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Hund und Katze in einer Wohnung – kann das gutgehen? Hilfestellungen, wie Sie beide Tiere behutsam aneinander gewöhnen können.
Stellen Sie sich vor, Ihr Hund stand bisher als Haustier im Mittelpunkt. Doch dann kommt, quasi als neue Mitbewohnerin, eine Katze ins Spiel. Für manche Hundehalter ist die Vorstellung schon deshalb schwierig, weil sie wissen, wie ihr Hund auf fremde Katzen reagiert. Also dass er zum Beispiel bellt, wenn er welche sieht, oder ihnen hinterherläuft. Trotzdem kann es klappen, dass Hund und Katze sich, sollte man sie in einem Haushalt vorsichtig aneinander gewöhnen, miteinander auskommen.
Hund und Katze aneinander gewöhnen – Hundetrainerin gibt Tipps
Wie kann man Katze und Hund in einer Wohnung zusammenführen? Wichtig ist, dass die Halter am Anfang immer dabei bleiben und die Tiere auf keinen Fall sich selbst überlassen sind. Der Hund sollte auf jeden Fall angeleint sein und die Katze immer Fluchtmöglichkeiten haben. Die Katze darf sich auf keinen Fall in die Enge getrieben fühlen und wichtig ist, dass beide Tiere ruhig bleiben. Das klappt leichter, wenn man vorher ausgiebig mit dem Hund spazieren war und mit der Katze viel gespielt hat. Erst, wenn der Hund ruhig ist, kann sich auch die Katze sich entspannen. Die Tiere sollen sich zudem freiwillig aneinander gewöhnen können, ohne dass sie dabei in Gefahr geraten können. Wie man entsprechende Vorkehrungen schafft, schildert Hundetrainerin Anja Petrick für das Magazin Wir in Bayern und gibt in dem Beitrag auf BR.de zudem wertvolle Tipps, worauf man bei der ersten Begegnung von Hund und Katze achten sollte.
Die erste Begegnung von Hund und Katze in der Wohnung
Damit sich Hund und Katze vorsichtig und geschützt beschnuppern können, rät die Hundetrainerin, beim ersten Treffen am besten ein Kindergitter zwischen den beiden aufzustellen. Wenn beide ruhig und entspannt seien, solle man beide Tiere loben und belohnen. Das funktioniert bekanntermaßen gut über ein Leckerli. „Sollte Ihr Hund bei diesem Schritt schon sehr aufgeregt sein und sich nicht beruhigen können, schaffen Sie mehr Abstand und fangen die Zusammengewöhnung in kleineren Schritten an“, so die Kennerin. Und diese Schritte sehen ihr zufolge so aus:
- Damit der Hund mit dem fremden Geruch vertraut wird, solle man ihm die Decke der Katze „zum Abschnüffeln“ geben.
- Der Kontakt über das Kindergitter solle nicht direkt erfolgen, „sondern sichern Sie Ihren Hund über Brustgeschirr und Leine und lassen Sie ihn zum Beispiel über die Breite des Zimmers zur Katze hinter dem Kindergitter schauen“, so einer der Tipps der Hundetrainerin in dem BR-Beitrag.
- Wenn das in der größeren Distanz gut funktioniere, könne man sich „nach und nach näher an die Katze ran arbeiten“. Wichtig sei immer, dass der Hund dabei möglichst entspannt bleibe.
Erst, wenn das alles problemlos klappt, folgt der nächste Schritt, indem man mit den Tieren gemeinsam in einem Raum übt. „Auch hier sollte Ihr Hund zu Beginn an Brustgeschirr und Leine gesichert sein“, so der Rat der Hundetrainerin. Zwischendurch sollte man die Tiere, reagieren sie entspannt, dafür beide erneut belohnen. Werden die Tiere unruhig, sollte man wieder mehr Abstand schaffen. „Am schwierigsten wird es in der Regel, wenn die Katzen sich schneller durch die Wohnung bewegen. Wichtig ist hier, dass Sie selbst so ruhig und entspannt wie möglich bleiben.“
Sollte auch das alles problemlos laufen, kann man die Leine des Vierbeiners immer länger werden lassen. „Ab diesem Punkt ist es eine Gefühlssache, wann Sie die Leine ganz abmachen können“, so die Hundetrainerin in dem Beitrag. „Ich persönlich finde es hilfreich, zu Beginn noch Brustgeschirr und eine ein bis zwei Meter lange Hausleine am Hund zu lassen. So kann er sich frei bewegen, aber im Notfall durch einen schnellen Griff an die Leine wieder gesichert werden.“
Nicht alle Hunde und Katzen eignen sich als WG-Haustiere
Grundsätzlich sollte man wissen: Nicht in allen Fällen sind Hund und Katze kompatibel. Bevor man sich entscheidet, sich zusätzlich zum Hund eine Katze anzuschaffen, sollte man sich vorher gut informieren. So heißt es, dass zum Beispiel ältere und jüngere Tiere sich nicht immer gut verstehen und die Zusammenführung bei eher gleichaltrigen Tieren oft leichter fällt. Gerade bei Kitten und Welpe ist es in der Regel vergleichsweise einfach. Auch, was das Temperament betrifft, würden Hund und Katze, die sich in diesem Punkt ähnlich sind, oft besser verstehen, als wenn der Hund beispielsweise besonders ruhig und die Katze dagegen sehr aktiv ist.
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Tiere brauchen weiterhin ihren Rückzugsort in der Wohnung
Die Zusammenführung von Hund und Katze sollte auf keinen Fall von Angst und Stress für die Tiere geprägt sein. Ein guter Start kann stattdessen bewirken, dass die Tiere sich danach in der gemeinsamen Wohnung tatsächlich tolerieren. Beobachten Sie die beiden, ob sie sich in der neuen Situation auch wirklich wohlfühlen. Ihre Futterplätze sollten getrennt sein und Hund und Katze in der Wohnung weiterhin eine Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Manchmal kann es sogar paar Wochen dauern, bis sich die Tiere aneinander gewöhnt haben. Sollten sie sich partout nicht gut vertragen, sollte man sie wieder voneinander trennen.
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