Heiz-Anreiz

Heizung richtig entlüften – und bares Geld sparen

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  • Madlen Trefzer
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Wenn Heizkörper gluckern und nicht mehr richtig warm werden, sind häufig Luftblasen im Heizwasser die Ursache. Die Luft wieder aus der Heizung herauszubekommen, ist aber eigentlich ganz leicht.

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und die Temperaturen sinken. Für alle, die während der kalten Jahreszeiten in den eigenen vier Wänden nicht frösteln wollen, ein klares Indiz: Es ist an der Zeit die Heizungen anzustellen! Doch nach der Explosion der Gaspreise, denken einige Menschen sicher mehr als einmal darüber nach, ob nicht auch ein weiterer Pullover und ein dickes paar Socken ausreichen würden.

Geld sparen durch regelmäßiges Entlüften der Heizung

Gute Nachrichten für alle heizenden Bürger: Auch bei einer alten Heizung lassen sich die Heizkosten mit einem simplen Trick spürbar reduzieren. Mit der regelmäßigen Entlüftung der Heizkörper sorgt man für die optimale Energieeffizienz. Empfohlen wird jährlich vor Beginn der Heizsaison (1. Oktober bis 30. April) jeden Heizkörper im Haus zu entlüften. Das spart einiges an Heizkosten.

Besonders lohnt sich das, wenn Heizkörper rauschen und nicht mehr richtig warm werden. Meist sind Luftblasen im Heizwasser die Ursache dafür, dass die erzeugte Wärme nicht richtig an die Umgebungsluft abgegeben werden kann. Die Energie verpufft also ungenutzt.

Wenn Heizkörper gluckern und nicht mehr richtig warm werden, sind häufig Luftblasen im Heizwasser die Ursache. Die Luft wieder aus der Heizung herauszubekommen ist ganz leicht. (Symbolbild)

Über 50 Euro Heizkosten sparen – durch die richtige Entlüftung der Heizkörper

Durch das regelmäßige Entlüften der Heizkörper können bis zu 15 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Ein 2-Personen-Haushalt bezahlt durchschnittlich etwa 340 Euro jährlich für Heizkosten. Mit der richtigen Entlüftungs-Methode können also etwa 51 Euro gespart werden.

Haushalte, die ihre Wohnung über Heizstrom wärmen, zahlen sogar bis zu 1.725 Euro im Jahr. Das Entlüften der Heizkörper lohnt sich hier also umso mehr! Woran die wenigsten denken: Auch durch einen Teppich können Heizkosten gespart werden.

Heizung richtig entlüften – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Luft aus den Heizkörpern herauszubekommen, ist tatsächlich kein Hexenwerk: Alles, was man zum Entlüften braucht, sind eine Schüssel oder ein Eimer, ein Lappen und ein Heizkörperschlüssel.

  • Schritt 1: Die Umwälzpumpe der Heizungsanlage sollte abgestellt oder der Heizkreislauf in der Wohnung geschlossen werden. Mieter, in deren Wohnung dies nicht möglich ist, lassen diesen – und den nächsten – Schritt aus und machen direkt mit Schritt 3 weiter. 
  • Schritt 2: Nach etwa einer Stunde warten, hat die Luft Zeit, sich in den Heizkörpern zu sammeln. Befindet sich tatsächlich Luft im Heizkörper, sammelt sich diese am höchsten Punkt des Heizkörpers: in Höhe des Entlüfterstopfens.
  • Schritt 3: Die Thermostate aller Heizkörper im Haus oder in der Wohnung sollten auf die höchste Stufe gestellt werden.
  • Schritt 4: Mit diesem Schritt beginnt der eigentliche Entlüftungsvorgang. Das Ventil sollte so geöffnet werden, sodass die Öffnung nach unten zeigt und ein Gefäß so nah wie möglich darunter gehalten werden. Einen Lappen griffbereit zu haben kann nicht schaden.
  • Schritt 5: Nun kann das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel aufgedreht werden. Eine viertel bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn sollte hier ausreichen.
  • Schritt 6: Sobald ein Zischen hörbar ist, entweicht die Luft. Das Ventil muss nicht weiter aufgedreht werden. Folgt nach dem vollständigen Entweichen der Luft ein Wasserstrahl, muss das Ventil wieder zugedreht werden.

Sind keine gluckenden Geräusche mehr zu hören, kann das Entlüftungsventil wieder geschlossen werden. Nach der Entlüftung deiner Heizung sollte unbedingt der Wasserdruck überprüft und gegebenenfalls ausgebessert werden. Was Sparfüchse auch interessieren dürfte: So spart man 111 Euro Stromkosten mit den richtigen Fischen im Aquarium.

Was tun, wenn das Lüften nicht hilft?

Führt die Entlüftungs-Prozedur nicht zum gewünschten Ergebnis, ist es vielleicht doch an der Zeit über einen Heizungswechsel nachzudenken. Dabei ist nicht nur die Senkung der CO2-Emissionen attraktiv, sondern auch das Einsparen hoher Kosten.

Davor lohnt es sich aber, die Heizkörper nach verklemmten oder verkalkten Thermostaten zu untersuchen. Durch regelmäßige Wartung des Heizkörpers kann auch dieses Problem behoben werden. Weitere nützliche Spartipps für Zuhause findet man auf unserer Themenseite. (mad/mos)

Rubriklistenbild: © imago/imageBROKER/Stefan Kiefer

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