Saisonal bedingt

Haarausfall im Herbst: Sind Sie „Fellwechsler“? Hautarzt erklärt, ob das normal ist

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Der Jahreszeitenwechsel kann Grund für vermehrten Haarausfall sein. „Viele Menschen weisen einen periodisch verstärkten Haarwechsel auf“, so Professor Hans Wolff.

Ein Verlust von bis zu 100 Haaren täglich ist normal, steht in der Fachzeitschrift für pharmazeutisch-technische Assistenten PTA Forum geschrieben. Vor allem bei der Haarwäsche oder dem Durchkämmen fällt auf, wie viele Haare sich vom Kopf verabschiedet haben. Vor allem bei dunklen Haaren im weißen Waschbecken kommt da schon mal die Frage auf, ob es sich noch um „normalen“ Haarausfall handelt oder ob man sich Sorgen um den Fortbestand der Mähne machen muss.

Es gibt eine ganze Reihe an Ursachen, die für vermehrten Haarausfall verantwortlich sein können. Viele sind harmlos, einige erfordern ärztliche Abklärung. Auch im Rahmen von Corona-Infektionen berichten Patienten über verstärkten Haarausfall noch Monate nach Abklingen der Symptome.

Wenn die Haare ausgehen, muss das kein Grund zur Sorge sein. Saisonal bedingt können sie vermehrt im Waschbecken landen.

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Warum gehen die Haare aus? Auch Wechsel der Jahreszeiten kann die Ursache sein

Professor Hans Wolff, Hautarzt am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München, befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema „krankhafter Haarausfall“. In einem Beitrag für die Pharmazeutische Zeitung (PZ) nennt er einige Faktoren, die verstärkten Haarausfall fördern. Dazu zählen:

  • Einnahme von Hormonen
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten
  • Wechsel der Jahreszeiten

„Viele Menschen weisen einen periodisch verstärkten Haarwechsel auf. Ist dieser im Frühling und Herbst besonders ausgeprägt, wird plakativ sogar von ‚Fellwechslern‘ gesprochen“, so Dermatologe Wolff in der PZ. In der Zeitschrift PTA Forum heißt es, dass verstärkter Haarausfall im Herbst vermutlich auf die vermehrte Sonneneinstrahlung der langen Sommertage zurückgeführt werden kann. Diese bewirke, dass besonders viele Haare von der Wachstums- in die Ruhephase ein­treten und einige Monate später ausfallen. Genauer gesagt, zwei bis vier Monate später. So lange dauert die Telogenphase des Haares, auch Ruhephase genannt.

Umfrage zum Thema Haarausfall

Jeder Haarfollikel, wie die Verankerungsstruktur eines Haares genannt wird, hat eine eigene biologische Uhr, wie Hautarzt Wolff informiert. Es gibt eine Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase. Im Mediziner-Sprech ist die Rede von Anagen, Katagen und Telogen. Die gesamte Wachstums- oder Anagen-Phase dauert meist drei bis sechs Jahre, so Wolff. Abgeschlossen werde der Haarzyklus durch die Telogen-, also Ruhephase. In dieser Phase verbleiben die Haare noch für zwei bis vier Monate am Kopf und werden dann abgestoßen. Einflussfaktoren wie oben aufgelistet können den abrupten Übergang der Haarfollikel vom Anagen ins Katagen und Telogen fördern und so nach zwei bis vier Monaten einen verstärkten Haarausfall auslösen, so Wolff.

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Diffuser oder kreisrunder Haarausfall?

Saisonal bedingter Haarausfall sollte nach einigen Wochen abnehmen, so die PTA Forum. Falls das nicht der Fall ist, sollte man Arzt oder Apotheker aufsuchen, weil ungewöhnlich starker Haarausfall auch Symptom einer Krankheit wie Schilddrüsenüberfunktion, chronischen Leber- und Nierenerkrankungen oder schweren Infektionskrankheiten sein kann, heißt es weiter. Abzugrenzen sei diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa) von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata). Diese Form geht häufig mit Autoimmunkrankheiten einher und Patienten berichten über Stress als Auslöser, was aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, informiert PTA Forum.

Rubriklistenbild: © Kia Cheng Boon/Imago

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