Empfindliche Atemwege

Heuschnupfen: Probleme wegen frühem Pollenflug - wie sich Allergiker wappnen

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Die Erkältungssaison ist noch im Gange, da steht die Pollensaison bereits vor der Tür. Millionen von Menschen haben mit Heuschnupfen zu kämpfen. Was Allergiker tun können.

München – Allergiker und Allergikerinnen haben schon kurz nach dem Jahreswechsel Probleme mit Pollenflug: Aufgrund der milden Witterung in weiten Teilen Deutschlands blühen Pflanzen und es kündigen sich Vorboten der Pollensaison an. Dabei ist die Zeit der Erkältungen aufgrund der wechselhaften und teilweise noch kalten Temperaturen nicht abgeschlossen, doch gibt es mancherorts eine Heuschnupfengefahr.

Kürzlich warnte die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst vor einem „messbaren Pollenflug“ von Hasel und Purpurerle, in bestimmten Gebieten. Auch in den Vorjahren flogen wegen der immer milderen Winter Haselpollen zum Teil schon im Dezember. Die aktuelle Belastung kann übrigens täglich beim Pollenfluggefahrenindex des DWD abgelesen werden.

Erhöhte Heuschnupfengefahr für Allergiker als Folge der Erderwärmung

„Im Rahmen des Klimawandels spüren wir auch in Deutschland die Erderwärmung“, erklärt dazu Prof. Dr. Torsten Zuberbier, Institutsleiter für Allergieforschung der Berliner Charité, der Bild. Ihm zufolge hat dies für Pflanzen bessere Lebensbedingungen zur Folge, was zu einem stärkeren Pollenflug führe.

Allergiker haben es schon im Januar nicht leicht: Aufgrund des verfrühten Pollenflugs drohen Schnupfen, Juckreiz und eine verstopfte Nase.

Dabei kann in den folgenden Tagen mit einem Rückgang der Temperaturen gerechnet werden (aktuelle Wetterprognose), was naturgemäß den Pollenflug eindämmt und mit einer Entlastung für Allergiker einhergeht.

Milde Temperaturen setzen Allergikern zu – männliche Samenzellen freuen sich

Ein Blick in den Pollenflugkalender verrät, dass Haselpollen Allergikern schon jetzt das Leben schwer machen, demnach hätten bereits Ende Dezember 2022 neun Prozent der Sträucher geblüht. Sollte der anstehende Kältesturz nur von kurzer Dauer sein, werden schon einige Tage vor dem Ende des Januars die Haselsträucher blühen – in den Neunziger-Jahren war dies offenbar erst knapp Mitte Februar der Fall.

Abgesehen davon gebe es eine bestimmte Abfolge von Allergieauslösern, schildert der Forscher: Auf Hasel, Erle und Birke würden die Kräuter Gräser und Beifuß folgen. Zudem breite sich das Ambrosia-Kraut in Deutschland stark aus und wird für Allergiker zu einem Problem. „Pollen sind männliche Samenzellen, und die suchen dann über den Wind getragen irgendwo andere Pflanzen ihrer Art, also Bäume oder Gräser“, so der Experte in einem früheren Interview mit rbb24.de.

Menschen würden in jedem Jahr neue Allergien entwickeln, dazu würde sich bei Betroffenen auch der Schweregrad erhöhen, so Zuberbier. Typische Symptome bei Pollenflug sind gerötete Augen, Schnupfen bzw. vermehrter Niesreiz sowie eine erschwerte Atmung aufgrund einer verstopften Nase. Auch Kopfschmerzen können damit einhergehen.

Die zehn häufigsten Allergien: Heuschnupfen, Glutenunverträglichkeit bis zu Duftstoff- und Sonnenallergie

Bei einer Pollenallergie reagieren Betroffene mit typischen Symptomen wie Niesen, Schnupfen, brennende und tränende Augen, Husten sowie Atemwegsbeschwerden.
Heuschnupfen oder allgemein Pollenallergie zählt zu den häufigsten Allergien. Die Symptome bei Heuschnupfen werden durch Blütenpollen verschiedener Pflanzen, Getreide und Gräser wie Birke, Erle, Beifuß, Spitzwegerich, Akazie, Ampfer sowie Roggen hervorgerufen. (Symbolbild) © North Rhine Westphalia/Imago
Nicht nur Katzen, auch beispielsweise Pferde, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen und sogar Ziegen können bei sensiblen Menschen allergische Symptome verursachen. Es sind nicht die Haare selbst, sondern bestimmte Eiweiße im Speichel, Schweiß, Talg, Urin, Kot oder in den Hautschuppen der Tiere – sogenannte Allergene – die Ursache für die allergischen Reaktionen beim Menschen.
Intensives Schmusen beispielsweise mit Katzen ist für Menschen mit empfindlichem Immunsystem beschwerdefrei nicht möglich. Selbst, wenn Katzen nicht vor Ort oder in einem Raum sind, aber ihre Haare bzw. Allergene hinterlassen haben, können Menschen mit Tierhaarallergie starke Symptomen wie Niesen und Husten zeigen. Die Überreaktion auf Tierallergene gehört nach Hauschnupfen zu den häufigsten Allergien. (Symbolbild) © Evgenia Sunegina/Imago
Eine Hausstaubmilbenallergie wird im Volksmund auch fälschlicherweise Hausstauballergie genannt. Dabei ist es nicht der Staub, der die Allergie bei Menschen auslösen kann, vielmehr der Kot der Hausstaubmilbe im Staub. Typische Reaktionen darauf sind dann rote Augen, Dauerschnupfen und ständiges Niesen – Vor allem nachts und morgens nach dem Aufstehen treten die Beschwerden auf, die sich nur schwer von anderen Allergien wie Heuschnupfen oder einer Erkältung unterscheiden.
Tränende Augen und Niesen am Morgen im Bett – wenn es kein Infekt ist, könnten Sie möglicherweise auf Hausstaubmilben bzw. deren Kot allergisch reagieren. Milben leben bevorzugt in Betten, da sie sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen ernähren. Grund für die allergische Reaktion bei Menschen sind Eiweiße, die sich im Körper der Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen befinden. Gelangen diese über die Luft in die menschlichen Schleimhäute, kann es zu den typischen Symptomen wie Schnupfen, tränende Augen und Niesen kommen. Hausstaubmilben gehören neben Pollen und Nahrungsmitteln zu den häufigsten Allergieauslösern. (Symbolbild) © leungchopan/Imago
Betroffene Hautpartien bei einer Sonnenallergie sind vor allem die Arme und Beine sowie Schultern, das Dekolleté, der Nacken und das Gesicht.
An einer Sonnenallergie leiden mehr als zehn Prozent der Mitteleuropäer – am häufigsten ist die sogenannte „Polymorphe Lichtdermatose“. Die Symptome können sich sehr unterschiedlich äußern, das heißt sind polymorph. Typisch für eine allergische Reaktion nach Sonneneinstrahlung sind Rötungen, Jucken, Schwellungen, Pusteln, Quaddeln und Bläschen. Betroffen sind hiervon vor allem die Schultern, Arme und Beine, das Dekolleté, der Nacken und das Gesicht. Aber auch die Hautflächen, die den Sonnenstrahlen aufgrund von Kleidung nicht direkt ausgesetzt sind, können Hautreaktionen aufweisen. (Symbolbild) © Christine Langer-Püschel/Imago
In der Regel handelt es sich bei einer Duftstoff- und Kosmetikallergie um eine Allergie des Typs IV, auch „Spättyp“ genannt. Wie der Name verrät, treten die Reaktionen also nicht sofort nach Kontakt mit dem Allergen auf, sondern erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.
Den Lieblingsduft auflegen – und man fühlt sich gleich wohler. Doch was tun Menschen, die auf Parfum und Duftstoffe plötzlich mit starkem Jucken, Ausschlag und Exzemen reagieren? Möglicherweise liegt dann eine Duftstoffallergie vor, die vielen Betroffenen nicht bekannt sind – und das, obwohl die Duftstoff- und Kosmetikallergie zu den verbreitesten Kontaktallergien gehört. Das Ausmaß der Allergie hängt häufig von spezifischen Duftstoffen, deren Rezeptur und Dosierung ab. (Symbolbild) © Arne Trautmann/Imago
Gesunden Menschen fehlt das körpereigene Enzym Laktase, um im Dünndarm Milchzucker aufzuspalten und ihn so über das Blut aufnehmen zu können.
Menschen, die auf Milchzucker mit Beschwerden reagieren, trinken ihren Kaffee am liebsten schwarz oder mit der mittlerweile allseits beliebten Hafermilch. Symptome nach dem Genuss von Kuhmilch sind häufig Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen sowie kalter Schweiß. Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland sind von einer Laktoseintoleranz betroffen. Eine echte Laktoseallergie kommt sehr selten vor. (Symbolbild) © Thomas Trutschel/photothek.de/Imago
Symptome bei einer Glutenunverträglichkeit sind Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe sowie Darmblutungen mit zum Teil Blut im Stuhl.
Frisch duftendes Brot vom Bäcker, wie herrlich. Doch Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Glutenallergie (Zöliakie) müssen es meiden. Das in Getreiden wie Weizen enthaltene Gluten löst bei ihnen eine entzündliche Reaktion aus, da sich die Antikörper gegen den eigenen Körper richten. In der Folge bilden sich die Darmzotten zurück. Durch die verringerte Oberfläche können Nährstoffe nicht mehr so gut aufgenommen werden und eine Mangelernährung droht. Symptome sind Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe sowie Darmblutungen mit zum Teil Blut im Stuhl. (Symbolbild) © Fleig / Eibner-Pressefoto/Imago
Die Erdnuss gehört wie Soja, Bohnen, Linsen und Erbsen zu den Hülsenfrüchten. Allergiker müssen daher nicht zwangsläufig auf alle Nüsse verzichten, wenn keine Kreuzallergie vorliegt.
„Kann Spuren von Nüssen enthalten.“ – Ein Hinweis, den man häufig auf dem Etikett von Süßspeisen und Aufstrichen lesen kann. Er ist besonders wichtig für Menschen mit einer Erdnussallergie, da der Verzehr von Erdnüssen durch eine Schwellung der Atemwege im akuten Fall lebensbedrohlich werden kann. So gehört in den westlichen Ländern die Erdnussallergie nicht nur zu den am meistverbreiteten Nahrungsmittelallergien – Erdnüsse sind Ursache für die meisten Todesfälle im Bereich der Nahrungsmittelallergien. (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/Imago
In Deutschland sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen von einer Apfelallergie betroffen.
Herzhaft in einen saftigen Apfel beißen, lecker! Für Menschen mit einer Apfelallergie weniger verführerisch. Denn sie reagieren beim Verzehr mit einem sogenannten oralen Allergiesyndrom (kurz OAS). Eine Person, die von einer Apfelallergie betroffen ist, kann bereits mit dem Verzehr des Obstes Symptome wie Brennen in Mund und Rachen, pelzige Zunge und angeschwollene Lippen entwickeln. In Deutschland sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen von einer Apfelallergie betroffen. (Symbolbild)  © Sunsi Albets/Imago
Häufig halten die Symptome länger als 24 Stunden an und werden von Frösteln und einem allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet. Im schlimmsten Fall droht sogar ein anaphylaktischer Schock, der lebensbedrohlich sein kann.
So schön der Anblick einer Biene auf der Blume auch sein mag, Menschen mit einer Insektengiftallergie halten hier lieber Abstand. Sie reagieren bei einem Stich häufig nicht nur mit einer allergischen Reaktion wie Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen der Haut rund um die Einstichstelle – im schlimmsten Fall kann es zu einem Allergieschock kommen und es besteht Lebensgefahr. (Symbolbild) © fotogroupmedia/Imago

Pollenflug setzt Allergikern zu – es gibt verschiedene Lösungsansätze bei Heuschnupfen

Wenn es nach ihm geht, sollten Allergiker, die länger als zwei Wochen Beschwerden mit der Atmung durch Nase und Bronchien haben, einen Arzt aufsuchen. Doch wie kann man sich im Alltag gegen Pollenflug schützen?

Als eine wirksame Methode beschreibt der Allergieexperte eine Desensibilisierung, um den Körper wie eine Art Impfung an das jeweilige Allergen zu gewöhnen. Das bedinge jedoch die Voraussetzung, „dass eine sehr saubere Diagnostik erfolgt ist“, so Zuberbier. Wie sich Allergiker im Alltag ein Stück weit vor Pollenflug schützen können:

  • Vor dem Zu-Bett-gehen Haare waschen – denn dann nimmt man die über den Tag in den Haaren aufgesammelten Pollen beim Einatmen nicht wieder auf.
  • Bettzeug regelmäßig waschen – beim Lüften kommen bestimmte Mengen an Pollen ins Zimmer, setzen sich auch an der Wäsche fest.
  • Speziell nach Niederschlägen durchlüften – feuchte Pollen fliegen nicht so gut. Auch spätabends Lüften ist besser, als tagsüber bei Trockenheit zu lüften.
  • Regelmäßiges Saugen entfernt Pollen aus Teppichen oder Vorlegern.
  • Beim Verlassen des Gebäudes eine Brille tragen – das schützt die Augen besonders bei Wind vor Pollenflug.

„Klimaneutral“ klingt für Verbraucher und Verbraucherinnen gut. Eine neue Analyse kommt aber zu dem Schluss: Große Unternehmen halten ihre hehren Versprechen gar nicht ein. (PF)

Rubriklistenbild: © Action Pictures/IMAGO

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