Ursachen auf der Spur

Hufrehe beim Pferd – gehört zu den schmerzhaftesten Krankheiten: Wie Sie die Entzündung erkennen

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Die Diagnose Hufrehe ist von jedem Pferdebesitzer stark gefürchtet. Denn die Hufrehe gehört zu einer der schmerzhaftesten Krankheiten beim Pferd.

Bei einer Hufrehe, ist die Huflederhaut, die das Hufbein mit der Hornkapsel verbindet, entzündet. Die Huflederhaut schwillt an und stört dadurch die Blutversorgung im Huf. Die Schwellung unter der Hornkapsel kann sich im Pferdehuf nicht ausbreiten und es entsteht ein hoher, sehr schmerzhafter Druck. Bleibt die Entzündung unbehandelt, wird der Huf durch die eingeschränkte Blutzirkulation nicht mehr mit den benötigten Nährstoffen versorgt. Im schlimmsten Fall kann sich die Hornkapsel vom Hufbein lösen, was zu einer Rotation mit anschließendem Absenken des Hufbeines führen kann.

Hilfe, mein Pferd hat Hufrehe! 7 Ursachen der schmerzhaften Krankheit

Im Herbst kann das Risiko einer Hufrehe-Erkrankung durch hohe Fruktan-Gehalte im Gras steigen. (Symbolbild)

Um Hufrehe beim Pferd so gut wie möglich zu vermeiden, ist es wichtig, die Sinne vor allem für die Ursachen zu schärfen. Und diese könnten kaum vielfältiger sein. Auch wenn noch etwas Irrglaube um die Faktoren, die die Erkrankung auslösen, herrscht. Denn lange ging man davon aus, dass nur Eiweiße im Gras zu Hufrehe führen. Dass dies nicht stimmt, ist vielen jedoch noch unbekannt, aber schon lange wissenschaftlich bewiesen. Als Pferdebesitzer sollten Sie deswegen diese sieben Ursachen für eine Hufrehe-Erkrankung kennen.

Ursachen für Hufrehe beim Pferd: Die Fütterung

Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung verursacht. Das größte Problem sind zu viele Proteine und Kohlenhydrate. So zum Beispiel Stärke und Fruktan. Letzteres ist vor allem in Heu und Gras enthalten. Viele gehen noch davon aus, dass vor allem Eiweiße im frischen Gras die Hauptauslöser für Hufrehe sind. Doch sind Fruktane wesentlich gefährlicher. Das Komplizierte dabei: der Fruktangehalt schwankt enorm. Bei sonnigem und kühlem Wetter liegt der Wert bis zu 200-mal höher als an warmen, wolkenverhangenen oder regnerischen Tagen. Besonders gefährlich sind frostige und sonnige Morgenstunden. Das heißt, dass es nicht nur im Frühling, sondern auch im Herbst zu hohen Fruktan-Gehalten im Gras kommt und die Gefahr für Hufrehe steigt. Kurz gefressenes Gras enthält besonders viel Fruktan, da dieses vor allem im Stängel gespeichert wird. 

Ursachen für Hufrehe beim Pferd: Die Belastung

Das regelmäßige Be- und Entlasten der Hufe ist wichtig für die Blutzirkulation. Durch den sogenannten Hufmechanismus entsteht ein Sog, der den Blutumtrieb fördert und das Blut wieder von den Hufen in Richtung Herz befördert. Eine ungünstige Belastung stört den Bluttransport und die Huflederhaut kann sich entzünden. Auslösende Faktoren sind vor allem langes Laufen oder permanentes Stehen auf harten oder auch gefrorenen Böden. Das Schonen eines Beines aufgrund einer Lahmheit der Gegengliedmaße kann ebenfalls zu einer Belastungsrehe führen. Das Pferd verlagert dann sein Gewicht vermehrt auf die anderen drei Beine, vor allem an den Vorderbeinen können dadurch Probleme auftreten.

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Ursachen für Hufrehe beim Pferd: Gefahr Vergiftung

Bei der Vergiftungsrehe werden meist aus dem Darm oder auch nach der Geburt aus der Gebärmutter Toxine resorbiert, die über die Blutbahn in die Huflederhaut gelangen. Vergiftungen können bei der Aufnahme von Giftpflanzen entstehen wie zum Beispiel Wicken, Robinie, Rizinus und Eicheln sowie durch Herbizide, Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze und Pilzsporen. Zu viele Eicheln können auch Koliken und Nierenschäden verursachen. Gelegentlich sind auch Impfungen und Wurmkuren Auslöser einer Vergiftungsrehe, wenn ein massiver Parasitenbefall vorlag und viele von ihnen absterben.

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Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Ursachen für Hufrehe beim Pferd: drei Krankheiten im Überblick

Borreliose, Equines Cushing-Syndrom und Equines Metabolisches Syndrom (EMS) sind drei Vorerkrankungen, die eine Hufrehe begünstigen können. Eine Huflederhautentzündung ist häufig eine Begleiterscheinung der Borreliose. Beim Cushing-Syndrom kann die Hufrehe eines der Folgesymptome sein. Da der Körper beim Cushing-Syndrom vermehrt Kortisol produziert, beeinflusst das unter anderem auch den Blutzuckerspiegel. Die Folge: Durch zu viel Zucker im Blut verengen sich die Blutgefäße und der Körper wird übersäuert – auch im Bereich der Hufe. Bei EMS kommt es durch die Entwicklung der Insulinresistenz ebenfalls zu einem hohen Zuckergehalt im Blut.

Ursachen für Hufrehe beim Pferd: Problem mit Übergewicht

Übergewicht ist mit oder ohne Stoffwechselstörungen wie dem Cushing-Syndrom oder EMS ein zusätzlicher Risikofaktor für Hufrehe. Das zusätzliche Gewicht schadet dem Huf. Hinzu kommt, dass Fett nicht nur Speichergewebe, sondern auch Hormone produziert und damit den Zucker- und Insulinstoffwechsel stört. 

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/ Imago

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