Zeitpunkt ist entscheidend

Blutdruck richtig messen: Besser immer vor der Tasse Kaffee – sonst können die Werte verfälscht sein

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Den Blutdruck regelmäßig zu messen, empfehlen Experten nicht nur Bluthochdruck-Patienten. Der Zeitpunkt der Messung und wie Sie messen, ist entscheidend.

Den eigenen Blutdruck zu kennen und regelmäßig zu messen oder beim Arzt oder in der Apotheke messen zu lassen, ist wichtig. Wer seine Blutdruck-Werte kennt, kann bei Auffälligkeiten zum Arzt und sich vor möglichen Folgen durch beispielsweise Bluthochdruck schützen. Laut Apothekenumschau sprechen Experten ab einem Wert von 140 zu 90 mmHg von Bluthochdruck. Tipp: Achten Sie gerade am Morgen auf den Zeitpunkt der Messung, um valide Werte zu erhalten.

Blutdruck: Messen Sie immer zur gleichen Zeit – ohne Konsum von Kaffee, Zigaretten und Alkohol

Kaffee ist zwar bei erhöhtem Blutdruck unproblematisch, dennoch kann der Blutdruck kurzfristig durch Koffein ansteigen.

Liegen Ihre Blutdruck-Werte dauerhaft über 140 zu 90 mmHg (Druckeinheit Millimeter-Quecksilbersäule), sollten Sie Ihren Hausarzt oder einen Kardiologen aufsuchen. Denn mit anhaltendem Druck auf den Blutdruckgefäßen, der nicht behandelt wird, steigt das Risiko für Folgeschäden. Bluthochdruck ist Auslöser für Schlaganfall und Herzinfarkt, verursacht aber lange Zeit keine eindeutigen Symptome.

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Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, den Blutdruck besser mehrmals pro Tag zu messen sowie an beiden Armen. Der Arm, an dem der Wert höher ist, zeigt den relevanten Druck an. Dabei sind Unterschiede bis zu 20 mmHg normal. Herzexperten empfehlen, den Blutdruck dreimal hintereinander zu messen, mit jeweils einer halben Minute dazwischen. Entscheidend ist in dem Fall der Durchschnittswert der letzten beiden Messungen. Dieser sollte unter 135/85 mmHg liegen. Bluthochdruck-Patienten wird geraten, mehrfach jeden Tag – morgen, mittags, abends – ihre Blutdruck-Werte erfassen, am besten schriftlich über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen. Eine genaue Empfehlung dazu spricht der behandelnde Arzt aus.

Tipps für die Selbstmessung Ihres Blutdrucks

Messen Sie morgens und abends, möglichst immer zur gleichen Zeit. Personen, die aktuell mit einer medikamentösen Therapie beginnen und Patienten mit hohem Blutdruck messen zur besseren Transparenz am besten dreimal pro Tag.

Messen Sie an dem Arm mit dem höheren Blutdruck. Achtung: Die Manschette des Blutdruck-Geräts muss sich in Herzhöhe befinden. Wenn Sie Ihren Blutdruck am Handgelenk messen, sollte die Hand in etwa auf Höhe des Herzens auf einem Tisch oder Kissen abgestützt liegen.

Kommen Sie mindestens fünf Minuten vor der Blutdruck-Messung zur Ruhe, atmen Sie tief ein und aus.

Bewegen Sie sich während der Messung nicht und vermeiden Sie das Sprechen.

Nehmen Sie bereits blutdrucksenkende Medikamente ein, sollten Sie unbedingt vor der Einnahme messen.

Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und stellen die Füße entspannt nebeneinander auf den Boden.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Kaffee bei Bluthochdruck: Messen Sie Ihren Blutdruck besser vor dem Koffein-Genuss

Die allgemeine Annahme, Kaffee wäre für Menschen mit erhöhtem Blutdruck nicht geeignet, können Forscher anhand einer Studie widerlegen. Bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag kann auch mit erhöhtem Blutdruck getrunken werden. Da aber durch Kaffee beziehungsweise Koffein der Blutdruck kurzfristig nach dem Genuss ansteigen kann, sollten Sie gerade für die Messung am Morgen folgendes beachten:

  • Blutdruck vor dem Trinken von Kaffee, Schwarztee oder grünem Tee messen, um die Blutdruckmesswerte nicht zu verfälschen. Diese Getränke wirken anregend auf das Herz-Kreislauf-System und lassen den Blutdruck steigen.
  • Mindestens 30 Minuten nach dem Kaffeetrinken warten, wenn Sie Ihren Blutdruck messen möchten.
  • Eine Zigarette vor der Messung kann die Werte ebenfalls verfälschen. Auch Alkohol im Blut lässt den Blutdruck ansteigen. Männer zeigen ab einer Alkoholmenge von 30 Gramm erhöhte Werte, Frauen sogar bereits ab ca. 20 Gramm.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Pedro Merino/Imago

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