa, ein Warndreieck – und auch Warnwesten. Bei letzteren greifen viele oft, ohne groß nachzudenken, zum billigsten Produkt – nach dem Motto: Hauptsache, eine ist an Bord. Doch: Gibt es Qualitätsunterschiede?

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Warnweste im Auto: Mindestens ein Exemplar ist Pflicht

Das wollte der Auto Club Europa (ACE) herausfinden und testete gemeinsam mit der GTÜ 21 Warnwesten auf Sichtbarkeit. Seit Sommer 2014 ist im Auto mindestens eine Warnweste verpflichtend mitzuführen. Bei einer Panne oder einem Unfall sollte der Fahrer diese tragen, um besser gesehen zu werden, wenn er das Fahrzeug verlässt. Dennoch ist es empfehlenswert, für alle Mitreisenden Warnwesten an Bord zu haben – so sind auch sie besser geschützt, falls sie das Auto aufgrund einer Panne oder einem Unfall verlassen müssen.

Mindestens eine Warnweste ist im Auto gesetzlich vorgeschrieben – der ACE hat nun einige Modelle getestet. (Symbolbild)

Warnwesten-Test: Von 21 Produkten versagte nur ein einziges

Getestet wurden Warnwesten verschiedenster Preisklassen von zwei bis 14 Euro. Das Ergebnis dürfte vor allem Sparfüchse freuen: Nahezu alle Westen schnitten hinsichtlich Sichtbarkeit und Reflexionskraft mit „gut“ oder sogar „hervorragend“ ab. Nur eine Ausnahme gab es: Die für nur einen Cent (zuzüglich Versandkosten) bei Amazon erhältliche Weste des Herstellers Triamisu fiel durch. Schon nach 100 Metern war diese im Licht verschiedener Auto-Scheinwerfer kaum noch zu sehen – ab 175 Metern war sie für das menschliche Auge dann gänzlich nicht mehr wahrnehmbar.

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Bei der Reflexionskraft schnitten vier Modelle mit „hervorragend“ ab

Alle anderen Warnwesten waren bei Anstrahlung durch sämtliche Test-Scheinwerfer auf Entfernungen bis zu 450 Meter zu erkennen – die meisten Kandidaten „gut“, einige sogar „hervorragend“. Bei der „Reflexionskraft“ schnitten vier Modelle folgender Hersteller mit „hervorragend“ ab (Preise ohne Versandkosten):

  • Gauke (Verkauf über Amazon/Heldenwerk, 3,50 Euro)
  • Stonekit (Engelbert Strauss, 2,37 Euro)
  • Korntex/Kinderweste (Obramo, 4,95 Euro)
  • Printwear/Kinderweste (Textil-Großhandel, 2,95 Euro)

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Warnwestenkauf im Geschäft: Automobilclub rät zu „Handyfoto-Test“

Wichtig ist dem Automobilclub zufolge auf die Prüfnorm DIN EN 20471 zu achten, die die Anzahl der Reflektorstreifen und die Reflexionsstärke vorgibt. Außerdem empfiehlt der ACE, die Weste einem schnellen Reflexionstest zu unterziehen, wenn man sie in einem Geschäft vor Ort kauft: Einfach ein Handyfoto mit Blitz von der Weste machen. Auf dem fertigen Bild müssen die Streifen hell leuchten – das klappe auch in der Plastikverpackung.

Warnwesten im Auto sollte man zu seiner eigenen Sicherheit immer dabei haben – nicht nur, weil sie vorgeschrieben sind. Wer von der Polizei erwischt wird und nicht mindestens eine Weste an Bord hat, muss laut ADAC mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro rechnen.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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