Verzicht auf Schaum und Glitzer

Warum Sie nur mit Wasser duschen sollten

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Überpflege kann das Risiko für Hautkrankheiten erhöhen. Eine Dermatologin spricht sich für das Waschen ohne Seife aus und empfiehlt hautschonende Produkte.

Einfach auf Duschgel und Shampoo verzichten und sich ausschließlich mit Wasser waschen? Für Sie eine schreckliche Vorstellung? Dann zählen Sie vermutlich zur absoluten Mehrheit. Doch Ihre Haut würde davon profitieren, wie Dermatologin Dr. med. Yael Adler im SWR3-Interview erklärt. „Man kann absolut nur mit Wasser duschen, da geht alles weg, was weg muss, von Staub über Schweiß, über Hautschüppchen. Sogar Urin ist wasserlöslich“, so die Expertin.

Duschen ohne Seife hält Hautbarriere intakt

Viele Menschen haben Hautprobleme gerade deshalb, weil sie diese überpflegen und in dem Zug zu viele Produkte verwenden. Make-up beispielsweise kann die Poren verstopfen und somit die Entstehung von Akne und der sogenannten Stewardessenkrankheit begünstigen. Auch häufiges Duschen und Einseifen kann den natürlichen Säureschutzmantel der Haut schädigen, der uns vor Fremdstoffen und krankheitserregenden Bakterien und Pilzen schützt.

Für Menschen mit empfindlicher Haut oder Hauterkrankungen wie Neurodermitis kann das Duschen ohne Seife, Duschgel oder Shampoo entsprechend sehr vorteilhaft sein. Denn durch den fehlenden Kontakt mit waschaktiven Substanzen kann sich die Haut erholen und die natürliche Hautbarriere bleibt unbeschädigt. Diese ist es, die unter anderem den Feuchtigkeitshaushalt reguliert und vor Austrocknung schützt.

Hautschonend und günstig: Für die tägliche Körperhygiene ist Seife kein Muss, wie eine Hautärztin erklärt.

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Besser auf „Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Schaum und Glitzer verzichten“

Sie zählen zu denjenigen, die nicht auf Waschgel und Duschcremes verzichten wollen? In dem Fall empfiehlt Dermatologin Adler, ein synthetisches Tensid zu verwenden. „Das gibt es auch im Bioladen auf Zucker- und Kokos-Tensid-Basis mit einem sauren pH-Wert um die 5 – also den Säureschutzmantel stärkend. Diese eben erwähnten Tenside sind auch nicht so stark entfettend. Man sollte auf Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Schaum und Glitzer verzichten, denn das ramponiert die Haut beim Duschen“, so die Hautexpertin.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

Es ist nicht ratsam, sich vollständig einzuseifen, so Yael Adler: „Und wenn dann eine Waschsubstanz verwendet wird, am besten nur sparsam an den vielleicht schwitzigen Stellen wie Achseln, Leisten, Pofalte und Füße, den Rest wirklich nur mit Wasser“. Wichtig: Stellen Sie das Wasser nicht zu heiß ein. Denn eine heiße Dusche reizt die Haut und belastet Ihren Geldbeutel.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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