Energiekrise

Heizkostenzuschuss: Viele haben Anspruch — und wissen es nicht

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Die Heizkosten sind hoch. Deshalb haben Millionen Deutsche Anspruch auf einen Zuschuss vom Staat. Gehören Sie auch dazu – und wissen es gar nicht?

Hamm - Die hohen Heizkosten sind für viele Menschen in NRW und ganz Deutschland eine Herausforderung. Der Staat versucht viele Menschen finanziell zu entlasten. Auch Arbeitnehmer und Selbstständige haben unter Umständen Anspruch auf den Heizkostenzuschuss.

Heizkostenzuschuss: Millionen haben Anspruch auf Unterstützung, ohne es zu wissen

Die hohen Energiepreise kombiniert mit der Inflation machen vielen Menschen Sorgen. Viele Energieversorger haben bereits angekündigt, dass die Abschläge für die Heizkosten monatlich steigen werden. Ebenso ziehen viele Vermieter die Nebenkosten an.

Zu Beginn des neuen Jahres stehen daneben noch Nachzahlungen für die Jahresabrechnung für Heizkosten oder die Nebenkostenabrechnung an. Doch was kann ich tun, wenn ich diese nicht bezahlen kann?

Haben Sie eine Nachforderung für die Heizkostenabrechnung oder auch für die Kosten der Brennstoffbeschaffung erhalten (das gilt etwa für die Befüllung des Tanks einer Ölheizung), können Sie Anspruch darauf haben einmal Leistungen beim Jobcenter oder Sozialamt schriftlich geltend zu machen, auch wenn Sie kein Bürgergeld (das Nachfolge-Modell von Hartz VI bzw. Arbeitslosengeld II seit Januar 2023) bekommen.

Das gilt auch dann, wenn Sie bereits Wohngeld und den Kinderzuschlag bekommen.

Antrag auf Heizkostenzuschuss: So funktioniert die Entlastung

Der Heizkostenzuschuss muss jedoch schnell beantragt werden. Laut Verbraucherzentrale muss der Antrag, wenn Sie erwerbsfähig sind, bis zum Ende des dritten Monats nach Fälligkeit der Rechnung gestellt werden. Rentner und Nicht-mehr-Erwerbsfähige müssen noch schneller sein: Sie müssen den Antrag noch im selben Monat beim Sozialamt stellen.

Möbel, Kühlschränke, Beleuchtung: Sieben Tipps, um in den eigenen vier Wänden Strom zu sparen 

Paar wechselt Glühbirne
Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Zusätzlich können sie im Flur, im Keller oder anderen Räumen, die nicht so oft durchquert werden, einen Bewegungsmelder installieren. Der sorgt dann für Licht, wenn es nötig ist.  © marcus/Imago
Eine Frau duscht.
Im Winter ist ein Vollbad etwas Herrliches, der Wasserverbrauch ist aber hoch und das geht ins Geld. Duschen geht schneller und verbraucht dreimal weniger. Allerdings nur, wenn wir weniger als fünf Minuten unter der Dusche verbringen. Und: beim Einseifen das Wasser besser abstellen.  © Lightpoet/Imago
Küche mit Kühlschrank
Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt. Am besten sind Kühlschränke mit einer Energieeffizienzklasse A+++. Zudem sollte er nicht zu nah am Herd oder anderen Wärmequellen stellen. Ansonsten muss er mehr Strom verbrauchen, um die Temperatur zu halten. Das Gefrierfach sollte zudem ein- bis zweimal im Jahr abgetaut werden.  © Pro Creators/Imago
Eine Hand hält eine Fernsehbedienung.
Ihr Fernseher ist ständig auf Stand-by? Dann schalten Sie über Nacht besser aus. Das zieht viel Strom und das kostet. Dann sparen Sie sich viel Geld im dreistelligen Bereich.  © Patrick Daxenbichler/Imago
Person räumt Geschirrspüler aus.
Geschirrspüler sind so schön praktisch und verbrauchen sogar weniger als das Spülen von Hand. Aber nur, wenn man den Geschirrspüler immer voll belädt und das Geschirr nicht mit der Hand vorspült. Die Energieeffizienzklasse ist genauso wichtig zu beachten wie das Wählen von Energiespar- und Kurzprogrammen.  © Ute Grabowsky/Imago
Ein Wohnzimmer
Größere Möbel wie Sofas oder Schränke sollten Sie nie zu nah an die Außenwände schieben. Je näher es an der Wand steht, desto stärker sinkt die Wandtemperatur. Die Folge kann Feuchtigkeit und Schimmel sein. Optimal ist daher ein Abstand von fünf bis zehn Zentimetern.  © Pro Creators/Imago
Ein Mann wärmt eine Mahlzeit in einer Mikrowelle auf.
Speisen sind schnell in der Mikrowelle aufgewärmt. Zudem ist sie sparsamer, was den Energieverbrauch angeht, als der Herd. Deshalb kann sie in der kalten Jahreszeit gerne öfters in Gebrauch sein.  © Monkey Business 2/Imago

Das Jobcenter NRW hat hierfür einen Kurzantrag erstellt, damit Sie Ihren Anspruch rechtzeitig erheben können. Diesem müssen Sie die betreffende Heizkosten-Rechnung - etwa vom Dezember oder Januar - beilegen und dann noch einige persönliche Angaben machen. Dazu kommen dann noch die Schilderungen der Heizkosten beziehungsweise der Nebenkostenabrechnung und des Wohnverhältnisses sowie zu Ihrem Einkommen und Vermögen.

Gesammelt erreichen Sie die Informationen sowie den Kurzantrag vom Jobcenter NRW bei energie-hilfe.org, einem Portal von Tacheles e.V. und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Heizkosten-Rechnung zu hoch? Unter Umständen hilft der Staat

Sollte Ihr monatlicher Abschlag für die Heizkosten bereits sehr hoch sein, können Sie gegebenenfalls Anspruch auf eine regelmäßige Unterstützung durch das Jobcenter oder Sozialamt haben.

Das gilt auch, wenn Ihr Einkommen zu hoch für den Anspruch auf Bürgergeld oder Sozialhilfe ist, denn Sie können immer noch Wohngeld erhalten. Dieses muss bei der Kommune in der Wohngeldstelle beantragt werden.

Sollte es hart auf hart kommen und Ihnen eine Gassperre oder Stromsperre drohen, gibt es zudem die Möglichkeit von Zuschüssen oder Darlehen durch den Staat. Achten Sie darauf, dass Ihnen bereits ab einem Zahlungsverzug von 100 Euro der Strom abgeklemmt werden kann.

Trotz Zuschüssen und der Energiepreisbremse für Gas und Strom werden viele Menschen nicht daran vorbeikommen, zu sparen. Wir haben einige Tipps gesammelt, wie Sie Ihre Heizkosten senken können. Dazu kommt, dass die Preise in NRW stark schwanken: Eine Erhebung zeigt die teilweise krassen Unterschiede in Nordrhein-Westfalen.

Rubriklistenbild: © Imago

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