Verhalten von Hunden

Hunde auf Hitzetrip? Harvard-Studie entdeckt Zusammenhang zwischen Hundebissen und Temperaturen

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Hitze ist für die meisten Lebewesen eine echte Herausforderung. Dass sie aber auch messbare Änderungen im Verhalten von Hunden bewirkt, ist neu. Eine Studie der Eliteuni Harvard hat die Zusammenhänge erforscht.

Eine aktuelle Verhaltensstudie der Eliteuniversität Harvard hat einen Zusammenhang zwischen erhöhten Ozonwerten und der Aggressivität von Hunden ermittelt. Sie deutet darauf hin, dass verschiedene Umwelteinflüsse wie das Atmosphären-Spurengas Ozon, eine höhere Tagestemperatur und vermehrte UV-Strahlung in direktem Zusammenhang mit einer ebenfalls erhöhten Aggressivität von Hunden stehen. Das berichtet das Reportagemagazin GEO online.

Hitze kann Hunde laut Studie aggressiv machen

Eine aktuelle Verhaltensstudie der Universität Harvard hat ergeben, dass Hunde bei Hitze häufiger zubeißen. (Symbolbild)

Etwa 80 Prozent der jährlich rund 30.000 bis 50.000 Tierbisse in Deutschland sind auf Hunde zurückzuführen. In der Erziehung von Hunden gibt es zahlreiche Faktoren, die Einfluss auf das Verhalten der Vierbeiner haben. Doch offenbar spielen nicht nur Rasse, Geschlecht und Erziehung eine wichtige Rolle im Verhalten von Hunden – auch einige Variablen der Umwelt haben dabei ihre Finger im Spiel. Wissenschaftler der Universität Harvard fanden unlängst heraus, dass erhöhte Werte von Ozon, Temperatur und Ultraviolettstrahlung die Angriffslust der Vierbeiner steigern. Das kann sich auch in Form einer vermehrten Anzahl von Bissen äußern.

Auswertung von Daten zeigt eindeutiges Ergebnis

Für ihre Studie, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, analysierten die Forschenden die Daten acht amerikanischer Städte (Dallas, Houston, Baltimore, Baton Rouge, Chicago, Louisville, Los Angeles und New York City) mit dem Fokus auf Hundeangriffe. Als Durchschnittswert ergaben sich dabei drei gemeldete Attacken pro Tag. Um einen Vergleich erstellen zu können, werteten die Harvard-Wissenschaftler zudem die dazugehörigen Tageshöchsttemperaturen, die Menge des Niederschlags wie auch die Ozon-, UV- und Feinstaub-Werte aus.

Ein Vergleich der jeweiligen Daten über einen Zeitraum von zehn Jahren führte schließlich zu der Annahme, dass die drei letztgenannten Werte einen signifikanten Einfluss auf das Verhalten von Hunden haben. An sonnigen Tagen mit erhöhten UV-Werten wurde elf Prozent mehr Hundebisse gemeldet, an heißen Tagen vier Prozent und an Tagen mit hoher Ozonkonzentration wurden drei Prozent mehr Bisse durch Hunde an die Behörden weitergegeben. Eine verstärkte Feinstaub-Konzentration in den Städten hatte hingegen keine Auswirkungen.

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Grund für Aggressivität ist Wissenschaftlern bekannt

Den beobachteten Anstieg von Hundeattacken an heißen Tagen können sich die Forscher bereits erklären: Es ginge dabei um chemische Reaktionen in den Tierkörpern. Studien an Ratten und Mäusen, aber auch an Menschen, hatten Ähnliches ergeben. Dabei war festgestellt worden, dass beispielsweise Ozon oxidativen Stress in den Atemwegen auslöst und die Lungenfunktion beeinträchtigt. Diese Zusammenhänge rufen beim Menschen Stressreaktionen hervor. Aufgrund der Ähnlichkeit der neuronalen Schaltkreise für Aggressionen unter Säugetieren gehen die Forscher davon aus, dass auch für Hunde Vergleichbares gilt.

13 Hunderassen, von denen Anfänger lieber die Finger lassen sollten

Welpe eines Australien Shepherd im Laub.
Der Australien Shepherd ist Fremden gegenüber wenig aufgeschlossen und braucht viel Bewegung pro Tag. © Sofiya Garaeva/Imago
Siberian Husky in Nahaufnahme.
Der Siberian Husky braucht sehr viel Auslauf pro Tag. © Design Pics/IMago
Drei Dackel sitzen nebeneinander vor einer Holzwand.
Ihre Größe verrät noch nichts über den Eigensinn der Dackel. © D. Maehrmann/Imago
Ein Border Collie liegt auf einer Wiese.
Border Collies sind anspruchsvoll, wenn es um ihre Auslastung und Beschäftigung geht. © Aida Martinez/Imago
Zwei Schäferhunde sitzen im Wald.
Als Wachhund ist der Schäferhund perfekt. Dafür braucht es aber eine strenge Erziehung. © Nikolai Tsvetkov/Imago
Ein Beagle-Welpe auf einer Wiese mit Spielzeug.
Süß, aber richtige Kläffer: Beagles müssen ihre Grenzen kennen, sonst wird es anstrengend. © Buffy1982/Imago
Ein Rottweiler am Strand.
Rottweiler brauchen eine strenge Erziehung und wollen gefordert werden. © cynoclub/Imago
Ein Weimeraner am Strand.
Weimeraner sind wunderschön, brauchen aber extrem viel Auslauf. © Markel Laskurain/Imago
Ein Akita liegt auf einer Wiese.
Akitas sind bekannt für ihren Eigensinn und ihrer Skepsis Fremden gegenüber. © cynoclub/Imago
Ein brauner Dobermann liegt auf dem Boden.
Der Dobermann beeindruckt mit seiner Größe und seinem Willen, zu beschützen. © gsdonlin/Imago
Deutscher Zwergspitz in Nahaufnahme
Klein, aber oho: Der Zwergspitz ist ein liebenswürdiger Dickkopf. © B. Rainer/Imago
Ein Chow Chow liegt auf dem Boden.
Der Chow Chow war ursprünglich ein Hütehund und braucht eine strenge Erziehung. © Ryhor Bruyeu/Imago
Shih tzu Hund, der im Laubhaufen sitzt.
Der Shih Tzu ist ein treuer, aber eigensinniger Begleiter des Menschen. © CSP_chaoss/Imago

Die Autoren betonen, dass den Daten für die Studie keine weiteren Faktoren wie Rasse oder Geschlecht zugrunde lagen, die das Risiko für einen Hundebiss beeinflussen könnten. Die Wissenschaftler sprechen sich daher für eine weitere Studie aus, um die aktuellen Befunde zu stützen.

Rubriklistenbild: © Pond5/Imago

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