Kalzium-Überdosis schadet: Nierensteine, Magen-Darm-Beschwerden und Schlafstörungen sind möglich
VonJuliane Gutmann
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Ein gesunder Erwachsener, der sich ausgewogen ernährt, entwickelt in der Regel keinen Kalzium-Mangel. Dieser, aber auch eine Überdosis, ist schädlich für den Körper.
Sie lieben Käse und Milch? Dann leiden Sie wahrscheinlich nicht an einem Kalzium-Mangel. Gesunde Menschen nehmen über die Ernährung eine ausreichende Menge des Mineralstoffs zu sich. Wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) informiert, sollten Erwachsene täglich 700 bis 1.200 Milligramm Kalzium essen oder trinken. Kuhmilch, Joghurt, Käse, grünes Gemüse wie Broccoli und kalziumreiches Mineralwasser liefern besonders viel Kalzium.
Dem IQWiG zufolge führt der Verzehr folgender Lebensmittel über den Tag verteilt zu einer Aufnahme von rund 1.000 Milligramm Kalzium:
Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium nur in Absprache mit dem Arzt
Fast 100 Prozent des im Körper vorhandenen Kalziums steckt in Knochen und Zähnen. Herrscht ein Mangel vor, sinkt die Knochendichte und auch die Zähne werden porös.
Wer den Verdacht hegt, nicht ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen, sollte einen Arzt aufsuchen. Dieser kann mithilfe eines Bluttests herausfinden, ob ein Mangel vorliegt. Frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel mit hoch dosiertem Kalzium sollte man nur in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin einnehmen.
Eine Kalziumzufuhr mittels Tabletten kann, wenn sie über 500 mg/Tag dosiert ist, Nierensteine und Gefäßverkalkungen nach sich ziehen, heißt es vonseiten der Verbraucherzentrale. Da viele Patienten mehrere Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sei zudem eine versehentliche Überdosierung möglich, zitiert die Verbraucherzentrale die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie.
Bei kalziumreichen Lebensmitteln gibt es dagegen keine schädlichen Obergrenzen.
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Ein Kalziumüberschuss ist häufig ein Zufallsbefund. Doch er kann sich auch durch unspezifische Symptome bemerkbar machen. Es wird sogar diskutiert, dass ein Zuviel an Kalzium im Blut lebensbedrohliche Folgen haben kann.
Mögliche Symptome einer anfänglichen Hyperkalzämie (erhöhter Kalziumspiegel im Blut), wie die Tagesschau.de berichtet:
Müdigkeit
Magen-Darm-Beschwerden
Schlafstörungen
Verminderte Leistungsfähigkeit
Im fortgeschrittenen Stadium kann eine sehr hohe Kalziumzufuhr auch zu Nierensteinen führen. Wie die Verbraucherzentrale informiert, könnten auch Herz und Kreislauf unter zu viel Kalzium im Blut leiden. Arteriosklerose (Arterienverkalkung) sei zwar nicht die Folge von zu viel Kalzium, allerdings wurde in jüngerer Vergangenheit oft ein Zusammenhang zwischen Kalziumprodukten und Herzinfarkten bzw. Schlaganfällen diskutiert, informiert die Verbraucherzentrale weiter. Ein Zusammenhang zur Einnahme von Kalzium-Produkten sei jedoch bislang nicht eindeutig belegt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.