Gesundheit und Pflege

Warum es wichtig ist, dass Sie Ihren Hund entwurmen

Beim Thema Hund entwurmen scheiden sich die Geister. Die einen halten regelmäßiges Entwurmen für unerlässlich, die anderen geben die Medikamente bei Bedarf.

Jeder Hund kann sich mit Würmern infizieren. Wenn der Vierbeiner spaghettiartige Würmer spuckt oder es im Kothaufen nur so wimmelt, ist das für die meisten Besitzer schockierend. Spätestens dann ist es an der Zeit, den Hund zu entwurmen. Doch ist es tatsächlich sinnvoll, jeden Hund einmal pro Quartal zu entwurmen? Nach Auffassung des „Bundesverbands Praktizierender Tierärzte“ (bpv) lautet die Antwort: Es kommt darauf an.

Hund entwurmen: Warum es so wichtig ist

Einige Wurmkuren für Hunde können einfach mit zum Futter gegeben werden. (Symbolbild)

Würmer sind Parasiten, die im Körper des Hundes leben. Ein gutes Beispiel sind die weitverbreiteten Spulwürmer. Schluckt der Hund deren Eier, schlüpfen im Darm Larven, die sich durch die Darmwand bohren und in die Blutgefäße eindringen. Ein Teil der Parasiten wandert in die Organe oder Muskeln und verkapselt sich dort. Der andere Teil erreicht die Lunge und bohrt sich durch das Gewebe heraus. Der Hund hustet die Fremdkörper hoch und schleckt sie ab. Wieder im Darm angelangt, ist der Entwicklungszyklus beendet. Die neuen Spulwürmer sind nun geschlechtsreif. Sie entziehen dem Hund über die Darmschleimhaut Nährstoffe und legen Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden.

Das Beispiel zeigt: Nimmt der Wurmbefall überhand, schaden die Parasiten dem Hund. Sie schwächen seinen Körper und richten Schäden an den Organen an. Außerdem sind einige Würmer wie beispielsweise der Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragbar und für die Gesundheit sehr gefährlich. Daher ist es wichtig, einen Hund regelmäßig zu entwurmen oder zumindest über Kotproben einen deutlichen Wurmbefall auszuschließen.

Hund entwurmen: Häufigkeit

Wie oft die Besitzer einen Hund entwurmen sollten, hängt von dessen Alter und den Lebensumständen ab. Welpen infizieren sich bereits im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern, denn die im Gewebe verkapselten Larven werden durch die Hormonumstellung bei einer Trächtigkeit aktiv. Die inaktiven Larven im Gewebe lassen sich nicht mit einer Wurmkur abtöten. Daher gilt:

  • Welpen erhalten ab der zweiten Lebenswoche alle zwei Wochen eine Wurmkur.
  • Ab der zehnten Lebenswoche empfehlen Tierärzte, den Hund jeden Monat zu entwurmen, bis er sechs Monate alt ist.
  • Danach genügt es, zur Vorbeugung alle drei Monate eine Wurmkur zu verabreichen oder eine Kotprobe untersuchen zu lassen, wenn für dieses Tier kein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht.

Frisst ein Hund Kot, Kleinnager wie Mäuse oder geht er mit auf die Jagd und beißt dort in Wild, wird empfohlen, den Hund monatlich zu entwurmen. Alternativ kann eine Kotprobe zur Untersuchung eingereicht werden. Empfehlenswert ist eine Sammelprobe von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Wird bei einem Vierbeiner ein Befall nachgewiesen, reicht es meist nicht aus, den Hund einmal zu entwurmen. Die meisten Parasiten erfordern mehrere Gaben nach einem festgelegten Schema.

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Welpe eines Australien Shepherd im Laub.
Der Australien Shepherd ist Fremden gegenüber wenig aufgeschlossen und braucht viel Bewegung pro Tag. © Sofiya Garaeva/Imago
Siberian Husky in Nahaufnahme.
Der Siberian Husky braucht sehr viel Auslauf pro Tag. © Design Pics/IMago
Drei Dackel sitzen nebeneinander vor einer Holzwand.
Ihre Größe verrät noch nichts über den Eigensinn der Dackel. © D. Maehrmann/Imago
Ein Border Collie liegt auf einer Wiese.
Border Collies sind anspruchsvoll, wenn es um ihre Auslastung und Beschäftigung geht. © Aida Martinez/Imago
Zwei Schäferhunde sitzen im Wald.
Als Wachhund ist der Schäferhund perfekt. Dafür braucht es aber eine strenge Erziehung. © Nikolai Tsvetkov/Imago
Ein Beagle-Welpe auf einer Wiese mit Spielzeug.
Süß, aber richtige Kläffer: Beagles müssen ihre Grenzen kennen, sonst wird es anstrengend. © Buffy1982/Imago
Ein Rottweiler am Strand.
Rottweiler brauchen eine strenge Erziehung und wollen gefordert werden. © cynoclub/Imago
Ein Weimeraner am Strand.
Weimeraner sind wunderschön, brauchen aber extrem viel Auslauf. © Markel Laskurain/Imago
Ein Akita liegt auf einer Wiese.
Akitas sind bekannt für ihren Eigensinn und ihrer Skepsis Fremden gegenüber. © cynoclub/Imago
Ein brauner Dobermann liegt auf dem Boden.
Der Dobermann beeindruckt mit seiner Größe und seinem Willen, zu beschützen. © gsdonlin/Imago
Deutscher Zwergspitz in Nahaufnahme
Klein, aber oho: Der Zwergspitz ist ein liebenswürdiger Dickkopf. © B. Rainer/Imago
Ein Chow Chow liegt auf dem Boden.
Der Chow Chow war ursprünglich ein Hütehund und braucht eine strenge Erziehung. © Ryhor Bruyeu/Imago
Shih tzu Hund, der im Laubhaufen sitzt.
Der Shih Tzu ist ein treuer, aber eigensinniger Begleiter des Menschen. © CSP_chaoss/Imago

Hund entwurmen: Kosten und Vorgehen

Die Kosten für eine Wurmkur richten sich nach dem Gewicht des Hundes. Üblich sind Beträge zwischen fünf und 15 Euro für eine Dosis. Für Welpen sind Medikamente in flüssiger Form erhältlich, die per Spritze ohne Kanüle direkt in das Maul eingegeben werden. Für alle bereits selbstständig fressenden Hunde bietet die Pharmaindustrie mittlerweile Tabletten mit attraktivem Aroma an. Die meisten Vierbeiner akzeptieren die Kautabletten als Leckerbissen, was es enorm erleichtert, den Hund zu entwurmen. Normale Anti-Wurmtabletten dagegen müssen tief in das Maul gegeben und das Tier zum Schlucken animiert werden. Denn viele Hunde finden die Medikamente selbst in Leckerbissen wie Wurst oder Käse und sortieren sie zielsicher aus.

Bevorzugt der Halter eine Kotuntersuchung, um nicht unnötig zu entwurmen, fallen Laborkosten in Höhe von 15 bis 30 Euro an. Ist ein Wurmbefall nachgewiesen, ist es nicht sinnvoll, den Hund natürlich zu entwurmen. Medikamente sind erheblich wirksamer. Zur Vorbeugung ist die Gabe von als wurmwidrig angesehenen Futterzusätzen wie Möhren, Kokosraspeln, Kokosöl oder Ananas aber keinesfalls schädlich.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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