VonSimon Monesschließen
Noch sind Elektroautos teurer als Verbrenner. Doch das soll sich laut dem Forschungszentrum Jülich bald ändern. Besonders bei den Verbrauchskosten wird der Unterschied deutlich.
Eigentlich schien der Siegeszug des Elektroautos bereits eingeläutet. Ab 2035 sollen in der EU nur noch klimaneutrale Stromer und Fahrerzeug mit E-Fuels neu zugelassen werden dürfen. In den letzten Monaten gab es dann aber einen Rückschlag nach dem anderen. So fiel in Deutschland die Umweltprämie weg und in der Folge brachen die Zulassungszahlen ein. Zeitgleich sind die E-Autos im Vergleich zum Verbrenner deutlich teurer geworden. Kein Wunder also, dass die Händler für das Jahr 2024 pessimistisch sind, was die Verkaufszahlen angeht.
Herstellungskosten für Akkus von Elektroautos sinken
Denn der Preis ist letztlich mit ausschlaggebend dafür, für welchen Antrieb sich die Kunden entscheiden. Und bislang sorgt die Batterie dafür, dass die Elektroautos einen gewaltigen Kostennachteil haben. Laut einer Auswertung des Forschungszentrum Jülich kostet die Herstellung einer Kilowattstunde Lithium-Ionen-Batteriezelle (LIB) in den USA aktuell 94,50 US-Dollar (87,57 Euro) und 64,5 Kilogramm CO2-Emissionen.
In den kommenden Jahren soll der Preis weiter fallen. Für 2025 wird eine Preisreduzierung von Lithium-Ionen-Akkus auf 83 Euro pro Kilowattstunde erwartet. Zum Vergleich 2010 waren es noch 600 Euro, berichtet Deutsche Wirtschaftsnachrichten. Und das wirkt sich auch auf die Fahrzeugkosten aus.
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Forscher sind sicher: „Der Verbrenner wird in allen untersuchten Fällen die teuerste Variante
„Unsere Analysen zeigen, dass schon in den nächsten Jahren die Elektromobilität in den allermeisten Fällen die preisgünstigere Alternative werden wird und sich dieser Trend langfristig weiter verstärken wird“, erklärt Detlef Stolten, Direktor des Jülicher Instituts für Techno-ökonomische Systemanalyse. „Gründe sind die positive technische und ökonomische Entwicklung der Elektromobilität, sowie die gleichzeitig steigenden Kraftstoffkosten auf Seiten der Verbrenner.“ Die E-Fuels spielen laut des Instituts für Energie- und Klimaforschung (IIEK-3) des Forschungszentrums Jülich nur eine sehr untergeordnete Rolle.
So führen Wartungsaufwand und Effizienz der Elektroautos dazu, dass die batterieelektrische Variante schon ab der Mitte dieses Jahrzehnts nach den Berechnungen der Forscher des IEK-3 geringere Gesamtkosten über die Lebensdauer aufweisen. Die Herstellungskosten werden jedoch auch 2025 noch über denen eines konventionellen Pkw mit Verbrennungsmotor liegen. „Ob sich die Batterie oder Brennstoffzelle lohnt, hängt von der jeweiligen Anwendung und der Entwicklung der Strom- und Wasserstoffkosten ab. Eines ist jedoch eindeutig: Der Verbrenner wird in allen untersuchten Fällen die teuerste Variante“, erklärt Thomas Grube, Leiter des Teams Verkehrstechnik und zukünftige Mobilität. So steigen die Verbrauchskosten mit E-Fuels bis 2045 um 60 bis 90 Prozent. Bei Fahrzeugen mit Batterie oder Brennstoffzellen bleiben sie nahezu identisch.
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Der Batterie prognostizieren die Forscher bis Ende des Jahrzehnts jedenfalls eine dominante Marktstellung. Wohl auch, weil bereits in den kommenden Jahren zahlreiche günstige Elektroautos auf den Markt kommen, die unter 25.000 Euro liegen sollen. Der Renault 5 etwa hat bereits über 50.000 Vorbestellungen. Volkswagen will 2027 mit dem ID.1 sogar einen Stromer für unter 20.000 Euro produzieren.
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