Kommunikation und Kooperation

Psychologie: Darum können Menschen und Hunde so gut zusammenarbeiten

  • schließen

Freund und Helfer: Hunde und Menschen leben seit Jahrtausenden im Einklang. Wie die gute Zusammenarbeit funktionieren kann, erfahren Sie hier.

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist seit Langem besonders innig. Kein anderes Haustier begleitet die Menschheit seit so langer Zeit. Archäologische Fundstücke beweisen, dass Menschen und Vierbeiner bereits seit über 14.000 Jahren zusammenleben. Erste Annäherungen zwischen Wolf und Mensch soll es sogar schon vor mehr als 30.000 Jahren gegeben haben. Um die besondere Beziehung zwischen Hund und Mensch besser zu verstehen, untersuchen Wissenschaftler nicht nur die Intelligenz der Tiere, sondern auch ihr Kooperationsverhalten.

Menschen und Hunde: Warum können Menschen und Hunde so gut zusammenarbeiten?

Mensch und Hund verstehen sich meist ohne Worte – und das schon seit tausenden von Jahren.

Hunde verfügen der Psychologin und Wissenschaftlerin Juliane Bräuer, Forscherin am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena, zufolge über eine besonders gute soziale Kognition. Sie verstehen also soziale Zeichen wie Zeigegesten. „Eine Zeigegeste versteht der Hund vielleicht als Information: ‚Ich will mit dir sprechen, dich auf etwas aufmerksam machen‘, vielleicht aber auch als Befehl“, erklärt Juliane Bäumer im Interview mit Psychologie Heute. Diese Zeichen werden dabei bereits von Welpen im Alter von sechs Wochen verstanden. Tatsächlich bestehen einige Parallelen zwischen dem Sozialverhalten von Hunden und Wölfen und menschlichen Sozialstrukturen. Wie Menschen leben auch Hunde und Wölfe in sozialen Verbänden und kommunizieren untereinander über Laute, Mimik und Gesten.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter unseres Partners Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Hunde, Delfine, Fledermäuse: Zehn Tiere, die für den Staat arbeiten

elefant-zirkus
Zirkuselefant Lizzie war während des Ersten Weltkriegs ein vertrauter, aber doch gewöhnungsbedürftiger Anblick auf den gepflasterten Straßen von Sheffield. Dort wurde er von einer Munitionsfirma zum Ziehen schwerer Lasten eingesetzt. Wesentlich bekannter dürfte im Zusammenhang mit Krieg und Elefanten aber eine andere Geschichte sein. Dass es dem karthagischen Feldherrn Hannibal gelang, im zweiten Punischen Krieg 37 Elefanten lebend über die Alpen nach Italien zu bringen, gilt als logistische Meisterleistung. © Gemini/Imago
„Kamerad Muli kann viel tragen“, steht auf der Homepage der Bundeswehr. Tatsächlich umschreibt das relativ genau die Aufgabe der Maultiere: schleppen. Besonders in Gebirgen und unwegsamem Gelände kommt die Mischung aus Esel und Pferd zum Einsatz. Bis zu 120 Kilogramm Ausrüstung kann ein Muli tragen. Mehr dürfte kein anderer Gebirgsjäger auf Dauer schaffen.
„Kamerad Muli kann viel tragen“, steht auf der Homepage der Bundeswehr. Tatsächlich umschreibt das relativ genau die Aufgabe der Maultiere: schleppen. Besonders in Gebirgen und unwegsamem Gelände kommt die Mischung aus Esel und Pferd zum Einsatz. Bis zu 120 Kilogramm Ausrüstung kann ein Muli tragen. Mehr dürfte kein anderer Gebirgsjäger auf Dauer schaffen.  © Thomas Imo/photothek.net
„Miss Marple“ (im Bild), „Columbo“ und „Sherlock“: Geier sollten der Polizei in Niedersachsen als Spürnasen bei der Leichensuche helfen. Im Gegensatz zu Spürhunden können sie wesentlich größere Gebiete absuchen. Auf die Idee gekommen war ein Kriminalbeamter, der in einem Tierfilm gesehen hatte, wie Geier in dichtem Wald zielsicher ihre tote Beute zwischen Bäumen und selbst unter Laub aufspüren können.
„Miss Marple“ (im Bild), „Columbo“ und „Sherlock“: Geier sollten der Polizei in Niedersachsen als Spürnasen bei der Leichensuche helfen. Im Gegensatz zu Spürhunden können sie wesentlich größere Gebiete absuchen. Auf die Idee gekommen war ein Kriminalbeamter, der in einem Tierfilm gesehen hatte, wie Geier in dichtem Wald zielsicher ihre tote Beute zwischen Bäumen und selbst unter Laub aufspüren können.  © Holger Hollemann/dpa
In Tansania schnüffelt eine afrikanische Riesenbeutelratte nach Landminen. Besonders in Afrika sind die Sprengstofffallen eine riesige Gefahr für Leib und Leben. Um sie aufzuspüren werden auch Spürratten eingesetzt. Sie können Minen viel schneller aufspüren als Metalldetektoren. Laut der belgische Hilfsorganisation Apopo sind weltweit knapp 100 Exemplare im Einsatz.
In Tansania schnüffelt eine afrikanische Riesenbeutelratte nach Landminen. In dem afrikanischen Land sind bedeuten die Sprengstofffallen eine unkalkulierbare Gefahr für Leib und Leben. Um sie aufzuspüren, werden auch Spürratten eingesetzt. Sie können Minen viel schneller identifizieren als Metalldetektoren. Laut der belgische Hilfsorganisation Apopo sind weltweit knapp 100 Exemplare im Einsatz. © Carld de Souza/afp
Tauben im Staatsdienst? Was sich unglaublich anhört, war in Indien bis vor einigen Jahren Usus– zumindest im Bundesstaat Odisha. Bis zu 800 Exemplare sollten der Polizei im Katastrophenfall helfen. Sie überbrachten Nachrichten, wenn das Kommunikationsnetzt durch Überschwemmungen zusammengebrochen war. Heute braucht man sie nicht mehr. Immerhin: Ein Bruchteil der ehemaligen Mitarbeiter durfte noch bei Paraden auftreten.
Tauben im Staatsdienst? Was sich unglaublich anhört, war in Indien bis vor einigen Jahren Usus– zumindest im Bundesstaat Odisha. Bis zu 800 Exemplare sollten der Polizei im Katastrophenfall helfen. Sie überbrachten Nachrichten, wenn das Kommunikationsnetz durch Überschwemmungen zusammengebrochen war. Heute braucht man sie nicht mehr. Immerhin: Ein Bruchteil der ehemaligen Mitarbeiter durfte noch bei Paraden auftreten. © Imago
Delfine gelten gemeinhin als grazile, friedliebende Tiere. Trotzdem werden sie im Krieg eingesetzt. Auch Russland setzt im Ukraine-Krieg offenbar auf sie. Mögliche Aufgaben der Delfine: feindliche Taucher abzuwehren, Waffen aufspüren oder Minen gegen feindliche Schiffe abzusetzen.
Delfine gelten gemeinhin als grazile, friedliebende Tiere. Trotzdem werden sie im Krieg eingesetzt. Dass sie auch Teil der russischen Strategie im Ukraine-Krieg sind, mutmaßen ausländische Geheimdienste schon lange. Mögliche Aufgaben der Delfine: feindliche Taucher abzuwehren, Waffen aufspüren und Minen aufspüren. Neben Russland verfügen auch die Vereinigten Saaten über Delfin-Staffeln, um die sich viele Legenden ranken. © Imago/Konstantin Mihalchevskiy
Pferde können einschüchternd sein – und genau deswegen werden sie eingesetzt. Besonders bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Demonstrationen verhelfen sie den Polizisten außerdem zu einem besseren Überblick und kommen überall dorthin, wo Motorräder stehen bleiben müsse. Übrigens: Vor ihrem Einsatz müssen Pferde eine Prüfung bestehen.
Pferde können einschüchternd sein – unter anderem deswegen werden sie eingesetzt. Besonders bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Demonstrationen verhelfen sie den Polizisten außerdem zu einem besseren Überblick und kommen überall dorthin, wo Motorräder stoppen müssten. Übrigens: Vor ihrem Einsatz müssen Pferde eine Prüfung bestehen.  © dpa
Päuschen nach getaner Arbeit: Die Katzen Mogli und Momo liegen bei den Stallungen der Polizei-Reiterstaffel im Gras. Sie fangen hauptberuflich Mäuse. Nach Ansicht des Bayerische Oberste Rechnungshofs sind sie unentbehrliche „Mitarbeiter“ der Dienststelle, weil durch ihre Jagd verhindert wird, dass das Fressen der Polizeipferde durch Mäusekot verunreinigt wird.
Päuschen nach getaner Arbeit: Die Katzen Mogli und Momo liegen bei den Stallungen einer Polizei-Reiterstaffel im Gras. Sie fangen hauptberuflich Mäuse. Nach Ansicht des Bayerische Oberste Rechnungshofs sind sie unentbehrliche „Mitarbeiter“ der Dienststelle, weil durch ihre Jagd verhindert wird, dass das Fressen der Polizeipferde durch Mäusekot verunreinigt wird. © dpa
Hunde: Sie spüren Drogen, Leichen, Waffen und auch Sprengstoff auf – wie auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2023.
Hunde spüren Drogen, Leichen, Waffen und auch Sprengstoff auf, wie hier im Bild auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2023. Laut der Zentralen Diensthundführereinheit der Polizei Berlin dauert die Grundausbildung eines Hundes zum Diensthund etwa zehn Wochen – je nach Alter und „Vorerfahrung“. © Sven Hoppe/dpa
Die „Vespertiliophobie“ bezeichnet eine krankhafte Angst vor Fledermäusen. Im zweiten Weltkrieg müsste sie wesentlich ausgeprägter sein. Die USA experimentierten damals mit sogenannten „bat bombs“: Fledermäuse sollten mit Sprengstoff behängt und in den Städten des Feinds gezündet werden.
Die „Vespertiliophobie“ bezeichnet eine krankhafte Angst vor Fledermäusen. Im Zweiten Weltkrieg hätte eigentlich jeder daran leiden müssen. Denn die USA experimentierten damals mit sogenannten „bat bombs“: Fledermäuse sollten mit Sprengstoff behängt und einem Zeitzünder ausgestattet werden. Wenn sie sich dann in entsprechenden Zielen eingenistet haben, sollte die Zündung erfolgen. Wirklich eingesetzt wurden sie allerdings nie. © Friedhelm Adam/Imago

Das Verstehen von Zeichen und darauf zu gehorchen, machte Hunde so bereits vor Tausenden von Jahren zu den wichtigsten Begleitern des Menschen. Verhaltensbiologen vermuten sogar, dass Menschen seit jeher die Hunde auswählten, die die menschlichen Befehle am besten deuten konnten. Doch nicht nur für den Menschen brachte die Domestizierung des Hundes Vorteile – beispielsweise bei der Jagd. Auch für Hunde bedeutete die Zusammenarbeit mit dem Menschen einen Überlebensvorteil.

Kooperation und Kommunikation: Hunde entwickelten im Tierreich einzigartige Fähigkeiten

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist eine besonders innige. Hunde haben durch ihre lange Domestikationsgeschichte einzigartige Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation, Aufmerksamkeit und Kooperation erlangt. Hunde ziehen Studien zufolge Menschen anderen Hunden als Sozialpartner vor. Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist zudem mit der Bindung zwischen menschlichen Säuglingen und ihren Müttern vergleichbar.

Beweise gibt es dafür auch aus der Biologie: Beispielsweise wird bei einem Hund und seinem Besitzer das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, wenn sie sich anschauen. Trotzdem muss der Mensch in dieser Beziehung das Sagen haben, wie Juliane Bäumer betont. Denn Hunde arbeiten mit Menschen zwar auf verschiedene Arten zusammen – bei der Jagd, beim Hüten von Vieh, als Rettungshunde, als Assistenz- oder Therapiehunde und bei der Polizei. In den meisten dieser Fälle ist jedoch unklar, ob Hunde die Absichten des Menschen tatsächlich verstehen und motiviert sind, mit ihm zu kooperieren, oder ob sie lediglich darauf trainiert wurden, bestimmte Befehle zu befolgen und in bestimmten Situationen auf bestimmte Weise zu reagieren. Hunde sind zwar hoch motiviert, Menschen zu helfen, aber verstehen oft nicht, wie sie den menschlichen Partner unterstützen können. Eine klare Kommunikation ist daher für Hundebesitzer umso wichtiger.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

Kommentare