Psychologie: Darum können Menschen und Hunde so gut zusammenarbeiten
VonLaura Knops
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Freund und Helfer: Hunde und Menschen leben seit Jahrtausenden im Einklang. Wie die gute Zusammenarbeit funktionieren kann, erfahren Sie hier.
Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist seit Langem besonders innig. Kein anderes Haustier begleitet die Menschheit seit so langer Zeit. Archäologische Fundstücke beweisen, dass Menschen und Vierbeiner bereits seit über 14.000 Jahren zusammenleben. Erste Annäherungen zwischen Wolf und Mensch soll es sogar schon vor mehr als 30.000 Jahren gegeben haben. Um die besondere Beziehung zwischen Hund und Mensch besser zu verstehen, untersuchen Wissenschaftler nicht nur die Intelligenz der Tiere, sondern auch ihr Kooperationsverhalten.
Menschen und Hunde: Warum können Menschen und Hunde so gut zusammenarbeiten?
Hunde verfügen der Psychologin und Wissenschaftlerin Juliane Bräuer, Forscherin am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena, zufolge über eine besonders gute soziale Kognition. Sie verstehen also soziale Zeichen wie Zeigegesten. „Eine Zeigegeste versteht der Hund vielleicht als Information: ‚Ich will mit dir sprechen, dich auf etwas aufmerksam machen‘, vielleicht aber auch als Befehl“, erklärt Juliane Bäumer im Interview mit Psychologie Heute. Diese Zeichen werden dabei bereits von Welpen im Alter von sechs Wochen verstanden. Tatsächlich bestehen einige Parallelen zwischen dem Sozialverhalten von Hunden und Wölfen und menschlichen Sozialstrukturen. Wie Menschen leben auch Hunde und Wölfe in sozialen Verbänden und kommunizieren untereinander über Laute, Mimik und Gesten.
Das Verstehen von Zeichen und darauf zu gehorchen, machte Hunde so bereits vor Tausenden von Jahren zu den wichtigsten Begleitern des Menschen. Verhaltensbiologen vermuten sogar, dass Menschen seit jeher die Hunde auswählten, die die menschlichen Befehle am besten deuten konnten. Doch nicht nur für den Menschen brachte die Domestizierung des Hundes Vorteile – beispielsweise bei der Jagd. Auch für Hunde bedeutete die Zusammenarbeit mit dem Menschen einen Überlebensvorteil.
Kooperation und Kommunikation: Hunde entwickelten im Tierreich einzigartige Fähigkeiten
Beweise gibt es dafür auch aus der Biologie: Beispielsweise wird bei einem Hund und seinem Besitzer das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, wenn sie sich anschauen. Trotzdem muss der Mensch in dieser Beziehung das Sagen haben, wie Juliane Bäumer betont. Denn Hunde arbeiten mit Menschen zwar auf verschiedene Arten zusammen – bei der Jagd, beim Hüten von Vieh, als Rettungshunde, als Assistenz- oder Therapiehunde und bei der Polizei. In den meisten dieser Fälle ist jedoch unklar, ob Hunde die Absichten des Menschen tatsächlich verstehen und motiviert sind, mit ihm zu kooperieren, oder ob sie lediglich darauf trainiert wurden, bestimmte Befehle zu befolgen und in bestimmten Situationen auf bestimmte Weise zu reagieren. Hunde sind zwar hoch motiviert, Menschen zu helfen, aber verstehen oft nicht, wie sie den menschlichen Partner unterstützen können. Eine klare Kommunikation ist daher für Hundebesitzer umso wichtiger.