Zurück aufs Amt

Rückschritt beim iKfz-Verfahren: KBA zieht die Online-Handbremse

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Das Online-Zulassungsverfahren für Autos bekommt einen Dämpfer. Das KBA blockiert ab 2024 viele Onlinezugänge. Doch dahinter verbirgt sich eine schiere Notwendigkeit.

Wer sich ein Auto zugelegt – egal ob Neuwagen oder Gebrauchtfahrzeug – musste mit den notwendigen Unterlagen zur Anmeldung stets zur Zulassungsstelle. Nicht selten war das mit langen Wartezeiten verbunden. Und auch die Online-Zulassung war bisweilen sehr zeitaufwendig. Im September wurde das iKfz-Verfahren jedoch deutlich vereinfacht, sodass die Pkw auch ohne vorliegende Dokumente gefahren werden können. Ab Januar 2024 ist das aber nur noch in wenigen Fällen möglich.

Mit dem Jahreswechsel sperrt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nämlich mehr als zwei Dritteln der Zulassungsstellen den Onlinezugang, wie die Automobilwoche berichtet. Diese Maßnahme war notwendig, da die Systeme nicht den Sicherheitsmindeststandards entsprechen.

Hack in NRW hat Folgen: KBA sperrt vielen Zulassungsstellen die Onlinezugänge

Auf Anfrage der Automobilwoche bestätigte ein Sprecher des KBA, dass man die Onlinezugänge abschaltet. Zur Größenordnung wollte sich die Behörde aber nicht äußern. „Fahrzeugzulassungen sind immer Ländersache“, betonte der KBA-Sprecher. Es müssten aber bestimmte Anforderungen erfüllt sein, um die Services nutzen zu dürfen. „Die Länder wissen seit Längerem, was zu tun ist.“

Wer ein Auto anmelden will, muss 2024 wieder aufs Amt. (Symbolbild)

Die Zulassungsbehörde zieht damit die Konsequenz aus einem Hacker-Angriff in Nordrhein-Westfalen. Dieser hatte in den vergangenen Wochen mehr als 70 Kommunen lahmgelegt. Vielerorts war auch die Fahrzeugzulassung betroffen. Im neuen Jahr müssen Autofahrer, Autohäuser und Zulassungsdienste wieder aufs Amt, um ein Fahrzeug anzumelden.

Top 10: Die zehn beliebtesten Autos der Deutschen

Ein Tesla Model Y
Platz 10 – Tesla Model Y (35.426 Neuzulassungen): Nur ein einziges reines Elektroauto hat es in Deutschland im Jahr 2022 in die Top 10 der Neuzulassungen geschafft – und das kommt aus dem Hause Tesla. Mehr als 35.000 Mal wurde das Model Y verkauft, das inzwischen auch in Deutschland gebaut wird – in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin. © CTK Photo/Imago
Ein BMW 3er
Platz 9 – BMW 3er (36.231 Neuzulassungen): Anfang der 2000er-Jahre lag der BMW 3er in der Neuzulassungsstatistik noch regelmäßig deutlich über der 100.000er-Marke. Doch dann kamen die SUV und zahlreiche neue Modellvarianten wie zuletzt etwa der 4er, die an den Verkaufszahlen des 3ers nagten. Mit Platz 9 hat es der Münchner aber auch im Jahr 2022 noch in die Top 10 geschafft. © BMW
Ein Ford Kuga
Platz 8 – Ford Kuga (38.482 Neuzulassungen): Kaum noch ein Autobauer kann es sich heutzutage noch leisten, kein SUV im Programm zu haben – auch nicht Ford. Viele Autofahrer bevorzugen den bequemen Einstieg und die hohe Sitzposition. Mit dem Kuga fuhr Ford in der Neuzulassungsstatistik des KBA immerhin den 8. Platz ein. © Ford
Ein VW Passat
Platz 7 – VW Passat (39.261 Neuzulassungen): Lange galt der Passat als der klassische Dienstwagen. Die praktische Kombi-Form ist aber natürlich auch für Familien gut geeignet. Dennoch greifen inzwischen viele lieber zum SUV. Deshalb ist der Passat auch nicht mehr so erfolgreich, wie noch vor einigen Jahren. 2011 etwa lag der Wolfsburger mit mehr als 100.000 Neuzulassungen noch deutlich weiter vorn.  © VW
Fahraufnahme eines Mini
Platz 6 – Mini (40.142 Neuzulassungen): Nur wenige Neuauflagen von Autos sind so erfolgreich wie der Mini, dem unter der Federführung von BMW neues Leben eingehaucht wurde. Bis heute erfreuen sich die Fahrzeuge großer Beliebtheit – und es reicht für den 6. Platz bei den Neuzulassungen. Den Mini gibt es in vielen verschiedenen Varianten – doch das KBA macht bei den Modellen keine Unterscheidung. © Mini
Ein Opel Corsa
Platz 5 – Opel Corsa (50.191 Neuzulassungen): Im Kleinwagen-Segment war der Opel Corsa so etwas wie die ewige Nummer Zwei hinter dem VW Polo – doch der hat es im Jahr 2022 nicht einmal mehr in die Top 10 geschafft. Der lange Atem hat sich für den Corsa nun also ausgezahlt – mit einem stolzen 5. Platz bei den Neuzulassungen. Rund 15.000 davon entfielen auf die E-Variante des kleinen Rüsselsheimers. © Opel
Ein Fiat 500
Platz 4 – Fiat 500 (52.337 Neuzulassungen): Ein kleiner Italiener hat es in Deutschland immerhin auf den vierten Platz geschafft. Ziemlich überraschend: Denn Kleinstwagen sind eigentlich kaum noch gefragt. Seine Beliebtheit hat allerdings damit zu tun, dass es ihn auch als Elektro-Version gibt – und noch sind nur wenige Stromer in dieser Kategorie verfügbar. So sind 29.653 der 52.337 im Jahr 2022 neu zugelassenen Fiat 500 rein elektrisch unterwegs. © Fiat
Ein VW T-Roc
Platz 3 – VW T-Roc (58.942 Neuzulassungen): Die Top-3 macht Volkswagen unter sich aus. Den zweiten Platz verpasste der T-Roc dabei nur knapp: Gerade einmal 194 Exemplare verkaufte VW weniger als vom Tiguan. Im nächsten Jahr steht ein Facelift des Kompakt-SUV an – möglicherweise reicht es dann für mehr. © VW
Fahraufnahme eines VW Tiguan
Platz 2 – VW Tiguan (59.136 Neuzulassungen): SUV sind in Deutschland nach wie vor ein Verkaufsschlager – das zeigt auch der Zweitplatzierte bei den Neuzulassungen im Jahr 2022. Allerdings nähert sich die aktuelle Tiguan-Generation inzwischen ihrem Ende – schon im nächsten Jahr soll ein Nachfolger an den Start gehen.  © VW
Es handelt sich hier um einen VW Golf.
Platz 1 – VW Golf (84.282 Neuzulassungen): Nicht umsonst heißt die Kompaktklasse auch Golfklasse – der Wolfsburger ist und bleibt die Nr. 1. Allerdings scheint seine Zeit langsam abzulaufen, denn vor nicht allzu langer Zeit rangierte der Platzhirsch noch mit mehr als 200.000 Neuzulassungen auf dem ersten Rang. Kann er es im Jahr 2023 wirklich noch einmal ganz nach oben schaffen? © VW

Auto online zulassen: In diesen Fällen ist es möglich

Dabei hat die neue Verordnung zu iKfz (Stufe 4) vieles erleichtert. So ist es (noch) möglich, mit dem digitalen Zulassungsbescheid bis zu zehn Tage zu fahren. Auf die Übersendung der Fahrzeugdokumente und der Plaketten muss man also nicht mehr warten. Der Service umfasst dabei ein breites Angebot. Möglich sind:

  • Wiederzulassung
  • Umschreibung im Zulassungsbezirk mit Halter- und Kennzeichenwechsel
  • Umschreibung in einen anderen Zulassungsbezirk mit gleichem Halter und Kennzeichenwechsel
  • Umschreibung in einen anderen Zulassungsbezirk mit Halterwechsel und Kennzeichenwechsel
  • Neuzulassung
  • Adressänderung
  • Zulassung von Autos mit E-Kennzeichen, Oldtimer-H-Kennzeichen sowie Saisonkennzeichen

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Wie lange es dauert, bis die betroffenen Zulassungsstellen die vom KBA festgelegten Mindestsicherheitsanforderungen für die Nutzung von iKfz erfüllen, ist noch unklar.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago

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